Donnerstag, 4. März 2021

Maddrax 553 - Vorstoß der Dunklen - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erscheint am 30.03.2021
Cover von Shutterstock

Die Sorge um seinen Sohn Victorius drängt Pilâtre de Rozier zu unbedachtem Handeln: Unter dem Kommando seines Enkels Pilou lässt er hoch über der Stadt und dem unregelmäßig flackernden Portal eine schwebende Basis einrichten. Doch Shadar rüstet bereits zum Angriff. Seine Armee besteht aus Tausenden von abgerichteten Kolks, gegen die auch die Wolkenstädte des Kaisers keine Chance haben.
Werden Matt und Aruula bei ihrer Rückkehr zum Victoriasee Château-a-l'Hauteur von Dunklen erobert vorfinden?



Maddrax 551- Dunkle Vergangenheit - von Sascha Vennemann

Geschrieben von Sascha Vennemann
Erschienen am 02.03.2021
Cover von Shutterstock

Nun ist klar, dass dieses einzelne, letzte Parallelwelt-Areal eine größere Gefahr für die Erde darstellt als alle bisherigen zusammen. Doch wie kam es zu den Vorgängen, die nun auf Matts Realität übergreifen, wenn die Archivare nichts damit zu tun haben? Wer ist der fremde Gott, dessen Jünger das Böse in die Welt tragen wollen? Und wie kann man der Bedrohung begegnen?
Der zweite Teil des Doppelbandes nimmt Sie mit auf eine Reise und Rückschau in die Dunkle Vergangenheit ...

Eigentlich hätte der Doppelband zum Zyklusstart komplett in Oliver Fröhlichs Händen gelegen. Doch wie Sascha Vennemann in seinem Statement auf der Leserseite erklärt, musste er in die Breche springen, da Oliver es zeitlich nicht schaffte. Es sollte nicht zum Nachteil des Auftaktes und schon gar nicht des vorliegenden Bandes sein, wie ich nach der Lektüre feststellen kann. Sascha Vennemann, Fan und Kenner der ersten Serienstunde, hat den nötigen Background und das Gefühl für die Serie. Mit dem Roman ist ihm ein ganz großer Wurf gelungen. Ich verzichte in dieser Rezension bewusst auf eine Zusammenfassung, da es schwierig bis unmöglich ist, hier in Kürze den Inhalt zu transportieren. Alleine die Form dieser Maddraxfolge ist einmalig.

Dennoch muss ich natürlich auf den Inhalt eingehen. Wir alle haben nun genügend Maddrax-Parallelwelten gemeinsam entdeckt. Aber diese setzt dem Kometen die Kristalle auf. Auf den ersten Seiten war ich etwas irritiert und dachte schon das Lektorat hätte versagt. Marsmission 2013? Doch als der Komet langsamer wird und Richtung Afrika steuert, ist klar: Dieses Heft wird Fragen zum aktuellen Szenario beantworten! Was dann folgt, liest sich teilweise wie ein Exposé zu einer alternativen Maddrax-Serie, die so auch denkbar gewesen wäre. Allerdings hätte diese nach maximal fünfzig Heften umbenannt oder eingestellt werden müssen. Sascha arbeitet (wenn auch in alternativer Parallelwelt-Form) das Thema Finder, Wandler und Streiter auf und erklärt damit auch schon fast alles zur Entstehung des gigantischen Areals in Aafra. Und auch darüber hinaus werden viele Fragen aus dem ersten Band schon beantwortet. Das ist für die zweite Folge in einem neuen Zyklus unüblich. Dennoch bleiben natürlich noch genug Dinge offen und zu erledigen. Wie werden die Dunklen aus der Parallelwelt in Schach gehalten? Und wie kommt Victorius wieder nach Hause nachdem Kormaks Hütchentrick aufgeflogen ist?

Saschas Umsetzung dieses sehr ungewöhnlichen Maddrax-Romans hat mich begeistert, fasziniert und gefesselt. Er sprühte vor tollen Ideen für diese alternative Welt in dem es für diesen Matt unter anderem auch einen Donald Trump mit allen daraus ergebenden Konsequenzen geben kann. Maddrax’ unsterblicher Weg durch die Zeit erinnerte mich auf positive Art sehr an den Film A.I. - Künstliche Intelligenz. Die Begegnung mit alten Freunden und deren Schicksal in dieser Welt haben mich berührt.

