Zu den Rezensionen meiner alten Sternensonde-Fanpage
gehörten auch immer die Publikationen und Serien des BLITZ-Verlages. Ich weiß gar nicht mehr wie der Kontakt mit Jörg Kaegelmann, dem Inhaber des Verlages, seinerzeit
zustande kam oder wie ich auf die speziellen Serien des Verlages aufmerksam
wurde. Die TITAN-Sternenabenteuer (wie die Fortsetzung der Promet-Serie zu
dieser Zeit betitelt wurde) waren eine der Science-Fiction-Serien, die mich
gleich begeisterten. Bisher total auf Perry Rhodan fixiert, fand ich
TITAN/Promet spannend, exotisch und so ganz anders. Es war ein wenig trashig und
es wurde im Gegensatz zu den eher konservativen anderen Serien im Genre nicht
mit Sex und Crime gegeizt. Kultig beschreibt es wohl am besten.
Zunächst versuche ich vielleicht einmal unter Zuhilfenahme
von Wikipedia und anderer Online-Quellen die wechselhaften Geschichte der Serie
zu beleuchten:
1971 erfand Kurt Brand für den Kölner Andromeda Verlag
(später: Astro Verlag) die als Raumschiff Promet bekannt gewordene, offiziell
aber „Arn Borul – Von Stern zu Stern“ betitelte SF-Serie. Er betreute sie etwa
ein Jahr lang, bevor er sich mit dem Verleger überwarf und durch den SF-Autor
Hermann Peters ersetzt wurde. Kurt Brand war lange Jahre davor und danach ein
fester Bestandteil des Perry Rhodan Autorenteams, entwickelte auch die Serie
Ren Dhark und arbeitete mit an Krimireihen wie Die Fledermaus und Kommissar X
und Jerry Cotton. Kurt Brand zählte mit seinen Werken und seinem Schaffen zu
den Pionieren des Heftromans.
Schon den 1950er Jahren wurde Kurt Brand mit seinen immer
fantastischen, manchmal "abgedrehten" Einzelromanen für diverse Leihbuchverlage
bekannt. Die Mischung aus verrückten Ideen, bizarren, häufig nur angedeuteten
Settings und seiner eigensinnigen Schreibweise – die sich teilweise wenig um
die Regeln deutscher Grammatik scherte – wie sie für so ziemlich alle seine
Werke typisch war, stieß fast ebenso häufig auf vehemente Kritik wie auf
begeisterte Zustimmung. Auch Kritiker gestanden Brand zu, dass er sich immer
deutlich vom „Einheitsbrei“ deutscher Leihbuch- und Heft-SF abgehoben hat.
Diese ihm zugeschriebene Eigenwilligkeit zeigt sich auch im Konzept und Setting
der Promet-Reihe.
Soviel zur Historie und zum Verständnis der
Serienzusammenhänge.
Ich habe die Serie seit den Titan-Sternenabenteuern bis zu
den aktuellen Abenteuern von Shalyn Shan gelesen und genossen und auch zahlreiche
andere lesenswerte Serien aus dem BLITZ-Sortiment abonniert (weitere Berichte
zu diesen Serien folgen noch). Einzig die regelmäßigen Kehrtwenden in
Erscheinungsform und Titel, das Warten auf Fortsetzungen und auch so mancher
holpriger Serienverlauf trübten den Spaß in den vergangenen Jahren etwas. Somit
habe ich mich über den Relaunch der Serie in überarbeiteter und zeitgemäßer
Form sehr gefreut. Bisher hatten sich schon 25 Bände angesammelt, die ich mir
nun in geballter Form vornehmen möchte um die Serie und ihre Handlung von
Anfang an miterleben zu können. Derzeit bin ich bei Band 7 angelangt und sehr
begeistert. Den aktuellen Autoren gelingt es auch mit den neuen Texten immer
noch das kultige Flair und den Geist der alten Serie einzufangen und Promet im Sinne
von Kurt Brands ursprünglicher Idee neu zu interpretieren.
In Band 1 durfte der bekannte Perry Rhodan Autor
und Expokrat Christian Montillon den Grundstein zum Neustart der Serie legen.
Montillon gibt offen zu kein Kenner der Promet-Reihe zu sein. Für einen
routinierten Autor wie ihn stellt dies jedoch kein Hindernis dar. Ich denke
eher, dass der Autor dadurch unbelastet an die Serie herangeht und auch durch
fehlendes Hintergrundwissen frei neuinterpretieren kann. Die Handlung ist absolut
klassisch für die damalige Zeit und wird auch in der neuen Serie nicht
verfälscht oder mutwillig modernisiert. Die Menschheit trifft auf Außerirdische
und nutzt deren Wissen und Technologie um der irdischen Raumfahrt einen Schub
zu verpassen und letztendlich den Weltraum zu erobern. In diesem Fall in
Gestalt des Moraners Arn Borul. Dessen Heimatplanet wurde von einer unbekannten
fremden Macht in Form der schwarzen Raumer nahezu zerstört. Die Moraner werden
in den Untergrund des Planeten gezwungen und sind vom Untergang bedroht. Hier
kommt Arn Borul ins Spiel der mit seiner Crew und seinem Raumschiff die letzte
Hoffnung der Moraner verkörpert. Er soll die ursprüngliche Heimat der Moraner
zur Rettung seines Volkes aufsuchen. Diese Ursprungsheimat ist kein geringerer
Planet als unsere Erde und somit landet Arn als letzter Überlebender der
Mission auf der Erde, findet dort in seinen Rettern Freunde und versucht die
Raumfahrt mit diesen soweit voranzutreiben um letztendlich zurück nach Moran zu
gelangen um seine Welt und sein Volk zu retten. Wie schon gesagt, eine
klassische Heftromanstory der Siebziger in neuem Gewand. Aber genau das macht
diese kultige Serie wiederum interessant und lässt Nostalgiker in den guten
alten Zeiten des Science-Fiction-Genres schwelgen. Wie schon die ursprüngliche Serie legt auch die Neuinterpretation keinen Wert auf große, epische Raumschlachten oder techniklastige Texte. Der Fokus liegt auf dem Abenteuer, der Erkundung fremder Welten und der Begegnung mit exotischen Spezies. Mit den stilistischen Mitteln mit denen Raumschiff Enterprise oder Raumschiff Orion damals die Science-Fiction im Fernsehen geprägt haben, ist auch Promet unterwegs. Doch die Einzelabenteuer reihen sich hier im Gegensatz dazu zu einer Gesamtstory aneinander.
Raumschiff Promet war und ist puristische Abenteuerliteratur im Weltraum. Wer also leicht aber auch gut und
spannend unterhalten werden möchte, der liegt mit "Raumschiff Promet – Von
Stern zu Stern" genau richtig!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen