Dienstag, 20. Oktober 2020

Professor Zamorra 1210 - An der Grenze zum Wahnsinn - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erschienen am 13.10.2020
Cover von Shutterstock

Aus dem Augenwinkel sah Lucia eine Bewegung zwischen den Bäumen, die am Rand des Parkplatzes wuchsen und unter deren Kronen sich die Schatten ballten.
War da nicht eine hochgewachsene, hagere Gestalt mit spitzen Ohren?
Dort wo sich der Schädel befinden musste, glommen zwei Lichter wie glühende Kohlen, in deren Mitte sich jeweils ein winziger schwarzer Punkt abzeichnete.
Lucia blinzelte, wischte sich über die tränenden Augen. Als sie wieder klar sehen konnte, war der Spuk verschwunden. Ebenso wie Karol.
Ein Wimmern floss über Lucias Lippen ...

Im aktuellen Band von Professor Zamorra setzt Ian Rolf Hill die Geschichte um Lucia Nowak aus seinem Serien-Debütroman "Grabgesang" fort. Ein Roman der mich damals sehr berührt und beindruckt hat. Die Thematik um Kindesmissbrauch war für einen Heftroman heikel und ungewöhnlich, wurde aber mit Fingerspitzengefühl im Mix mit den phantastischen Elementen präsentiert und schuf so zusätzlich eine bedrückende und düstere Atmosphäre.

So ähnlich ist es auch im ersten Teil der zweibändigen Fortsetzung der Geschichte um Lucia. Der Roman schlägt größtenteils leise Töne an. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Lucias Schicksal und ihren Problemen nach dem Vorfall in Pechern. Nach diesem ist Lucia in eine psychiatrische Einrichtung in Berlin eingewiesen worden und hat dort nicht nur mit ihrer Zimmergenossin Sabrina, sondern auch mit sich selbst zu kämpfen. Hinzu kommt noch, dass eine unheimliche Kreatur, die Lucia verfolgt, sie aus der Bahn wirft. Professor Zamorra und Nicole Duval wollen dem Mädchen helfen und ermöglichen einen Besuch ihrer Mutter. Dazu kommt es aber nicht, da auch in Pechern das Grauen zurückgekehrt ist und Antonia Nowak in die Fänge eines Vampirs gerät und diesem zum Opfer fällt. Doch damit ist der Besuch bei ihrer Tochter noch nicht endgültig abgesagt und Zamorra und Nicole müssen erneut in den Fall eingreifen.

Viel passiert eigentlich nicht in diesem ersten Teil. Und doch fesselt mich Lucias weitere Lebensgeschichte die hier im Vordergrund steht. In kürzester Zeit ist mir die Handlung aus dem ersten Roman wieder lebhaft im Gedächtnis. Dennoch liegt mir der Fokus zunächst zu sehr auf Lucia. In der zweiten Hälfte kommt dann auch der Gruselfaktor nicht zu kurz und Ian Rolf Hill konstruiert eine spannende und interessante Story. Auch die amüsanten Stellen kommen nicht zu kurz und wieder zeichnet der Autor humorvoll die Interaktionen zwischen dem Prof und Nicole. Schön lockern auch ansonsten einige saloppe Dialoge den Roman auf. Wieder ein guter und solider Beitrag zu Professor Zabaione oder so ähnlich, der mir vier Sterne entlockt!

⭐️⭐️⭐️⭐️

Freitag, 16. Oktober 2020

Maddrax 544 - Mit Zähnen und Klauen - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erscheint am 24.11.2020
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In diesem Band gibt es ein Wiedersehen mit Ydiel und den Bewohnern der Reptilienstadt Rhaaka in Yucatán! Als Worrex das Portal öffnet, gibt es schockierende Neuigkeiten. In der in die Parallelwelt versetzten Menschensiedlung Méda grassiert eine Seuche, die möglicherweise von den Sauroiden übertragen wurde. Die verzweifelten Wissenschaftler forschen nach einem Impfstoff, doch die Ressourcen sind begrenzt und die Kommunikation mit den Sauroiden gestaltet sich noch immer schwierig. Doch noch ahnen die Menschen nicht, wie ernst die Lage wirklich ist ...


Maddrax 543 - Die Insel des Atlas - von Simon Borner

Geschrieben von Simon Borner
Erscheint am 10.11.2020
Cover von 

Nachdem die erste Versiegelung eines Portals erfolgreich verlaufen ist, will Worrex in die Domäne zurückzukehren. Doch da öffnet sich ein weiteres Parallelwelt-Areal – mitten im Atlantik! Erst unbemerkt, weil es, abgeschirmt von der Satellitenortung, auf dem Meeresgrund entsteht. Erst als sich die Hydriten melden, forscht Worrex nach und erklärt, dass ein Archivar vor über 3000 Jahren an dieser Stelle eine Insel mit revolutionärer Technik besucht hat! Dann eröffnet ihnen Quart'ol, der zu den Gefährten stößt, dass Ei'don der Legende nach damals in diesem Gebiet verschwand. Was, wenn er mit dem Weltentausch jetzt in der Gegenwart gelandet ist?

Maddrax 541 - Genese - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erscheint am 13.10.2020
Cover von Shutterstock
 
Die Jagd nach den Kriegern des Lichts nähert sich ihrem Zielpunkt! In einem Endlager für atomare Brennstäbe wartet mehr Energie auf die drei Krieger, als sie verwerten können –und ihre Bestimmung! Als Matt und seine Gefährten dort ankommen, scheinen die Verfolgten nicht mehr vor Ort zu sein, doch das ist ein Trugschluss!

In diesem Band gipfelt die Geschichte um die Krieger des Lichts in einem gewaltigen Showdown. Doch jedes Ende ist auch die Genese von etwas Neuem

Die Krieger des Lichts erreichen angeschlagen eine Wüstenebene, nachdem sie aus Saaltleyk geflüchtet waren. Dort wittert Olivia eine neue Energiequelle. Denn in dieser Todeszone befindet sich ein Endlager für atomare Brennstäbe. Doch auf ihrem Weg zu dieser Quelle werden sie von unzähligen, mutierten Scorpocs angegriffen und der verletzte Sidemore fällt scheinbar dem größten Exemplar zum Opfer. In diesem Kampf kommt ihnen dann aber eine Gruppe die sich selbst Salties nennt zu Hilfe. Die Saties, gezeichnet durch die Strahlung Ihrer Siedlung Nimbus III, setzen die geschwächten Krieger jedoch fest. Währenddessen finden auch Matt, Worrex, Rulfan und Aruula wieder zusammen und treffen kurze Zeit später ebenfalls bei den Bewohnern von Nimbus III ein. Scheinbar sind die Krieger des Lichts nicht mehr hier, doch dies ist ein Trugschluss. Olivia Canning plant den letzten großen Schlag und der gar nicht so tote Sidemore greift ebenfalls noch einmal in den letzten Kampf ein ...

Da ist es nun. Das erste kleine, große Finale des aktuellen Zyklus, in dem der Handlungsfaden um die Krieger des Lichts beendet wird. Und der Autor reißt mal wieder ein actiongeladenes Feuerwerk ab. Ich weiß nicht, ob ich seinen Kommentar auf Facebook richtig gedeutet habe in dem er auf eine Hommage an einen umstrittenen Genrefilm hinweist. Mir kam bei den Salties, dem atomaren Endlager und der Location sofort „The Hills have Eyes“ in den Sinn und bei den Scorpocs hatte ich die wimmelnden Leiber der Bugs aus „Starship Troopers“ vor Augen. Und genau diese Elemente und noch mehr bietet der vorliegende Roman. Zum einen die Scorpocs, die in der Todeszone herrschen und die Salties, die gezeichnet durch die Strahlung des Endlagers um ihr Leben in der feindlichen Umgebung kämpfen. Und dann noch die Krieger des Lichts und unsere Helden als Verfolger, die das Prionen-Wesen wieder aus Olivia extrahieren müssen. Der Weg zu dieser Genese ist ein echter Kracher geworden. Auch gelungen ist es, wie Olivia über die Okkupation von Worrex aufgeklärt wird und die anschließende titelgebende Genese. Selbst ein Wiedersehen mit Miki Takeo gibt es am Schluss als es darum geht, die „Anleitung“ aus dem Stasisbehälter zu entschlüsseln. Nicht unerwähnt soll Sidemores Verwandlung in ein Hybridwesen sein. Dies und die epische Schlacht in Nimbus III sind nur zwei weitere der zahlreichen Höhepunkte dieses Bandes, für den mir fünf Sterne eigentlich nicht ausreichen.

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Professor Zamorra 1209 - Die toten Mönche von Llamphong

Geschrieben von Oliver Müller
Erschienen am 29.09.2020
Cover von Shutterstock

Die Männer waren nicht verletzt, sie waren eindeutig tot. Ihre Augen, die wie schwarze Steine in den ausdruckslosen Gesichtern lagen, sahen ihn blicklos an. Sie öffneten den Mund und stöhnten auf.
Plötzlich bewegten sie sich deutlich schneller. Zamorra wich zurück, konnte nur knapp dem Griff des Ersten ausweichen. Hier in der Schlucht war kaum Platz für einen Kampf. Darauf wollte er es auch gar nicht ankommen lassen.
Er rief das Amulett. Sofort materialisierte es in seiner Hand. Er verschob die erhaben gearbeiteten Glyphen und aktivierte seine stärkste Waffe. Silberne Blitze schossen daraus hervor und schlugen dem ersten Untoten in die Brust ...

Im Château Montagne geschehen merkwürdige Dinge. Wie ein Poltergeist ziehen diese Phänomene die Aufmerksamkeit der Bewohner auf sich. Professor Zamorra deutet die Zeichen und erkennt den Hilferuf eines Freundes aus ferner Vergangenheit.

Im Kloster Llamphong in Tibet sterben zwei Mönche kurz aufeinander durch unbekannte Ursache. Der Körper des ersten Toten, ein junger Mönch namens Lindao, verschwindet vor der Bestattungszeremonie spurlos. Der alte Mönch und Lehrmeister Gyungo Tensöng möchte seinen ehemaligen Schüler Professor Zamorra um Hilfe bitten. Doch die technische Kommunikation gestaltet sich unerklärlicherweise als unmöglich und so greift der Mönch zu übernatürlichen Mitteln um seinen alten Freund herbeizurufen.

Professor Zamorra meets Doktor Strange. Bei Oliver Müllers zweitem Alleingang  im Zamorra-Universum begleiten wir den Parapsychologen nach Nepal. Zunächst in einem schönen Rückblick in die 70er Jahre und seiner Ausbildung vor Ort und dann fünfzig Jahre später in der Gegenwart. Sein Lehrmeister Gyungo bittet um Hilfe in einem mysteriösen Fall. Zunächst dachte ich schon an eine direkte Fortsetzung der Geschehnisse aus den Vorgängerbänden und die neuen Mitbewohner auf Chateau Montagne wären für die Phänomene verantwortlich. Aber ich wurde mit einer Überraschung eines Besseren belehrt. Ein schöner Ausflug mit übersinnlich begabten Mönchen und einem mysteriösen Mordfall sind die Kernelemente dieser Folge. Kurzweilig und mit einem launischen Rückblick auf Zamorras Erlebnissen in Tibet in jungen Jahren liefert Oliver Müller die erste Hälfte des Romans praktisch als Einleitung zum aktuellen Fall ab. Dann geht es für den Professor selbst wieder nach Tibet um seinem ehemaligen Lehrer Gyungo im Kampf gegen einen Hungergeist beizustehen. Dabei machen wir einen Ausflug ins frühe 19. Jahrhundert und lernen die Geschichte und den Ursprung des Geistes kennen. Über die Selbstmumifizierung buddhistischer Mönche, Sokushinbutsu genannt, hatte ich kürzlich eine Dokumentation gesehen und war schockiert, fasziniert und sprachlos. Genauso erging es mir nun wieder bei der vorliegenden Geschichte die somit auf realen Hintergründen fußt. Oliver Müller beschreibt in der zweiten Romanhälfte eindrucksvoll Larseng Byardos Weg in die Selbstmumifizierung aus der die spätere Bedrohung für Professor Zamorra hervorgeht. Für das Kloster und seine Mönche endet der Kampf gegen den Hungergeist nicht gut. Aber Zamorra und wir bekommen dafür zukünftig einen neuen Mitstreiter zur Seite, der in Château Montagne ein neues Zuhause findet.

Die Story war klasse und hätte von der Thematik und der Geschichte einen Zweiteiler verdient. Trotzdem schafft es Oliver Müller die Geschichte gut und ohne Abstriche in einem Heftroman zu packen. Besonders die Erlebnisse des jungen Zamorra und die Einbindung um die Thematik des Sokushinbutsu hat mich gefesselt. Wieder ein Zamorra der fünf Sterne verdient!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Dienstag, 6. Oktober 2020

Maddrax 542 - Auf Blut gebaut - von Stefan Hensch

Geschrieben von Stefan Hensch
Erscheint am 27.10.2020
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Im nächsten Band kehren die Freunde dorthin zurück, wo ihr Parallelwelt-Abenteuer begann: nach Lancaster. Dort hat sich seitdem einiges verändert – und nicht zum Guten! Besucher aus der anderen Welt kamen durch den flackernden Riss in Raum und Zeit; Kreaturen, die das Sonnenlicht fürchten und sich von Blut ernähren!
Um der Bedrohung zu begegnen, schmiedeten die Stadtoberen einen Plan – und machten den Bock zum Gärtner! Matt und Co. müssen nun retten, was noch zu retten ist ...

Donnerstag, 1. Oktober 2020

Maddrax 540 - Der Giftplanet - von Oliver Müller

Geschrieben von Oliver Müller
Erschienen am 29.09.2020
Cover von Shutterstock

In diesem Band kehren wir nach Rom zurück und folgen den Spuren des Ballonfahrers und Kartographen Alexander Pofski und seiner Tochter, die auf ihrer Reise eine unfassbare Entdeckung machen, dort, wo einst die Ewige Stadt aufragte. Ein Abenteuer, das sie in die Vergangenheit führen wird, auf eine Erde, in der das Leben in Bodennähe unmöglich geworden ist. Doch leider kann sich auch ein Luftschiff nicht unbegrenzt über den Wolken halten – selbst wenn in der Tiefe der Erstickungstod droht ...

Ein weiteres Parallelwelt-Areal tauscht den Platz mit dem Monaco der dunklen Zukunft. Doch diese Welt ist noch düsterer. Denn dort ist die Erde des 22. Jahrhunderts durch Klimakatastrophen zum unbewohnten Giftplaneten geworden. Die Menschen können auf diesem Planeten nur unter Schutzkuppeln überleben. Alexander Pofski und seine Tochter Irmela werden mit dem Areal in diese Parallelwelt versetzt und Irena muss in der vergifteten Stadt mit anderen versetzten Menschen um ihr Leben kämpfen.

Nun ist der Klimawandel auch bei Maddrax angekommen. Zumindest in einer neuen Parallelwelt. Wenn schon kein Komet einschlägt, dann müssen es die Bewohner in Oliver Müllers Welt halt selbst in die Hand nehmen, ihren Planeten in eine dunkle Zukunft zu führen. Fundiert und erschreckend gut konstruiert, schildert er das mögliche Schicksal einer fiktiven Erde. Neben Alexander Pofski und seiner Tochter gibt es eine Rückkehr in bekannte Gefilde und zu Charakteren, an die ich mich noch gut erinnern kann. Monaco, Hoorge, die Superfrüchte und die Meffia sind wirklich haften geblieben als wäre es gestern gewesen.

Leider trüben die gute Story und mein Lesevergnügen immer wieder abschweifende Gedanken. Vielleicht bin ich nach vierzig Heften und fast ebenso vielen Parallelwelten der Thematik etwas überdrüssig geworden. Die Romane sind zwar immer abwechslungsreich, bringen aber meistens die Grundhandlung wenig voran. Der aktuelle Zyklus erinnerte mich oft an die Serie „Sliders“, die ich sehr mochte. Doch die Weiterentwicklung der Charaktere und der Handlung war mir im bisherigen Zyklus zu wenig. Beziehungsweise gibt es auch viele Einzelschicksale aus Einzelabenteuern die bisher leider noch nicht weiterverfolgt wurden. Aber das ist wirklich jammern auf hohem Niveau. Wenigstens hetzen diesmal Matt und Co. nicht noch einmal als Apokalypse-Feuerwehr dem aktuellen Phänomen hinterher, da es ein totes Areal ist und GRÜN „grünes Licht“ gegen einen Einsatz gibt. Sie bleiben weiter auf der Spur der Krieger des Lichts. Und so gibt es dann endlich im kommenden Heft ein erstes kleines Finale und wir kommen hoffentlich der Lösung des Problems etwas näher.

Die Story an sich ist aber wie schon erwähnt wieder sehr gut. Mit Pofski, Irmela und Hoorge wurden gute Charaktere wahrscheinlich unwiederbringlich auf den Giftplaneten versetzt. Gut finde ich auch, dass Oliver Müller noch einmal den umgekehrten Weg in der Handlung gewählt hat und wir in eine Parallelwelt mitreisen. Rein subjektiv ziehe ich ein kleines Sternchen für meinen persönlichen Thematik-Überdruss ab und ziehe dennoch meinen Hut vor der guten und spannenden Story von Oliver Müller.