Diese unvergessliche alternative Reise auf die uns Sascha Vennemann mitgenommen hat, verdient mindestens fünf Sterne!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Donnerstag, 18. Februar 2021

Maddrax 550 - Dunkle Gegenwart - von Oliver Fröhlich

Geschrieben von Oliver Fröhlich
Erscheint am 16.02.2021
Cover von Néstor Taylor

Der Übergang in den nächsten Zyklus, der 50 Bände umfassen wird, ist fließend: Eine letztes Aufreißen des Raum-Zeit-Kontinuums, ein "Welten-Kollaps", hat ein riesiges Gebiet in Zentralafrika entstehen lassen. Der Victoria-See wurde fast vollständig ersetzt – durch eine Metropole, deren Bewohner nun einen "Dunklen Keim" in Matts Gegenwart tragen! Zwei frühere Wegbegleiter sind davon direkt betroffen: Kaiser Pilâtre de Rozier, der zeitreisende Flugpionier, und sein Sohn Victorius. Und zwar auf beidenSeiten der Weltenscheide ...

Matt und Aruula sind nach Worrex’ Tod auf sich alleine gestellt um das vermeintlich letzte Parallelwelt-Areal zu bereisen und zu sehen, was in Afraa passiert ist. Um den Viktoriasee in Afrika wurde ein gewaltiges Parallelwelt-Areal in Matts Gegenwart versetzt. Und mit ihm erscheint ein Teil einer gigantischen und mysteriös wirkenden Stadt. Ihre Bewohner sind ebenso seltsam. Sie werden von einem Gott beherrscht, der sich schwarz und rauchartig in ihren Augen spiegelt. Zudem haben die versetzten Menschen übersinnliche Kräfte. Sie sind telepathisch oder telekinetisch begabt oder können teleportieren. Dieser Gott greift auch nach telepathisch begabten Personen in Matts Gegenwart. Nicht nur Roziers Sohn Victorius, der auf auf der anderen Seite des Weltenrisses verschollen geht, auch Aruula wird von der fremden Macht beeinflusst. Und Elloa, die verstoßene Frau von Rozier spinnt mithilfe der neuen Macht am Viktoriasee nach jahrzehntelanger Abwesenheit wieder ihre Intrigen. Matt will seinem alten Freund helfen, doch dabei steht ihm auch seine eigene Partnerin im Weg.

Oliver Fröhlich bereitet die Bühne für den neuen Zyklus. Beziehungsweise würde ich es als zweiten Akt im Parallelwelten/Weltenriss Szenario bezeichnen. Und es ist sein erster Roman seit dem Crossover mit Perry Rhodan. Insgesamt hat Oliver erst knapp zwei Dutzend Romane zu Maddrax beigesteuert und war beim Afraa-Zyklus noch gar nicht in der Autorenriege dabei. Aus diesem Grund muss er sicherlich vieles recherchiert und nachgelesen haben um sich so toll in Afraa und mit den Protagonisten bewegen zu können. Auch für mich als Leser ist es klasse, nach Afraa zurückzukehren. Ich habe damals diesen Zyklus gefeiert und als Zombiefan ebenso die MX-Spin-Off-Serie „Das Volk der Tiefe“. Leider wird diese Thematik laut Mad Mike in diesem Zyklus keine Rolle spielen. Dafür ist die neue Parallelwelt mit seinen Mutanten jetzt schon der Knaller und auch das Ende des Romans lässt das Fanherz höher hüpfen. 

