20 Bände Perry Rhodan Mythos Erde - Der zweite Eindruck

Nachdem ich mich ja zu den ersten zehn Bänden eher kritisch geäußert hatte, wurde ich mit den Folgebänden 3010 bis 3019 fast durchgehend für meine Geduld entschädigt. Schon mit Band 3010 "Willkommen auf Gongolis" von Susan Schwartz, der mir sehr gut gefallen hat, führt uns die Autorin in einen spektakulären Ort ein, der Schauplatz der kommenden Ereignisse sein wird. Die Frauenpower geht weiter und Verena Themsens "Habitat der Träume" fand ich ebenfalls überragend.
 
Gastautorin Liza Grimm hat mit ihrem Beitrag 2013 "Totenschiff" einen für meinen Geschmack der besten Gastromane der Reihe abgeliefert. Da braucht sie sich nicht hinter gestandenen Serien- oder Gastautoren wie Eschbach, Heitz und Co. zu verstecken. Ihre Geschichte und die Charaktere haben mich begeistert. Der Roman wirkt nicht wie von einer jungen Autorin die sich erst in die Serie einarbeiten muss. Vielmehr fügt sich ihr Roman homogen in die umliegenden Bände ein und liefern dennoch ein spannendes Einzelabenteuer, dass durchaus auch für sich alleine stehen könnte. Gongolis als Schauplatz und die beiden Charaktere Schlafner und Dancer finde ich grandios. Danach treffen wir auch endlich und in völlig unerwarteter Form auf Reginald Bull. Uwe Anton hält einen weiteren Kracher mit seinem Roman "Zielpunkt Ephelgeon" bereit. Diese Bände habe ich verschlungen. 2014 "Der Feind in mir" von Michelle Stern" war eher ein Einzelabenteuer aber dennoch unterhaltsam und auch die beiden Auftragskiller Schlafner und Dancer dürfen wieder auftrumpfen und schlagen sich, nachdem sie von den Cairanern verraten wurden, auf die Seite der Terraner. In "Raptus Terrae". In Band 3015 von Leo Lukas erzählt Reginald Bull endlich mehr vom Raptus und der Entwicklung der letzten 500 Jahre in der Milchstraße. Dennoch geizt die Handlung verständlicherweise zu diesem frühen Zeitpunkt noch mit großen Enthüllungen und Perry bohrt bei vielem auch nicht energisch nach.
 
Im Folgeband 3016 "In den Augen des Riesen" von Michael Marcus Thurner treffen wir einen weiteren alten Weggefährten. Icho Tolot, der mittlerweile in einer fliegende Festung über Rudyn residiert, erzählt Rhodan auch mehr über die vergangenen Ereignisse, insbesondere über die Haluter und ihre Entwicklung nach der Dezimierung durch die Haluter-Pest. Ab dem Folgeband gehen wir dann auf Ursachenforschung im Solaren System. Susan Schwartz eröffnet mit ihren Romanen 3017 "Terra Incognita" und 3018 "Welt der fünf Augen" die Handlung um die verschwundene bzw. ausgetauschte Erde. Perry Rhodan und Reginald Bull verschaffen sich Zugang zu Iya.  Der Planet Iya und sein Mond Vira sehen Terra und Luna auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass Iyas Kontinente leicht verschoben sind, so als ob es sich um eine frühere Version Terras handele. Die Welt ist nur dünn besiedelt. Die Ayees haben sich hauptsächlich auf dem Äquivalent von Eurasien ausgebreitet, den Rest des Planeten erkunden sie gerade erst.

Ihr Technologielevel ist dem der Terraner in der Mitte des 20. Jahrhunderts alter Zeitrechnung vergleichbar. Beide Romane haben mir sehr gut gefallen. Es wird sehr spannend zu erfahren, warum und wie dieser Austausch stattgefunden hat und woher diese zweite, fremde Erde stammt. Uwe Anton schließt mit Band 3019 die nächsten zehn Bände des Zyklus mit der Fortsetzung um "Das Rätsel von Pesha" ab und wir bleiben auch in den kommenden Romanen auf der Zweiterde Iya.
 
Genau die Dynamik, die die Handlung in den letzten zehn Romanen erreichte, habe ich zu Anfang vermisst. Auch wenn einige Leser mir entgegengehalten haben, dass ein ruhiger und geordneter Zyklusauftakt seinen Reiz hat, hätte man dort ruhig etwas mehr Dramaturgie erwarten können. Aber Schwamm drüber. Es macht weiterhin Spaß und Lust am Zyklus teilzuhaben, da das Grundkonzept und Exposé einiges hergibt. Verwundert bin ich dennoch davon, dass erst Perry Rhodan nach 500 Jahren zurückkehren muss, damit seine alten Gefährten (allen voran Reginald Bull und Icho Tolot) aktiv werden und versuchen etwas gegen den Raptus und die Cairaner zu unternehmen. Ich hoffe auf eine plausible Erklärung, die ich mir bei Reginald noch durch den Einfluss des chaotarchisch geprägten Zellaktivator erklären könnte. Warum Icho Tolot oder alle anderen Terraner stillgehalten und dem Treiben der Cairaner zugeschaut haben, bleibt spannend zu erfahren. Ich melde mich in zehn Bänden mit weiteren Erkenntnissen zum Thema.

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