⭐️⭐️⭐️⭐️

Montag, 21. September 2020

Maddrax 539 - Das Buch Koolob - von Simon Borner

Geschrieben von Simon Borner
Erschienen am 15.09.2020
Cover von Shutterstock


Kurz vor Salt Lake City haben die Krieger des Lichts ihren Frekkeuscher zuschanden geritten. Auf der Suche nach einem anderen Transportmittel treffen sie auf eine Mormonen-Gemeinschaft, die auf die Ankunft des Planeten Koolob wartet. Da Jared Mayham dem Gründervater Joseph Smith ähnlich sieht, nutzen die drei Krieger ihre neu gewonnenen telepathischen Kräfte, um den geistig labilen Anführer davon zu überzeugen, er wäre Smith, und um eine Bastion gegen ihre Verfolger zu schaffen.

Mit „Das Buch Koolob“ bringt uns Simon Borner ins postapokalyptische Salt Lake City, und dort zu einer Mormonen-Gemeinschaft. Die Krieger des Lichts infiltrieren diese und nutzen dazu die Ähnlichkeit von Jared Mayham zu Joseph Smith, dem Gründervater der Mormonen. Sie manipulieren so den Anführer Adams, der an eine Wiederkehr des Gründers glaubt und nutzen die Gemeinschaft im Kampf gegen Ihre Verfolger Aruula und Rulfan. Die beiden sind, während Matt und Worrex einen weiteren Parallelwelt-Einsatz haben, den unter Okkupation des Tachyonen-Wesens übernatürlich starken Kriegern weiter auf den Fersen. Bei der Verfolgung treffen sie auf die Mormonin Kara Thrace die aus der Mormonen-Siedlung geflüchtet ist und können sie als Verbündete gewinnen. Aruula, Rulfan und Kara verschanzen sich am Pumpwerk des Dorfes und manipulieren dieses um die sogenannten Runner der Gemeinschaft und die Krieger des Lichts anzulocken. So kommt es schließlich zu einer weiteren Konfrontation.

Wieder einmal bedient sich Simon Borner (wie auch seine Serien-Autorenkollegen) eines gegenwärtigen Hintergrundes und projiziert diese in die dunkle Zukunft der Erde. Im aktuellen Band sind es die Mormonen und eine Geschichte aus dem Buch Abraham, die sich um den Stern oder Planet Kolob dreht, der Ursprung unserer Zivilisation sein soll. Joseph Smith , der Gründer der „Bewegung der Heiligen der Letzten Tage“ und Verfasser des Buch Mormon zeichnet für deren Glauben und Geschichte verantwortlich. Genau dieser Gründervater wird indirekt zum Instrument der „Krieger des Lichts“ in Simon Borners Grundidee zum vorliegenden Roman.

Die Geschichte hat in der ersten Hälfte eine schöne, wenn auch seltsam ruhig anmutende Atmosphäre. Stärker als sonst kommt der postapokalyptische Charakter in der Story durch. Dazu trägt die zukünftige Version der Mormonen bei, aber auch die Idee der Runner. Auch zwischen den Zeilen gibt es sehr viel zu entdecken. Kara Thrace und die Rolle der Frauen in der Mormonen-Gesellschaft zum Beispiel. Oder die Glaubensansätze der Mormonen, die der Roman zwar oberflächlich, aber doch gut vermittelt. Es wirkt atmosphärisch fast schon wie eine Folge von "The Walking Dead" bei der es nicht mehr vordergründig um die wandelten Toten geht, sondern um die Interaktion der Menschen. So stören mich dann schon fast die Kampfszenen am Ende der Story, und die erneute Vertagung des Showdowns. Eine gute Story der aber irgendwie der letzte Pepp fehlte. Vier Sterne verdient der ungewöhnliche Roman aber auf jeden Fall.

⭐️⭐️⭐️⭐️

Donnerstag, 17. September 2020

Professor Zamorra 1208 - Festung der Nacht - von Adrian Doyle

Geschrieben von Adrian Doyle
Erschienen am 15.09.2020
Cover von Sandobal

Ein Tyrann sucht die Unsterblichkeit – und erschafft die Höllensterne!

Welches Geheimnis verbirgt sich wirklich in der unterirdischen Anlage, auf die Zamorra und Nicole bei Nazca gestoßen sind?
Verzweifelt macht sich Zamorra auf die Suche nach seiner verschwundenen Gefährtin. Doch auf was er stößt, ist weit grauenvoller, als selbst sein Verstand sich jemals hat vorstellen können!

In der Vergangenheit erfüllt sich Kelans Schicksal nach einigen Irrungen und Wirrungen und der Auseinandersetzung mit seinem Ziehvater Thibaut. Kelans Geschichte stellt auch letztendlich die Verbindung zu den Vorgängen in Peru her. Zamorra enträtselt bei seiner Suche nach der verschollenen Nicole die Geheimnisse der Anlage in Nazca und erfährt auch von Kelans und Carries Rolle in diesem Mysterium. Nicole enthüllt währenddessen unfreiwillig die Hintergründe zur Entstehung der Nazca-Anlage und seiner „Herrin“.

Um welche titelgebende Festung es sich handelt, ist auch zu Beginn des Romans schon kein Geheimnis mehr. Wie es dazu kam schon. Der Roman setzt den fulminanten Schlusspunkt einer sehr guten Tetralogie und bringt Licht in die Fragen rund um die Amulett-Schwemme ohne alle endgültig und abschließend zu beantworten. Davon lebt die Geschichte auch größtenteils. Von Enthüllungen und Wendungen und der Spannung um den Verbleib von Nicole. Welche Rolle die unterirdischen Anlagen in Peru spielen, blieb mir bis zum Schluss verborgen und war für mich die größte Motivation in den vier Bänden. Die Verbindung zu Erich von Dänikens Theorien (Ancient Aliens lässt grüßen) entlockten mir ein freudiges Grinsen. Hatte ich diesen Gedanken bei diesem Setting doch von Beginn an im Kopf. 

Auch wenn ich die Vorgängerbände um die Amulett-Schwemme nicht gelesen habe, so erschließt sich mir weitgehend alles und wirkt schlüssig. Die Geheimnisse und Erlebnisse von Muyal, Carrie, Kelan, Tibaut und dem Golem sind geschickt miteinander verwoben und über die vier vergangenen Bände schön aufgebaut worden. Und das Ende bietet noch einmal einen fabelhaften und unerwarteten Höhepunkt, der die Leser auch auf die künftigen Romane der Grundhandlung einstimmt.

Ich bereue es immer wieder, dass ich erst so spät zu dieser Serie gefunden habe. Der Mix ist einfach fantastisch und abwechslungsreich. Ich werde (wie bei Sinclair) immer mal wieder reinlesen, soweit es die Zeit erlaubt. Vielleicht auch ein bisschen öfter. Danke Manfred, für diese gute Unterhaltung in den letzten Wochen! Die fünf Sterne für diesen Roman und die Tetralogie insgesamt hast du dir verdient.

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Dienstag, 15. September 2020

Markus Heitz - Die Meisterin: Der Beginn

Autor: Markus Heitz
Erscheinungstermin: 02.03.2020
Paperback, 480 Seiten
ISBN: 978-3-426-22675-9
Preis: 14,99 Euro
             
Eine uralte Familien-Fehde, eine unbekannte Bedrohung aus der Anderswelt und eine Frau, die alles aufs Spiel setzen muss – fesselnder Mix aus Fantasy und Thriller-Elementen von Bestseller-Autor Markus Heitz.

Seit Jahrhunderten bemüht sich die Heilerin Geneve Cornelius um Neutralität in der ewigen Fehde ihrer Familie mit der Scharfrichter-Dynastie der Bugattis. Doch dann wird ihr Bruder im Hinterhof eines Londoner Pubs brutal enthauptet. Ein Racheakt, der den uralten Zwist zwischen den Scharfrichter-Familien Bugatti und Cornelius anfachen soll – so scheint es zumindest. 
Denn zur gleichen Zeit häufen sich in Geneves Heimatstadt Leipzig unheimliche Vorfälle. Die Anderswelt mit ihren mystischen Kreaturen ist in Aufruhr. Die unsterbliche Heilerin ahnt, dass ihr eine Entscheidung bevorsteht: Behält sie ihre Neutralität bei oder nimmt sie gegen all ihre Überzeugungen den Kampf gegen die unbekannte Bedrohung auf und findet dabei vielleicht den Tod?

