Maddrax 597 - Wege des Wahnsinns - von Ian Rolf Hill

Ian Rolf Hill
MADDRAX 
Wege des Wahnsinns
Band 597 
Erschienen am 06.12.2022
Cover von Arndt Dreschsler-Zakrzewski

Professor Dr. Jacob Smythe ist ja schon durchgedreht und pflegt seinen Größenwahn – aber gegen Choyganmaa Aksinja Jevdokija Ewgenija ist selbst er ein Waisenknabe. Doch was steckt hinter dem Wahnsinn von Haaley, wie sie sich nennt? Welche Ereignisse in ihrem turbulenten und tragischen Leben haben ihn ausgelöst?
Während ihrer Gefangenschaft bei der Dark Force und ihren Bemühungen, selbiger zu entkommen, hat Haaleys kranker Geist genügend Zeit, in die Vergangenheit zu schweifen – und nimmt uns Leser dabei mit...

Auf diesen Band habe ich mich nach der Ankündigung ebenso gefreut, wie beim vorangegangenen von Lucy Guth. Und wieder wurde ich nicht enttäuscht. Was Ian Rolf Hill hier abgeliefert hat, ist zwar starker Tobak, aber mir gefällt diese Art von etwas „härteren“ Geschichten.

Seit Ihrer Einführung in Band 554 mit gleichnamigem Titel, polarisiert Haaley nicht nur die Leserschaft, sonder verwirrt diese auch mit ihren Aussagen zur eigenen Vergangenheit und ihren Kenntnissen zu Dingen aus der Prä-Christopher-Floyd-Ära. Was wahr und was erfunden ist, klärt nun im vorliegenden Band ihr geistiger Vater Florian Hilleberg. Diese Figur haben wir seinem Faible für Harley Quinn zu verdanken. Und ebenso wie Dr. Harleen Frances Quinzel hat Haaley mit dem Wahnsinn zu kämpfen, den sie ihrer Vergangenheit zu verdanken hat. Haaley leidet unter einer Borderline-Erkrankung und zeigt Symptome einer Schizophrenie. Ihre außergewöhnliche Verbindung zu dem Tachyonen-Prionen-Geschöpf, das sie liebevoll Queen Choyganmaa nennt, ist ebenso Thema dieses Romans wie ihre eigene Vergangenheit. Nun wissen wir (Achtung Spoiler!), dass ihr eigentlicher Name nur Ewgenija Iwanowa ist und sie die Tochter eines Retrologen und einer Kriegerin der 13. Inseln ist. Ihre zusätzlichen Namen sind die ihrer verstorbenen Geschwister. Ursprünglich aus einer Techno-Enklave bei Sankt-Petersburg stammend erlebte sie,  nach dem EMP und der daraus resultierenden Flucht aus dem schützenden Bunker, furchtbare Dinge. Misshandlungen durch den Vater, der als gescheiterte Existenz in den Alkoholismus flüchtet, sind an der Tagesordnung für Ewgenija und ihre Schwestern. Als die Taratzen die Enklave mehr und mehr bedrohen und überfallen, muss das junge Mädchen einschneidende Entscheidungen treffen. 

Nicht nur bei Maddrax ist der Autor bekannt für polarisierende und schwierige Charaktere. Besonders weibliche Jugendliche, mit psychosomatischen Erkrankungen, finden wir in seinen Romanen immer wieder. Ebenso brisante gesellschaftliche Themen und eine härtere Gangart. Ich finde dies äußert bereichernd im Heftromanbereich und mag daher seine Charaktere und Romane  sehr. So hatte es mir auch Haaley von Anfang an angetan. Ich hatte mir zwar eine etwas andere Art von Biografie-Roman vorgestellt (auch wenn ich nicht genau sagen kann, wie der aussehen sollte), aber was Florian hier wieder abgeliefert hat, war hervorragend. Ein weiterer toller fünf Sterne Roman in diesem Zyklus aus seiner Feder. Spannend bleibt noch, wer genau Ewgenijas Mutter war.

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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