Professor Zamorra 1292 - Der Mentalparasit - von Stefan Hensch

Stefan Hensch 
PROFESSOR ZAMORRA 
Der Mentalparasit
Band 1292
Erschienen am 02.12.2023
Cover von Shutterstock

„Bist du bereit?“, fragte Mercier. 
Tanguy nickte. Die Wahrheit war, dass es ihm niemals mehr besser gehen würde. Ganz im Gegenteil, von nun an würde es nur noch bergab gehen. Er spürte, dass er jeden Tag weniger wurde. Der Appetit war erloschen, und sein Körper holte sich die benötigten Kalorien bereits aus seiner Muskulatur. Die Fettdepots waren längst erschöpft. Er bestand nur noch aus Haut und Knochen. „Wenn du mich unbedingt zu einem Mentalparasiten machen willst, dann leg los!“
Mercier schmunzelte. „Mentalparasit? Wie kommst du denn nur darauf?“

Nach diesem Roman bedauere ich einmal mehr, dass ich erst mit Band 1178 fest bei Professor Zamorra eingestiegen bin. Denn Stefan Henschs erster Beitrag zur Serie war kurz zuvor mit Band 1175 "Bestien aus dem Subraum" erschienen. Und dieser lieferte das Prequel zum vorliegenden Band "Der Mentalparasit". Und so ist es nicht verwunderlich, dass ich bis zum Verweis kurz vor Ende überlege, wann die Kinder des Subraums und die Bruderschaft schon einmal Thema waren. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich nicht so gut in die Geschichte eingefunden habe. Zamorra und Nicole kommen wie schon angedeutet nur sehr begrenzt zum Einsatz. So richtig erst, als es am Ende um die Zusammenhänge zu dem besagten alten Fall kommt. Eigentlicher Mittelpunkt der Story ist Tanquys Geschichte. Und diese erzählt der Autor auch sehr interessant. Die Bestien des Subraums sowie die ganze Geschichte weisen einmal mehr Parallelen zu den Mythen aus den Romanen von H.P Lovecraft auf. Das gefiel mir sehr gut. Richtige Spannung kommt bei der linearen Vergangenheitserzählung größtenteils jedoch leider nicht auf. Interessant fand ich auch noch das Buch von Wilhelm van Zanth, welches Zamorra am Anfang des Romans erwirbt und mich sehr an das Voynich Manuskript erinnerte. 

Aus all diesen Gründen sollte ich mir wohl doch in nächster Zeit den ersten Band um die Bestien aus dem Subraum vornehmen um ein besseres Gesamtbild zu erhalten. Den Zeitraum zwischen den beiden Bänden um diese Geschichte fand ich dann doch etwas lang. Insgesamt sehe ich dies öfter als Problem der Serie, da es unzählige Handlungsstränge gibt, die einzelne Autoren scheinbar in Personalunion behandeln. Somit wird wie bei Adrian Doyles Romanen um die "Amulettenschwemme", der ja mit der Story um Kelan auch noch nicht final abgeschlossen ist, die Wartezeiten zwischen den einzelnen Handlungen sehr lange. So waren es auch in diesem Fall fast vier Jahre, bis das Thema von Stefan Hensch wieder aufgenommen wird. Da wünschte ich mir mehr anhaltende "Zyklen" die komplett und durchgängig und autorenübergreifend behandelt werden. In diesem Fall ist der Zeitraum erklärbar, da die vier Jahre seit dem letzten Band der Geschichte in Echtzeit behandelt wurden. Tenguy lag in dieser Zeit nach seinem Unfall im Koma. Dies wäre aber auch in Rückblenden und einer Roman-Zeitverlegung des Vorgängerbandes anders möglich gewesen.

Cover: ⭐️⭐️⭐️⭐️

Schreibstil: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Thema: ⭐️⭐️⭐️⭐️
Charaktere: ⭐️⭐️⭐️
Spannung: ⭐️⭐️⭐️
Serienflair: ⭐️⭐️⭐️

Gesamt: ⭐️⭐️⭐️⭐️

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