Ich mag die Romane von Markus Heitz. Besonders jene, die er abseits der High Fantasy schreibt. In den letzten Jahren hatte er mit seinen Romanen (außer den beiden "Wedora"-Bänden und "Die Klinge des Schicksals") den Fokus auf einen Genremix mit den Schwerpunkten Fantasy, Historie, Thriller, Horror und Dark Fantasy gelegt. Besonders diese Romane in denen er Fantasy mit Historie verknüpft (und das passiert bei Heitz oft) finde ich richtig toll.

Auch "Die Meisterin" bietet historisches und bleibt dabei dennoch fantasylastig. Geneves Geheimnisse und ihre Familiengeschichte werden wohldosiert mit Rückblicken in die Vergangenheit und einer zweigleisigen Gegenwartsebene gelüftet. Der Plott ist ansprechend und bleibt spannend bis zum Schluss. Besonders die Geschehnisse um die Schatten in der Vergangenheit haben mich gefesselt. Sehr schön ist auch die historische Aufarbeitung zu den Hintergründen der Henkerzunft und der Inquisition über die Jahrhunderte in Europa. Heitz lässt die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion einmal mehr gekonnt verschwimmen und verleitet mich mit seinen Verweisen öfter zur Internetrecherche um mehr über die Themen zu erfahren.

Das Cover wirkte zunächst sehr feminin auf mich und war damit vermeintlich eher an die weibliche Leserschaft gerichtet. Gott sei Dank habe ich mich nicht davon abschrecken lassen. Denn trotz des "Romance-Charakters" des Titelbildes lässt Markus Heitz die Liebesgeschichte vorerst noch fast gänzlich außen vor.

Ich war begeistert von der Welt der Henkerclans und der Anderswelt die Heitz in unsere Welt und der Gegenwart platziert hat. Und wieder einmal hat er Leipzig als Dreh- und Angelpunkt der Handlung erkoren. Warum dies so ist, erfahren wir im Vorwort.
Der Auftakt der geplanten Trilogie entlockt mir fünf Sterne und der Nachfolgeband liegt bereits lesebereit auf meinem SuB.

 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Freitag, 11. September 2020

John Sinclair 2200 - Wo das Böse sich erhebt - von Marc Freund

Geschrieben von Mark Freund
Erschienen am 08.09.2020
Cover von Timo Wuerz

„Falscher Alarm“, stellte Ron Cooley enttäuscht fest.

Er warf die Palmenzweige beiseite, die ein Lager von Wasserflaschen im Sand verdeckt hatten. Die meisten von ihnen waren noch randvoll. Der private Grenzschützer schob seine Mütze in den Nacken und kratzte sich am rotblonden Haaransatz, während er seinen Blick über die karge Wüstenlandschaft wandern ließ. „Ich bin mir da nicht so sicher, Dad“, ertönte einige Meter weiter die Stimme seiner Tochter Vicky. „Ich denke, das hier solltest du dir ansehen. Sieht aus, als hätte es hier einen bei lebendigem Leib zerrissen!“

Während im Kloster in der Sonora-Wüste Asmodi eine Armee aus Skelettkriegern und Höllenskorpionen in den Kampf schickt, nähert sich auch der Wendigo dem Schauplatz. Aber auch Mathias tritt auf den Plan um Asmodis Kampf gegen die Abtrünnigen zu unterstützen. John Sinclair, Suko und die anderen Mitstreiter gehen mit in die Auseinandersetzung. Die erste Welle kann abgewehrt werden und so wird die Suche nach dem Verbleib der Höllenscheibe fortgesetzt. Die Unsterblichkeit der Mönche des Klosters führt auf die richtige Spur. Das Wasser des Klosterbrunnens ist dafür verantwortlich. Also vermuten die unfreiwillig Verbündeten, dass dort auch die Höllenscheibe ihren Aufenthalt hat. Beim Versuch diese zu bergen tritt aber ein weiterer gefährlicher Gegner auf den Plan. Der Abkömmling eines Großen Alten in Spinnengestalt setzt den Kampfgefährten zu. Doom wird dabei schwer verletzt. Ein unterirdisch angelegter Weg führt von dem Brunnen an den Ort, wo Ichtaca die Scheibe damals im Wüstensand versteckt hatte. Nur steht dort mittlerweile ein Einkaufszentrum. Und dieses wird Ort eines wahrlich höllischen Showdowns.

Wahnsinnig rasant werden die Ereignisse aus dem ersten Teil von Marc Freund In dieser Woche fortgesetzt. Der Roman beginnt ohne Unterbrechung beim Kampf  gegen Asmodis Schergen im Kloster. Dann geht es atemlos und Schlag auf Schlag bis zum genialen, dramatischen Ende. Was Marc Freund in dieser Folge auffährt ist unfassbar. Er versammelt in diesem Roman alle Bösewichte mit Rang und Namen bis zum Herr der Hölle selbst und lässt keine Minute ungenutzt um Dramatik, Spannung und Wendungen einzubauen. Alles wirkt so gut konstruiert und ist so toll umgesetzt, dass ich mir noch zehn Teile gewünscht hätte. In meiner Zusammenfassung verrate ich ja schon einiges. Aber selbst das ist nur ein Bruchteil dessen, was der Roman auf nur 64 Seiten und zwischen den Zeilen beinhaltet. Die entführte Familie aus dem ersten Teil spielt dabei auch noch eine tragende Rolle. Genauso wie ein Grenzschützer und seine Tochter, die dem Wendigo folgen. So macht Sinclair Spaß und ist modern und zeitgemäß umgesetzt. Die „neuen“ Autoren um Jason Dark schaffen nach und nach ein aktuelles und gutes Bild der Serie, ohne mit Traditionen zu brechen. Diese Doppelfolge wäre eigentlich mehr als fünf Sterne wert!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Montag, 7. September 2020

John Sinclair 2199 - Der Gejagte der Hölle - von Marc Freund

Geschrieben von Marc Freund
Erschienen am 01.09.2020
Cover von Timo Wuerz

Zum Schluss war er nur noch gerannt. Nahezu blind, immer geradeaus. Es gab nur diese eine Chance für ihn. Wenn er sie nicht nutzte, war ohnehin alles vorbei.
Dann, die letzten Barrieren. Fast kam es ihm wie ein Wunder vor, dass niemand dort war, um ihn aufzuhalten. Vor seinen Augen flirrte und flimmerte die Luft. Hinter ihm ertönte mit einem Mal ein Geräusch.
Die Häscher nahten!
Ichtacas Füße kamen zum Stehen. Gerade noch rechtzeitig, um nicht in die tiefe Spalte zu stürzen, die im Zickzack durch den ausgetrockneten Boden verlief. Ein fauchender Laut in seinem Rücken, etwas loderte heiß und züngelnd auf. Der Flüchtende setzte alles auf eine Karte ... und sprang!

Aufgrund eines Zweiteilers zum anstehenden „kleinen Jubiläum“ bei John Sinclair mit Band 2200, rezensiere ich auch mal wieder einen Roman der Serie. Beziehungsweise zwei.

Zunächst ist einmal das tolle Covers des von mir verehrten Timo Wuerz erwähnenswert. Ich mag seinen Stil einfach sehr. Der Autor des Bandes, Marc Freund, ist mir durch Dark Land kein unbekannter. Diese Serie habe ich unabhängig von Sinclair gelesen und sie hat mich begeistert. Dark Land (und damit auch Marc Freund) hat mich wieder auf das gute alte Horrorgenre im Heftroman aufmerksam gemacht. Seither lese ich immer mal wieder neue und alte Sinclair-Romane oder auch den Gespenster-Krimi.

Im vorliegenden Band mischen eine Menge alte Bekannte mit. Ausgangspunkt der Handlung ist eine goldene Scheibe, die geschützte Geheimnisse der Hölle enthält. Diese wird im späten Mittelalter von dem Azteken Ichtaca, einem abtrünnigen Diener Satans, in einem Kloster in Mexiko versteckt. In diesem endet vorläufig seine Flucht vor den Schergen Satans. Schließlich findet ihn aber dort Aluka, die weiße Hexe. Nach einem letzten Kampf, in dem Ichtaca und die Hexe verbrennen, ist dort auch Endstation für das Artefakt. In der Gegenwart versammelt der Spuk nun etliche Schergen um sich und entsendet sie zu diesem Kloster um das Artefakt zu bergen. John Sinclair und Suko werden, während sie der Spur des Wendigo folgen, von dem Spuk auf diese Ereignisse aufmerksam gemacht und folgen, trotz einer voraussehbaren Falle, den Hinweisen.

