Professor Zamorra 1305 - Der Fluch von Saint Cyriac - von Adrian Doyle

Adrian Doyle
PROFESSOR ZAMORRA
Der Fluch von Saint-Cyriac
Band 1305
Erschienen am 01.06.2024
Cover von Mario Heyer, MtP-Art

Zu so früher Stunde, kurz nach dem ersten Hahnenschrei, war mit Post nicht zu rechnen, absolut nicht, was Madame Claire veranlasste, ihrer Neugier nachzugeben. Als sie ins Freie trat, erhaschte sie jedoch nur noch einen flüchtigen Blick auf die davoneilende Gestalt. Unmöglich zu erkennen, um wen es sich dabei handelte.
Während sich die Schritte des oder der Unbekannten über das Trottoir entfernten, entdeckte Claire ein unter den Deckel des Briefkastens geklemmtes Stück Papier, das sich als Flugblatt entpuppte. Sie nahm es mit ins Hausinnere und las im Schein der Flurlampe. Auf dem Gesicht der Köchin erschien ein Lächeln …

In Saint-Cyriac und besonders bei Madame Claire ist die Aufregung und Vorfreude groß. Das Ehepaar Beatrice und Henri Cailot erfüllen sich durch die Erbschaft eines Filmprojektors den Traum, ein eigenes Kino in ihrer umgebauten Scheune zu betreiben. Und die Premiere steht kurz bevor. Doch dann geschehen seltsame Dinge. Nicole hat Todesvisionen und auch die Cailots werden mit Visionen zu Henris Tod konfrontiert. Eine andere Familie im Dorf erlebt ein scheinbares Wunder, als eine kranke, altersschwache Frau kurz vor ihrem Tod wieder kerngesund und munter, dafür aber ihr Enkel schwach und krank wird. Die Schlossbewohner werden von Madame Claire über die Kinoeröffnung informiert und wollen bei dem Ereignis im Dorf natürlich dabei sein. Doch dort setzen sich die Merkwürdigkeiten fort. Und als Henri tatsächlich plötzlich verstirbt, wird es noch kurioser. Nicole und Zamorra gehen der Sache nach und entdecken einen Zusammenhang mit Ereignissen aus ihrer eigenen Vergangenheit. 

Dies ist der offizielle Roman zum Serienjubiläum von Professor Zamorra. Denn vor mittlerweile fünfzig Jahren, am 02. Juni 1974, erschien der erste Zamorra-Roman. Zur Feier wurde das Heft vollgepackt mit vielen Extras. Für Gratulationen und Autoren-Interviews sowie einer Kurzgeschichte von Timothy Stahl bekam das Heft sogar 16 Seiten Mehrumfang. Der Autor dieses besonderen Romans ist mit Manfred Weinland alias Adrian Doyle ein Zamorra-Urgestein. Manchmal habe ich das Gefühl, er hat auch mal aus der Quelle des Lebens genascht, da er gefühlt in tausend Serien und Projekten schon immer da war. Und dass bei ihm die Serie in den Genen verankert ist, merkt man seinen Romanen und der Atmosphäre immer wieder an. 

Man wandelt beim Lesen scheinbar selbst durch Saint-Cyriac und begegnet seinen Bewohnern. Ich liebe seit Kindertagen Miss Marple. Mit der Einbindung der Kinoeröffnung und des Films "16 Uhr 50 ab Paddington" wird alleine schon ein nostalgisches Flair verbreitet, das mich begeistert. Der Roman überzeugt durch seine ruhige Erzählweise, die auch gegen Ende nicht in finale Hektik verfällt. Er brilliert eher durch das ganze Setting und die Geschichte selbst, deren Ereignisse letztendlich auf eine überraschende Ursache aus der Serienvergangenheit zurückgreifen. Ein würdiger Jubiläumsroman, der den ursprünglichen Geist der Serie sehr gut einfängt.

Cover: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Schreibstil: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Thema: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Charaktere: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Spannung: ⭐️⭐️⭐️⭐️
Serienflair: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Gesamt: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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