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. So ist es mit jedem Zyklusbeginn ein kleiner Reset oder Neustart und fühlt sich fast wie eine neue Serie an. Bei Perry Rhodan ist es nach meistens hundert Bänden auch immer wieder ein besonderes Feeling in eine neue Ära zu starten. Bei Maddrax fühlt es sich noch besser und unverbrauchter an und wieder werde ich, wie zuletzt bei Band 500, nicht enttäuscht. Zunächst hatte ich befürchtet, dass das aktuelle Thema einfach nur indirekt weitergeführt wird. Aber nein, so ist es mitnichten. Gleich zu Beginn werden nicht nur durch die Parallelwelt am Viktoriasees etliche neue Themen und Aspekte eingebracht. Oliver Fröhlich liefert mit „Dunkle Gegenwart“ einen kompakten und unterhaltsamen Pageturner mit altbekannten Schauplätzen und Charakteren, aber neuer Thematik. Afraa ist und bleibt ein schlechtes Pflaster für Matt und besonders für Aruula. Wieder wird ihre Beziehung stark strapaziert und ich bin gespannt, wie sich diese Situation auf ihre Partnerschaft auswirken wird. Und mit Elloa haben wir in Afraa einen weiblicher Gegenspieler, damit wir Kormak nicht so sehr vermissen. Er hat Matt ja zum Abschied noch ein Kuckucksei ins Nest bzw. in den Stasisbehälter gelegt. Die größte aller Fragen ist nach diesem Auftakt jedoch: Wer ist der fremde Gott und wie konnte diese Welt hinübergelangen, wenn die Archivare nichts damit zu tun hatten? 

Es geht gleich wieder fulminant los mit fünf Sternen!
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Mittwoch, 17. Februar 2021

Maddrax 552 - Vasraas Rache - von Ian Rolf-Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erscheint am 16.03.2021
Cover von ...


Die Zeit, Victorius zu retten, drängt - doch das einzige Mittel, hinüber in die Parallelwelt zu gelangen, ist verschwunden. Trägt Colonel Kormak die Schuld daran? Um das zu klären, machen sich Matt und Aruula eilig auf den Weg nach Fort Knox - und müssen erkennen, dass jemand anderes ein zwielichtiges Spiel zu treiben scheint. Eine Kriegerin, die gnadenlos zurückschlagen kann, wenn sie sich in die Ecke gedrängt fühlt ...


Freitag, 5. Februar 2021

Maddrax - Rezension zum Parallelwelt-Zyklus


Zyklus: Parallelwelt
Hefte: 500 bis 549
Autoren:
Ian Rolf Hill: 18 Romane
Sascha Vennemann: 4 Romane
Lucy Guth: 4 Romane
Christian Schwarz: 4 Romane
Jana Paradigi und Ramon M.Randle: 4 Romane
Simon Borner: 4 Romane
Stefan Hensch: 4 Romane
Michael Marcus Thurner: 2 Romane
Oliver Müller: 2 Romane
Sascha Vennemann und Lucy Guth: 1 Roman
Oliver Fröhlich: 1 Roman
Manfred Weinland: 1 Roman
Michael Schönenbröcher, Ansgar Back, Wolf Binder, Oliver Fröhlich, Lucy Guth, Ben Calvin Hary, Ian Rolf Hill, Jana Paradigi, Christian Schwarz, Sascha Vennemann und Manfred Weinland: 
1 Roman (520 - Verlorene Erinnerungen, Kurzgeschichten)

Handlung:
Beim Very Large Array wird das Projekt Mondsprung initiiert – und es gelingt: Der Mond wird wieder in seine ursprüngliche Umlaufbahn transferiert. Allerdings mit Folgen. Fortan tauchen unberechenbar quer über die Erde verteilt Areale mit versetzten Parallelwelten auf. Um eine Vermischung der Welten zu verhindern, wachsen mehr oder weniger undurchdringliche Barrieren aus Pflanzen um die Areale. Dies hat die Pflanzenentität GRÜN initiiert. Matt und Aruula können die Areale bei ihrer Versetzung anmessen und reisen fortan dem Weltenaustausch hinterher um Schlimmeres zu verhindern und mehr über die Ursache zu erfahren. Dabei kommen Ihnen letztendlich die Archivare zu Hilfe, die auch für das Phänomen verantwortlich sind. Der Archivar Worrex sowie ein Rulfan aus der Parallelwelt schließen sich Matt und Aruula im Kampf gegen die Parallelwelten an. Die Lösung liegt aber in der Zukunft. Ein Tachyonen-Organismus, welcher durch die Archivare zu den Protagonisten in die Gegenwart gelangt, kann die Portale versiegeln. Doch das Vorhaben wird dadurch erschwert, dass eine Gruppe Söldner zunächst von dem Organismus okkupiert wird. Schließlich kann das neu entstandene Tachyonen-Prionen-Wesen aber kontrolliert und für die Rettungsmission eingesetzt werden.