Es dauert etwas bis ich in die Handlung finde. Die erste Hälfte des Romans spielt in zwei Handlungsebenen. Eine beschäftigt sich mit Ichtacas Geschichte, seiner Flucht und dem Artefakt. Die zweite mit den Plänen des Spuks und John Sinclairs Reise zum Kloster. Aber auch die Spießgesellen der Hölle müssen auf herkömmlichen Weg nach Mexiko reisen und nutzen dabei das Wohnmobil einer Familie, die sie als Geisel nehmen. Kommt jemandem bekannt vor? From Dusk Till Down! Daran musste ich die ganze Zeit denken. Aber dennoch kommt die Szene nicht abgekupfert rüber, sondern ist überaus spannend geschildert. Auch der Rest des Romans unterhält und begeistert mich. Ein wirklich guter Auftakt auf dessen Fortsetzung morgen ich mich extrem freue! Fünf Sterne!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Professor Zamorra 1207 - Orden der Nacht - von Adrian Doyle

Geschrieben von Adrian Doyle
Erschienen am 01.09.2020
Cover von Sandobal


Der auf gespenstische Weise entstandene Riss im Boden war für Emeric Rifaud, den Agenten der französischen Section Spéciale, einmal mehr Beleg dafür, wie die Welt, in der er lebte, wirklich gestrickt war. Dass es noch eine Ebene neben der sichtbaren gab, unberechenbar und magisch.Der Eingang in die Unterwelt, vor dem er Position bezogen hatte, war gut drei Meter lang und anderthalb Meter breit. Wie tief er ging, war aufgrund eines magischen Phänomens durch Augenschein...

Mit „Orden der Nacht“ liegt nun schon der dritte von vier Sternensage-Bänden vor. Obwohl ich bisher eher von einem Prolog (Band 1205 „Ein Flüstern in der Tiefe“) und der „Ordenstrilogie“ (1206 „Ritter der Nacht“, 1207 „Orden der Nacht“ und Band 1208 „Festung der Nacht“) sprechen würde. Aber ich warte noch den Abschlussband ab um mir ein abschließendes Urteil zu bilden und ein Gesamtbild zu erhalten.

Nachdem sich der letzte Band fast ausschließlich mit Kelan in der Vergangenheit beschäftigte, wird hier wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart gewechselt. Die Handlung wird nach einem kurzen Rückblick zu Ereignissen in Peru um Christi Geburt nahtlos mit Kelans Kampf gegen die Geoglyphenmonster aus dem letzten Band fortgesetzt. Die Fäden werden weiter zusammengeführt und das Gesamtbild klarer. Nicole und Zamorra  kommen in der Gegenwart in Peru den Hintergründen in den Katakomben unter dem Wüstenboden näher, während wir in der Vergangenheit mit Kelan auch mehr und mehr Informationen zu den „Negativ-Sternen“ und seiner entscheidenden Rolle in dem großen Ganzen erhalten.

Dieser Band war durch die wechselnden Handlungsebenen sehr abwechslungsreich und spannend und hat mir bis jetzt am besten gefallen. So langsam bin ich auch richtig drin in der Gesamthandlung. Ein zwar nicht ganz unerwartetes, aber dennoch dramatisches Ende in beiden Handlungsebenen lässt mich dem letzten Band entgegenfiebern. Fünf Sterne Unterhaltung!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Maddrax 538 - Die Stunde des Despoten - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erschienen am 01.09.2020
Cover von Néstor Taylor



Was Matthew Drax noch nicht ahnt: Das neue Parallelwelt-Areal in Kentucky ist dort entstanden, wo ein gewisser Colonel Aran Kormak in Fort Knox einen entscheidenden Schlag gegen Sub'Sisco vorbereitet. Jedoch nicht als Bösewicht, sondern im Auftrag der US-Regierung und General Drax, um den gefährlichen Terroristen Miki Takeo unschädlich zu machen. Der Weltenwechsel ändert alles – und führt zusammen, was sich nie hätte begegnen dürfen ...

Aran Kormak ist tot, es lebe Aran Kormak! Der Vorankündigungstext hatte diesmal schon sehr viel verraten. Matt eilt mit Worrex zum nächsten Parallelwelt-Areal in Kentucky. Genauso wie ein gewisser Aran Kormak um sich dort in Fort Knox selbst zu begegnen. Diese Tatsache möchte er natürlich in altbekannter skrupelloser Manier für seine Vorteile nutzen und schreckt deshalb auch nicht vor dem Äußersten zurück. Seine Infiltration ist dabei schon ein lesenswerter Teil des Romans. Auch der Rest fesselt mich und beschert uns einen schönen militärisch angehauchten Thriller. Aufgelockert wird das ganze durch Worrex, der sich diesmal als Frau tarnt und dabei recht seltsam und schräg rüberkommt.

Nachdem wir einen zweiten Rulfan, einen zweiten Jacob Smythe und einen zweiten Matt aus einer Prallelwelt schon haben oder hatten, reiht sich nun auch der aktuelle Bösewicht in die Riege der Doppelgänger ein. Im Gegensatz zu den bisherigen ist der Aran Kormak aus der Parallelwelt ein ganz sympathischer Zeitgenosse. Obwohl in dieser vieles ähnlich gelaufen ist und es hier auch Christopher-Floyd und die Daa’muren gegeben hat. Sein Werdegang ist hingegen positiver verlaufen und dadurch sogar eine respektvolle Freundschaft mit Matt möglich. Aran Kormak brodelt innerlich als er dieses Schauspiel nach dem Wechsel aufrecht erhalten muss. Ein schönes Gedankenspiel das bisher so nicht umgesetzt wurde. Umgekehrt wären ein böser Matt oder eine teuflische Aruula auch mal ganz interessant gewesen.

Im Gedächtnis bleibt mir die Szene, in der (und nun alle die den Roman noch nicht gelesen haben sofort die Seite verlassen!) unser Aran Kormak seinen Parallelwelt-Zwilling ermordet und beseitigt um dessen Platz einzunehmen. Versetzt euch einmal in die Lage und fragt euch, ob ihr dazu im Stande wärt euch selbst um die Ecke zu bringen?! Ziemlich creepy. Nun ist die Frage, wie lange das Verwechslungsspiel aufrechterhalten werden kann und welche Auswirkungen für die künftige Handlung es haben wird.

Wieder erwähnenswert ist das fantastische Cover von Néstor Taylor und ein klasse Beitrag von Florian Hilleberg der fünf Sterne verdient hat!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Montag, 24. August 2020

Professor Zamorra 1206 - Ritter der Nacht - von Adrian Doyle

Geschrieben von Adrian Doyle
Erschienen am 18.08.2020
Cover von Shutterstock


Am sich verdunkelnden Himmel zogen Kondore ihre Kreise.
Seit der Tross von Bord gegangen war, hatte Kelan die riesigen Vögel zweimal aus nächster Nähe beobachten können, als sie neben Tierkadavern gelandet waren und sich über das Aas hergemacht hatten. Am meisten beeindruckte ihn ihre Flügelspannweite. Sie erklärte, warum die Einheimischen sie ehrfürchtig Gigantes de los cielos nannten.
Riesen der Lüfte.
Dort, wo Kelan geboren war, gab es nichts Vergleichbares.

Wobei die Kondore, dessen war sich der Ordensmann sicher, noch das Harmloseste war, was hier lauerte.
Wie aufs Stichwort fiel ein Schatten über die karge Landschaft und stahl ihr ihre Farben.


Im zweiten Teil der Tetralogie aus der Feder von Adrian Doyle (Manfred Weinland) machen wir einen Rückblick zu Ereignissen im Mittelalter. An der Seite des jungen Kelan erleben wir dessen Geschichte und Aufnahme ins Heer der Tausend und seinen Weg vom Lichtkrieger zum Ritter der Dunkelheit.

Das Ganze liest sich wie ein guter Fantasyroman. Es geht um Ritter, Geheimbünde und dunkle Mächte. In einigen Bereichen bleibt die Story etwas blass und will auch nicht so recht in Schwung kommen. Andere Teile hingegen fesseln und faszinieren. Mein fehlendes Wissen zur "Amulett-Schwemme" lässt leider auch hier wieder einige Überraschungen verpuffen, obwohl ich viele Dinge ableiten und mir erklären kann. Dennoch bietet dieser Roman wieder eine andere Facette mit einer Handlung und einem Schauplatz ganz ohne Zamorra, und bringt auch mir einige überraschende Momente. Manfred Weinland kann einfach gut erzählen. So ein Fantasyepos in Buchform könnte ich mir durchaus auch von ihm vorstellen. Das er es kann, beweist der vorliegende Band.

