Die UFO-Akten 2 - Flug 19: Verschollen - von Carter Jackson

Geschrieben von Carter Jackson
Erschienen am 19.10.2021
Cover von Shutterstock


Deadwood, South Dakota, 19. Juli 1993
Zwei Jets vom Typ Lockheed F-18 bewegen sich mit 650 Knoten über den Black Hills Richtung Norden. In zweieinhalb Minuten sollen sie in einer Höhe von 3500 Fuß eine scharfe Rechtskurve fliegen, auf Mach 1.2 beschleunigen und anschließend zur Ellsworth Air Force Base zurückkehren.
Doch dazu kommt es nicht mehr. Plötzlich erscheinen sechs helle Punkte auf dem Radar. Sekunden später stürzen die beiden Kampfjets über Uncton County ab. Die Piloten sind spurlos verschwunden...

Uncton County, South Dakota, heute
Im Wald nahe dem kleinen Städtchen Uncton wird eine mumifizierte Leiche gefunden: Es ist einer der seit damals vermissten Piloten! Die Bewohner halten den Fund geheim – aus gutem Grund. Dann kommen Cliff Conroy und Judy Davenport nach Uncton...

Judy und Cliff sind auf der Flucht vor den Behörden und dem ominösen McKay und folgen zwangsläufig mit einem Wohnmobil den ersten Spuren der Hinweise aus den GhostRider-Akten, die Ihnen Buzz übergeben hat. Noch fehlt Ihnen der Zugang zu der DVD die ihnen der unbekannte Unterstützer zugespielt hat. Und so führen sie die ersten Hinweise nach Uncton County, wo eine mumifizierten Leiche eines Piloten aus den 90ern viele Fragen aufwirft…

Auch der zweite Teil hat einen etwas fahlen Beigeschmack, was die „Überarbeitung“ angeht. Die angeblich durch Magnete löschbare DVD haben wir ja im ersten Teil schon belächelt. Jetzt sind die beiden eigenmächtigen Ermittler in einem Winnebago-Wohnmobil zum ersten Hinweis unterwegs. Gut, Winnebagos gibt es heute in moderner Form auch noch. Die Beschreibung der Ausstattung erinnert allerdings an die klobigen Ausführungen der 80er und 90er Jahre. Das ist ja noch charmant, aber dann benutzt man Auto- und Satellitentelefone, der Computer bootet und es ist von einem DOS-Klon die Rede und für ein sicheres Telefonat wird ein öffentlicher Fernsprecher gesucht. Der Peilsender ist so groß wie eine Zigarettenschachtel und das Peilgerät antiquarisch. Es gibt heute erbsengroße Peilsender, oder noch besser: die Ortung über ein Smartphone. Doch dieses Gerät sucht man ebenso wie Laptops, Internet und Clouds in der ganzen Handlung bisher vergeblich. Das zieht sich durch den ganzen Roman und reißt mich leider immer wieder aus dem eigentlich guten Roman. Denn auch diesmal kann man bei der eigentlichen Story nicht meckern. Der Roman ist sogar noch besser als der Auftakt und nun wird es etwas mystischer und spannender.

Die Ähnlichkeiten mit Akte X sind dagegen schon fast dreist. Buzz nennt Cliff als Grund für die Übergabe der Unterlagen:  „Damit sie zu glauben lernen“ und gibt ihm als Tipp noch mit: „Vertraue niemanden“. “I want to believe“ und „Trust no one“ sind die Slogans die sich durch die Serie Akte X ziehen. Auch das ganze Setting, die Thematik, Judys Narbe und vieles andere wirkt einfach nur abgekupfert und tausendfach gelesen und gesehen.

Wieder bin ich also zwiegespalten. Die Hoffnung liegt weiterhin in den neuen Fällen, denn die Überarbeitung der alten Romane ist für mich lieblos und misslungen. Es reicht einfach nicht, die Handlung dreißig Jahre vorzudatieren und aus einer Diskette eine DVD zu machen. Ich hätte da tausend Ideen gehabt, diese Serie in das 21. Jahrhundert zu transferieren. Klar wäre dies mit größerem Aufwand verbunden gewesen, aber so muss am Ende niemand jammern, wenn das Konzept nicht funktionieren sollte. Aus Respekt vor dem guten Grundroman von Carter Jackson gibt es von mir erneut drei Sterne.

⭐️⭐️⭐️

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