Nachdem ich eineinhalb Zyklen verpasst habe, bin ich mit Jubiläumsband 500 wieder bei Maddrax eingestiegen. Die Zyklus-Handlung versprach einiges und ich wurde nicht enttäuscht. In den vergangenen fünfzig Heften konnten sich die Autoren richtig austoben. Durch die Parallelwelten musste keine große Rücksicht auf den Weltenaufbau und die zurückliegende Handlung gelegt werden, da fast jeder Roman seine eigene Welt behandelte und Quasi einen eigenen Kosmos darstellte. Das brachte enormen Schwung und Abwechslung in die Serie. Der rote Faden gelangte dadurch allerdings oft etwas in den Hintergrund und nach etlichen Welten wirkte es eher wie eine Aneinanderreihung von Einzelabenteuern und erinnerte mich an die Serie Sliders aus den 90ern. Da standen auch die einzelnen Folgen im Vordergrund und die Rückkehr der Protagonisten in Ihre Welt war zu Beginn der rote Faden und das Ziel, das mehr oder weniger verfolgt wurde.

Erst als Worrex eingreift und die Krieger des Lichts ins Spiel kommen wird die Handlung mit einem Lösungsansatz unterfüttert. Danach beginnt eine erneute Tournee zu fast allen bisherigen Parallelwelten um die Portale zu versiegeln. Das Konzept fand ich etwas schwach auf der Brust und nahm am Ende etwas Luft aus dem raketenhaften Start des Zyklus.

Die einzelnen Romane zeigten gerade zu Beginn des Zyklus die enorme Qualität der Autoren und ihren Ideenreichtum. 
Das Ganze erinnerte mich an die Anfangszeiten der Serie, als immer neue Orte beleuchtet und entdeckt wurden und die Autoren auch ihren „Spieltrieb“ voll ausschöpfen konnten. Einige Welten hatten das Potential für eine eigenständige Serie und von manchen hätte ich gerne mehr gelesen und erfahren. Besonders Ydiel und seine Welt der Sauroiden wird mir im Gedächtnis bleiben. Im Rückblick haben folgende Romane herausgestochen und klingen noch bei mir nach. Zunächst Band 521 „Kurs ins Verderben“ von Stefan Hensch. Er gab in dieser Staffel sein Debüt mit gleich vier guten bis sehr guten Romanen. Das Abenteuer mit der versetzten Titanic hat mich aber am meisten und nachhaltigsten begeistert. Dann gab es für mich als alten Rhodanisten ein weiteres Highlight in diesem Zyklus. Die Handlung bot die Möglichkeit zu einem Crossover mit Perry Rhodan. Diese Herausforderungen konnte kein anderer Autor besser annehmen als Oliver Fröhlich. Und er hat das scheinbar Unmögliche geschafft. Chapeau noch einmal dafür an alle Beteiligten. Und last but not least war da natürlich noch der Kurzgeschichten-Jubiläumsband 520 „Verlorene Erinnerungen“ zum 20-jährigen Bestehen der Serie. Ein Experiment, dass sehr gelungen war und hoffentlich in dieser Form einmal wiederholt wird. Der Band bot eine schöne Abwechslung und hat sich dennoch wunderbar in die Gesamthandlung integriert.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Ian Rolf Hill  mit 18 Romanen den größten Beitrag zu diesem Zyklus geleistet hat. Er ist im Heftromanbereich der momentan produktivste Autor und macht Jason Dark Konkurrenz, wenn man seine Tätigkeit über alle aktuellen Serien hinweg berücksichtigt.
 Und das schafft er bisher auf einem konstant hohen Niveau.

Fazit: Dieser Zyklus gehört für mich zu den Highlights der Seriengeschichte, hatte aber noch mehr Potential um vielleicht über hundert Hefte in einem Großzyklus (wie bei Perry Rhodan üblich) etwas runder und abgeschloßener zu wirken. Auf jeden Fall hatte dieser Zyklus, im Gegensatz zu manch anderem, sehr viele außerordentlich gute Einzelromane. Der Gesamteindruck bekommt von mir vier Sterne!

⭐️⭐️⭐️⭐️