Warum diese Geschichte erzählt werden muss, erfahren wir wohl noch ausführlicher in den kommenden beiden Bänden. Der Prolog und das Ende dieses Romans zeigen bereits die Verbindung zu den aktuellen Ereignissen in Peru. Manfred Weinland verspricht in seinem Blog ja die Auflösung des Rätsels um die freigesetzten Sternamulette innerhalb dieser Tetralogie. Ritter der Nacht trägt schon einmal einen großen Anteil dazu bei.
Auch der zweite Teil hat vier Sterne verdient!
⭐️⭐️⭐️⭐️

Freitag, 21. August 2020

Maddrax 537 - Der Bestienmacher - von Sascha Vennemann

Geschrieben von Sascha Vennemann
Erscheint am 14.08.2020
Cover von Shutterstock

Die Gefährten sind in Ogden gestrandet: Jemand hat den Trilithiumkristall aus der RIVERSIDE entwendet! Aber die Zeit drängt, und so brechen Matt, Aruula und Rulfan mit einem Fahrzeug der Community auf, während Worrex die Fahndung nach dem Kristall unterstützt.
Die Kräfte der Krieger des Lichts wachsen derweil immer weiter an, und nach einem telepathischen Kontakt mit Aruula ahnt Olivia Canning um die Verfolger! Da kommen ihnen ihre neuen Kreationen gerade recht: Gejagudoos, gefährliche Erdschlangen, die durch gezielte Mutation zu wahren Bestien werden …


Während Matt, Aruula, Rulfan und der Archivar Worrex in Ogden gestrandet sind, entwickeln die drei verbliebenden Krieger des Lichts unter Führung von Olivia Canning neue ungeahnte Kräfte. Sie können Lebewesen körperlich verändern und telepathisch beeinflussen. Dies nutzen die drei dazu um allerlei postapokalyptisches Getier mutieren zu lassen und gegen die Verfolger einzusetzen. Ein mutierten Gejagudoo hat das Restbewusstsein von Goldstein, dem verstorbenen Krieger des Lichts in sich und wird zum grausigen Verbündeten. Aruula kann durch ihre telepathischen Fähigkeiten die Krieger nicht nur aufspüren, sondern sich Ihnen auch entgegensetzen. Es kommt zur Konfrontation, aber die drei Verbliebenen Krieger des Lichts könnten letztendlich doch noch einmal entkommen. Indessen kümmert sich Worrex um die Suche nach dem entwendeten Trilithiumkristall aus der RIVERSIDE.

Sascha Vennemanns Beiträge in diesem Zyklus sind rar. Umso mehr freue ich mich über den vorliegenden Band, in dem er wieder seine gewohnt gute Erzählstärke zeigt und die Handlung vorantreibt. Die urtümlichen Kreaturen des Maddrax-Universums hatten es ihm scheinbar schon immer angetan. Nicht umsonst nannte er sich in Foren und der Fanbase in den Anfangszeiten der Serie Andro und sein erster Beitrag hatte den Titel „Andronenreiter“. Nun widmet er sich unter anderem Gejagudoos, die von den Kriegern des Lichts für ihre Zwecke missbraucht werden. Das macht Spaß und bringt alten Flair wieder in die Serie. Besonders die Mutationen haben auch mich von Anfang an fasziniert. Sei es Siragippen, Andronen oder wie auf dem Titelbild zu sehen die Gejagudoos. Dieses Titelbild ist auch wieder ein positives Beispiel für gute und passende Shutterstock Motive.

Die neuen Fähigkeiten der Krieger des Lichts verleihen dem Roman eine zusätzliche Dramatik. Das Restbewusstsein von Goldstein in dem mutierten Gejagudoo war ein genialer Kniff. Das alles wurde sehr gut und actionreichen umgesetzt. Lediglich enttäuscht war ich vom Nebenschauplatz um die Suche nach dem Trilithiumkristall und der Vertagung der Entscheidung nach dem dramatischen Finale. Ich dachte, dies wäre der Showdown zwischen den Gefährten und den Kriegern des Lichts. Das trübt aber keinesfalls die gute Unterhaltung und ist vier Sterne wert!

⭐️⭐️⭐️⭐️

Mittwoch, 5. August 2020

Professor Zamorra 1205 - Ein Flüstern in der Tiefe - von Adrian Doyle

Geschrieben von Adrian Doyle
Erschienen am 04.08.2020
Cover von Shutterstock


Palpa, Peru, 1915
Eine einzige Nacht sollte sein Leben verändern.
Als Pepe Diaz an jenem Abend Steine sammelte und auf seinen Eselskarren lud, wie es vor ihm schon sein Vater und Großvater getan hatten, wurde er zuerst von einem Sturm und bald darauf auch noch von der hereinbrechenden Dunkelheit überrascht. Hinter einem Fels suchte er Schutz vor dem Wüten der Elemente. Und wurde dort Zeuge von etwas, das ihn an seinem Verstand zweifeln ließ. „Santa Madre de Dios!“ Am ganzen Leib zitternd bekreuzigte er sich – bevor es ihn hinab in die Unterwelt zog, einem gespenstischen Flüstern entgegen …
 
Ich bin kein Stammleser von Professor Zamorra und damit auch kein Kenner der Serie. Ich habe immer mal wieder rein geschnuppert und bin mit dem Kurzgeschichtenband 1175 "Geh zum Teufel, Zamorra!" erst richtig auf den Geschmack gekommen. Mir gefällt die Mischung aus paranormalem, Scifi und "klassischem" Grusel sehr. Dies hebt sie von John Sinclair und Co. eindeutig ab. Auch der Wechsel von Stand-Alone-Romanen und zusammenhängender Hintergrundhandlung finde ich toll. Die Monster of the Week Romane kann man als Neu- oder Gelegenheitsleser ohne Probleme immer mal wieder konsumieren. Eine tolle Autorenriege hat die Serie auch noch. Was will man mehr.

Im vorliegenden Auftaktband zur Tetralogie von Adrian Doyle aka Manfred Weinland wird aber der rote Faden weitergesponnen. Da Manfred zu meinen absoluten Lieblingsautoren zählt, habe ich es einmal gewagt, in das große Ganze einzutauchen. Hilfe bekomme ich dabei in einem zweiseitigen Rückblick am Anfang des Romans. Das finde ich super und hat mir nicht nur den Einstieg erleichtert, sondern auch gezeigt, was ich bisher tolles verpasst habe. Nachteil ist dabei für mich, dass ich am liebsten sofort alle alten Folgen lesen möchte. Aber leider bin ich im Gegensatz zu Zamorra und Co. nicht unsterblich und meine aktuelle Leseliste reicht bereits bis in die Unendlichkeit.

Zurück zum aktuellen Band. Es fällt mir nicht schwer der Handlung trotz einiger fehlender Hintergrundkenntnisse zu folgen und auch die für mich neuen Charaktere kommen mir sehr schnell vertraut vor. Im ersten der vier Bände spielen Professor Zamorra und Nicole noch keine wirklich tragende Rolle. Es wird eher der Weg bereitet. Viele Aha-Erlebnisse bleiben mir wohl im Gegensatz zu den Stammlesern verwehrt. Das Auftreten manches Charakters war dramatisch dargestellt, bot für mich aber leider keine Überraschung. Dafür haben mich das Setting in Peru und die Thematik um die Geoglyphen von Nazca sofort gepackt. Auch wenn im ersten Band noch nicht wirklich viel und dramatisches passiert, so hat mich der Roman doch gut und kurzweilig unterhalten. Ich gebe der "Einführung" vier Sterne!

⭐️⭐️⭐️⭐️

Dienstag, 4. August 2020

Maddrax 536 - Höllenschlund - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erschienen am 04.08.2020

Cover von Néstor Taylor

Während seine Freunde zu dem Parallelwelt-Areal in Florida reisen, folgt Rulfan auf einem instand gesetzten Motorrad weiter der Spur der Okkupierten. Dabei gelangt er zu einer Siedlung, die ihre Energie aus einem Lava-Reservoir bezieht.Die Krieger des Lichts haben in ihrer Gier die unterirdische Blase angezapft und die Betreiber zu Mutanten gemacht. Eine junge Geologin, Nadiin, versucht die Bewohner zu warnen, doch niemand schenkt ihr Gehör – bis auf Rulfan. Doch ist es nicht schon zu spät, um die...


Rulfan verfolgt im vorliegenden Roman die "Krieger des Lichts", während seine Freunde In Florida aktiv sind. Die Spur führt ihn über die Geologin Nadiin zu der Stadt New Peoria, die ehemalige Technos  aus den Bunkern von Odgen und Louisville erbaut haben. Sie nutzen die Geothermie zur Energiegewinnung und haben damit einen hochtechnisierte und komfortable Lebensumgebung erschaffen. Diese Energie zieht leider aber auch die drei okkupierten "Krieger des Lichts" unter Führung von Olivia Canning an. Ihr Hunger nach Energie löst eine Katastrophe aus, die Rulfan und Nadiin zum Handeln zwingt.

