Maddrax 610 - Auferstehung des Bösen - von Ian Rolf Hill

Ian Rolf Hill
MADDRAX
Auferstehung des Bösen
Band 610
Erschienen am 06.06.2023
Cover von Néstor Taylor

Dass sowohl die RIVERSIDE als auch die sie verfolgende PLASMA längst überfällig sind, ist auch der Dark Force nicht verborgen geblieben. Der Neo-Barbar Rulfan begleitet eine Expedition, die den Verbleib beider Schiffe untersuchen soll, und auch aus Waashton kommt Hilfe unter der Führung Miki Takeos. Da empfangen sie ein Notsignal ...!
Colonel Aran Kormak bekommt von all dem nichts mit; er liegt nach seiner schweren Verletzung immer noch im Koma. Dabei ist das Verschwinden von Matthew Drax für ihn die erhoffte Gelegenheit, die Tarnung aufzugeben und seine Pläne weiter zu verfolgen...

Das Böse ist immer und überall. Das sang schon die EAV 1986. Das ist schon lange her und auch die Maddrax-Leser mussten lange warten, bis Kormak wieder aufersteht. Auch der weitere Weg von Lybreyz, die ich schon gar nicht mehr auf dem Schirm hatte, wird nun weitererzählt. Zehn Hefte hat es auch gedauert, bis wir den Blick von Matt weg wieder auf andere Protagonisten und Kontinente richten. Bei einer vierzehntägige Erscheinungsweise sind das fünf Monate. Mehrere Handlungsebenen sorgen immer für Abwechslung. Daher freue ich mich über die kurze Auszeit mit Blick auf die Zurückgebliebenen. Denn da gibt es viele Probleme und einiges zu erzählen. In Aafra nutzt Kormak diese Probleme, um eine Revolution anzuheizen, die sich gegen Kaiser Pilâtre de Rozier richtet. Es geht um die Überbleibsel der Stadt der Dunklen und die damit verbundenen Wasserknappheit des größtenteils noch in der Prallelwelt verbliebenen Victoriasees. So kommt es auch zu Flüchtlingswellen aus der Umgebung, die den Wolkenstädten und deren Regierung unter Druck setzen und die Stimmung anheizen. Genau diese Stimmung nutzt Kormak in gewohnt skrupelloser Art, um an seinen Weltherrschaftsplänen weiterzuarbeiten. Denn seine Hauptgegener sind vorerst verschollen und damit kaltgestellt. So brauchte er auch die Fassade des Parallelwelt-Kormak nicht in erster Linie aufrechtzuerhalten um seine Ziele zu verfolgen.

Der Heftroman spiegelte immer schon unterschwellig das Zeitgeschehen. Und so ist ein Schelm, der Böses bei dieser Thematrik denkt. Wasserknappheit, Flüchtlinge und eine Böse Seite die heikle Themen zur Stimmungsmache ausnutzt. Das macht mich doch beim lesen sehr nachdenklich und sorgt für die passend bedrückende Romanatmosphäre. 

Dann haben wir da noch Lybreyz. An der Seite von Kormak könnte dieser bei Maddrax den ewig auferstehenden Smythe endgültig als Bösewicht Nummer eins ablösen. Mir wäre es recht. Denn Kormak ist nicht einfach nur größenwahnsinnig, er hat durch seine vorangegangene Geschichte auch mehr Background und einen tieferen und fieseren Charakter als Smythe ihn je hatte. Dies wird hier in den Erinnerungen in seiner Aufwachphase aus dem Koma wieder deutlich.

Ansonsten fehlt mir bei dieser Geschichte so etwas wie eine Grundstory. Es wird vieles aufgearbeitet und eingeleitet, ohne ein großes Ganzes zu ergeben. Die Spannung und Action ist dabei auch sehr überschaubar. Ian Rolf Hill erzählt in dieser Folge mehr als er es krachen zu lassen, was nicht unbedingt schlecht ist. Denn dabei wird die Nebenhandlung gut aufgebaut und vorangetrieben. Das Serienflair hingegen leidet in diesem Roman erneut unter den für den vergangenen Zyklus typischen Schnellreisemöglichkeiten und der überbordenden Ausrüstung und Technik, mit der man schnell mal einen Hilfstrupp von Afrika nach Südamerika schicken kann.

Cover: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Schreibstil: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Thema: ⭐️⭐️⭐️
Charaktere: ⭐️⭐️⭐️⭐️
Spannung: ⭐️⭐️
Serienflair: ⭐️⭐️

Gesamt: ⭐️⭐️⭐️

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