Wieder hat Florian Hilleberg alias Ian Rolf Hill die Ehre, eine reale Figur in einen Roman einzubinden. In Band 512 war es Alexander Haertl, der Gewinner aus dem Jubiläumsband 500. Im vorliegenden Band ist es Nadine Riemer. Sie gewann das Preisrätsel des Jubiläumsrätsels zum 20-jährigen Jubiläum der Serie. Die Leserseite zeigt die Charakterbeschreibung die Nadine zur Verfügung gestellt hat. Was Florian daraus gemacht hat, ist bemerkenswert. Als zusätzliches und erstmaliges Highlight hat Néstor Taylor sie gekonnt auf dem genialen Titelbild verewigt. Darauf bin ich ja schon etwas neidisch.

Der Charakter der Geologin Nadiin ist das Beste an dem vorliegenden Band. Sie wird schön verpeilt und exzentrisch dargestellt. Aber trotzdem überaus symphytisch. Die Rahmenhandlung um Nadiin und Rulfan an sich fand ich persönlich aber etwas zu dünn. Die Krieger des Lichtes sind zwar die Auslöser des aktuellen Problems, nehmen in der Handlung jedoch nur einen kleinen Part ein. Die Kapitel des Romans, in denen eine weitere Metamorphose der Okkupierten erfolgt, sind für mich die eigentlichen Höhepunkte. 

Insgesamt ist der Roman ein schönes, eigenständiges Einzelabenteuer, das sehr kurzweilig und gewohnt gut geschrieben ist. Nadiin hat mich immer wieder zum schmunzeln gebracht. Faszinierend fand ich auch die Idee einer Techno-Stadt, die Geothermie als Grundlage nutzt. Ich vergebe vier Sterne!

⭐️⭐️⭐️⭐️

Mittwoch, 22. Juli 2020

Maddrax 535 - Im Rausch der Sinne - von Stefan Hensch

Geschrieben von Stefan Hensch
Erschienen am 21.07.2020
Cover von Shutterstock


"Bewusstseinserweiterung ist der Schlüssel für unsere Zukunft. Durch einen Intelligenzzuwachs werden wir zur raumfahrenden Spezies. Die Schwerelosigkeit hat eine positive Wirkung auf das menschliche Gehirn und führt zu einer weiteren Expansion des menschlichen Verstandes. Außerdem kann die Menschheit durch die sich sprunghaft entwickelnde Technologie praktisch die Unsterblichkeit erreichen! Dieser Weg steht uns nun dank LSD offen!

"Timothy Leary, San Francisco, 1966

Eine weiteres Areal wird mit Titusville in die dunkle Zukunft der Erde versetzt. In dieser Parallelwelt des Jahres 1966 versucht der Wissenschaftler Timothy Leary zunächst mit LSD eine allgemeine Bewusstseinserweiterung und einen Intelligenzschubes der Menschheit zu erreichen. Als ihm dies nicht gelingt und LSD verboten wird, bekommt er von seiner Lebensgefährtin Maxine eine Alternative aufgezeigt. Die Ethnologin gelangt bei einer Forschungsreise in Mexiko an das legendäre Tolteken-Salbei. Mit dieser Pflanze gelingt es Leary die Droge MDT zu erzeugen, die eine ähnliche Wirkung wie LSD erzielt. Dem Vater von Jakob Smythe ermöglicht MTD Visionen seines gerade erst geborenen Sohnes und dessen Gegenspieler Matt Drax in der Zukunft. Dies macht ihn auch auf Leary aufmerksam und beschert ihm einige Erkenntnisse, die ihn zu drastischen Maßnahmen greifen lassen. Denn diese Parallelwelten sind auf ganz besondere Weise miteinander verbunden...

Starker Tobak, den uns Stefan Hensch in seinem mittlerweile schon dritten Beitrag für Maddrax liefert. Eine kühne und wilde Mischung, die einige Überraschungen bereithält. Es ist ein in sich abgeschlossenes, eigenständiges Abenteuer geworden, das wahrscheinlich keinen Einfluss auf die kommende Handlung haben wird, aber enorm Spaß macht. Die erste Hälfte kommt wieder einmal ohne Matt und Co. aus und beschreibt die Parallelwelt des Timothy Leary und bringt uns Protagonisten und Umfeld näher. Dieser Part ist wieder gut aufgebaut und kurzweilig zu lesen. Mit Jaydon und Samuel Smithe bringt er eine schöne und neue Komponente in das Maddrax-Universum. Über den Großvater von Jacob Smythe kommt in dieser Welt die Verbindung zu den Anasazi zustande und so wird ganz nebenbei auch noch eine Frage aus den Anfangszeiten der Serie auf grandiose Art und Weise beantwortet. 

Ein sehr guter und abgefahrener Roman, der mich begeistert hat. Damit schafft Stefan den Hattrick mit drei Höchstbewertungen in Folge!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Dienstag, 7. Juli 2020

Maddrax 534 - Melange - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erscheint am 07.07.2020
Cover von Néstor

Matt, Rulfan, Aruula und Worrex folgen der Spur der vier Kämpfer, die offenbar von dem Organismus in der Stasiskapsel okkupiert wurden. Die Zukunft der Erde hängt davon ab, sie zu finden und das Wesen gegen die aufbrechenden Raumzeit-Portale einzusetzen. Davon ahnen die vier "Krieger des Lichts" nichts. Erst nach und nach erkennen sie, was mit ihnen passiert ist – und entdecken erschreckende Fähigkeiten. Ihnen gemein ist der unstillbare Hunger nach Energie, egal in welcher Form. Dafür gehen sie über Leichen...

Beim letzten Roman „Das 900.000-Jahre-Projekt“ von Ian Rolf Hill hatte ich mir noch eine härtere Gangart für den Roman gewünscht und auf Facebook diskutiert, wie viel der Heftroman heute „darf“. Scheinbar geht noch mehr, denn der vorliegenden Band „Melange“ bietet eine heftige Mischung aus Horror, Sex und Action. Das steht dem Roman bei diesem Plot gut und ergibt ein starkes Abenteuer für Matt, Aruula und Rulfan. Die „Krieger des Lichts“ sind neben unserem Trio erneut die Hauptakteure des Romans. Was mit ihnen nach der Bergung des Artefaktes aus der Stasiskapsel der Archivare abgeht, ist heftig. Olivia war schon vor ihrem Kontakt mit dem Organismus kein Kind von Traurigkeit, wird aber nun zur gewalttätigen Nymphomanin und infiziert die ganze Gruppe mit unsagbarem Schrecken. Es folgt ein grausiger Beutezeug quer durchs Land auf der Suche nach Energie die sie ihren menschlichen Opfern auf furchtbare Art und Weise entziehen. Gejagt werden sie und das entfesselte Wesen von unseren Helden, die alles in die Waagschale werfen müssen um mit seiner Hilfe den Kollaps der Parallelwelten zu stoppen.

Dann kommt noch die Begegnung mit den Mutanten und den auf sich gestellten Kindern in der „Verbotenen Zone“ dazu. Diese Nebenschauplätze sind das Salz in der Suppe dieser Geschichte und runden das Gesamtbild ab. Der Roman gipfelt in einem Showdown mit dem „Melange-Monster“ des Titelbildes, der aber noch lange nicht das Ende der Jagd einläutet.

Der Band hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Das war purer Endzeithorror der die dunkle Zukunft der Erde sehr gut rübergebracht hat und gehört hin und wieder unbedingt in dieser verschärften und unzensierten Form dazu. Erneut ein Spitzenroman von Heftroman-Tausendsassa Ian Rolf Hill. Fünf atemlose Sterne!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Montag, 29. Juni 2020

Professor Zamorra 1202 - Die Chimäre aus der Urzeit - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erschienen am 23.06.2020
Cover von Shutterstock

So grauenerregend der Anblick des mongolischen Todeswurms, der seine Klauen in das Gesicht der Leiche gegraben hatte und etwas in deren Schlund zu pumpen schien, auch sein mochte, er war nichts gegen den Fund, den sie zwischen den Wüstenbäumen gemacht hatten.
Es waren Fährten!
Trittsiegel eines gigantischen Raubtieres, das seit 70 Millionen Jahren als ausgestorben galt.

Da hatte Nicole gewusst, dass sie buchstäblich auf der richtigen Spur waren …
Die Allghoi Khorkoi waren nur der Vorgeschmack auf das, was die „Würmer“ beherbergte.

Nachdem die letzte Folge den Weg zur Chimäre bereitet hat und mehr bodenständigen Horror als Fantasy bot, gehen wir mit der Chimäre der Urzeit nun in eine Monsterfolge à la Godzilla. Dabei liegt hier der Fokus auf einer actiongeladenen Hetzjagd im Blockbusterformat. Im Werkstattbericht verrät Florian Hilleberg mehr zur Entstehung der Doppelfolge und über seine Affinität zum fantastischen Monsterfilm. Und das merkt man dem Roman an. Seine Beschreibungen des Monsters und seines Weges sind sehr bildhaft. Da fehlt selbst der Kampf gegen angreifende Hubschrauber nicht. Wer denkt da nicht an King Kong und Co.? Aber auch die T-Rex-Angriffe aus Juassic Park kommen mir beim lesen öfter in den Sinn. 
Hinzu kommt aber auch die gut durchdachte Entwicklung der Handlung. Bahadur offenbart endlich seine wahre Identität und seine Absichten und liefert damit eine völlig unerwartete Wendung. Ebenso bleibt Noémi Mészáros bis zum Ende des Romans mysteriös und geheimnisvoll. Der Fokus liegt allerdings immer auf dem Kampf gegen die Bestie und deren Ursprung. Dieser Ursprung ist einer der grandiose Höhepunkte dieses Romans und bringt uns einen Gegner, von dem wir sicherlich noch öfter hören werden. Nicole Duval wird in dieser Folge ebenso stark gefordert wie Zamorra und zeigt einmal mehr ihr außergewöhnliches Potenzial. Der Höllenritt auf der Bestie entlockte mir zwar ein schmunzeln, passte aber wie die Faust aufs Auge zum Gesamtbild. 
Die ganze Story wirkt so schön rund, dass beide Romane zusammen ein Taschenbuchformat verdient hätten. Diese Doppelfolge reiht sich in die besten Geschichten ein,  die ich in meiner langen Zeit als Heftroman-Fan gelesen habe. Fünf Sterne!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 

Samstag, 27. Juni 2020

Professor Zamorra 1201 - Wüstentod - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erschienen am 09.06.2020
Cover von Shutterstock


Der Wind fegte kühl von den Berghängen, die im Licht der aufgehenden Sonne in einem satten Orangerot leuchteten. Noch ballte sich in den langgezogenen, tiefblauen Schatten die Kälte der Nacht, doch es würde nicht mehr lange dauern, bis sich die Luft aufheizte wie in einem Backofen.
Andrew Clark und seine Kollegen arbeiteten rund um die Uhr. Nicht allein der Hitze wegen, sondern auch weil für die kommenden Tage Sandstürme angekündigt waren, die das bisher Erreichte mit einem Schlag zunichtemachen konnten.
Und alles nur, weil die Einheimischen, die ihnen helfen sollten, davongelaufen waren wie die Hasen. Angeblich lauerte in der Wüste der Tod, machte weder vor Mensch noch Tier halt.
Abergläubisches Pack!

Florian Hilleberg hat sich super bei Zamorra eingelebt. Seine Romane haben mir in dieser Serie ausnahmslos gefallen und ich finde, dass er diesen Serienkosmos so richtig schön belebt. Im vorliegenden ersten Teil einer Doppelfolge erinnert bereits das Cover an den Wüstenplanet und seine Sandwürmer. Das ist auch soweit naheliegend, da auch diese Story in einer Wüste spielt. Genauer gesagt in Zentralasien, in der Wüste Gobi. Und es geht um eine Art „Würmer“. Aber da hören dann schon die Gemeinsamkeiten auf. Zamorra und Nicole werden einmal mehr um Hilfe in einem mysteriösen Fall gebeten. Ein Ausgrabungsteam hat in der Wüste Gobi eine Art konservierter Fossilien gefunden und wurde daraufhin von seltsamen, riesigen Würmern attackiert. Zamorra untersucht die Leichen und begibt sich mit Nicole an der Seite eines Spezialteams zum Ausgrabungsort um zu ermitteln. Dort werden sie selbst von den Würmern angegriffen und kommen nach und nach der Bedrohung im Hintergrund auf die Spur.

Der Autor hat sich diesmal der Legende der sogenannten Allghoi Khorkhoi bedient und diese in eine gut durchdachte Story integriert die von Anfang bis Ende fesselt und super geschrieben ist. Immer wieder werde ich an meinen Lieblings-John-Sinclair-Roman „Brandmal“ von ihm erinnert. Nicht aufgrund der Story, sondern wegen des guten Storyaufbaus und den gut recherchierten Abschnitten in denen es um Paläontologie, Forensik oder auch die Legende um die Allghoi Khorkhoi geht. Mörderische Wüstenwürmer und Jurassic Park mit einer Prise Horror ergeben eine klasse Mischung die richtig Spaß macht. Ich bin nur so über die Seiten geflogen und freue mich riesig auf die Fortsetzung, an die ich mich gleich ranmachen werde. Volle fünf Sterne hat dieser Roman verdient!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Donnerstag, 25. Juni 2020

Maddrax 533 - Krieger des Lichts - von Christian Schwarz

Geschrieben von Christian Schwarz
Erschienen am 23.06.2020
Cover von Shutterstock



Washington, 2548. Der Weltrat-Agent Alexander Canning wird ermordet. Seine Schwester Olivia hat Hinweise, dass Mr. Black, der Hohe Richter von Waashton, hinter dem Anschlag steckt. Um Beweise zu sammeln und den Mörder zu überführen, dringen sie und ihre drei Freunde ins Pentagon ein. Sie nennen sich die "Krieger des Lichts" und glauben für eine gerechte Sache zu kämpfen. Sie ahnen nicht, dass ihr Tun eine Kette in Gang setzt, die über das Schicksal und die Zukunft der ganzen Erde entscheiden wird ...

Das martialische Cover deutet es schon an. Mit Band 533 liefert Christian Schwarz einen „dreckigen“ Action-Thriller im Heftromanformat. Eine Art „White House down“ bzw. „Pentagon down“ in der Apokalypse. Das hat richtig Spaß gemacht, obwohl ich zunächst Probleme hatte in den Plot zu kommen. Da waren wieder die Sprünge in Zeit und Handlungsebenen, die ich leider nur dosiert mag und die für mich einen Roman schwerer lesbar machen. Aber das nur als winziger Kritikpunkt am Rande. Ansonsten werde ich in diesem Heft mit Rückblicken in weit entfernte Handlungsvergangenheiten belohnt, die mich gelegentlich wohlig seufzen lassen. Das war meine Zeit, in der mich Maddrax so richtig packte. Die ersten Abenteuer der „Running Man“, der EMP und seine Folgen, die Angriff der Rev‘Rends auf Waashton,  das Auftauchen des „Spooky Pines und das Freisetzen des Blobs... Ach, ich könnte stundenlang weiter in Erinnerungen schwelgen. Aber dazu lässt mich Christian Schwarz nicht kommen. Er hetzt mich durch dieses actiongeladene Abenteuer und erst kurz vor dem Ende, weiß ich, worauf der Autor eigentlich hinaus will. Dann fällt es mir auf den letzten Seiten wie Schuppen von den Augen und nun ist klar, warum die „Krieger des Lichts“ in den nächsten Folgen eine tragende Rolle spielen werden.

Wieder wurde ich mit einer Variante bei Maddrax in Form eines „Apokalypse-Landsers“ überrascht, die ganz ohne Matt und Aruula auskommt und gute Unterhaltung geboten hat. Vier Sterne!

⭐️⭐️⭐️⭐️

Montag, 15. Juni 2020

Maddrax 532 - Das 900.000-Jahre-Projekt - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erschienen am 09.06.2020
Cover von Shutterstock


In der Domäne, dem Refugium der Archivare in einer fernen Zukunft, wird allmählich das Ausmaß dessen deutlich, was sie mit ihren Reisen in die Vergangenheit und dem Öffnen der Portale angerichtet haben. Nicht mehr lange, und die Zeitebene, auf der sich Matthew Drax und Aruula befinden, wird von den Parallelwelt-Arealen so sehr geschädigt sein, dass die gesamte Raumzeit zusammenbrechen könnte.Es gibt nur eine Hoffnung, sie zu stabilisieren, aber die liegt in noch fernerer Zukunft - und gleichzeitig...

Ich bin ein großer Fan von Literatur und Filmen, die sich mit Zeittreisen und Parallelwelten befassen. Das Maddrax damit derzeit die erste Wahl im Bereich Heftroman ist, liegt auf der Hand. Aber manchmal überfordert mich die Thematik in so geballter Form etwas. Zeitweise komme ich beim vorliegenden Roman von Florian Hilleberg nicht so recht mit, obwohl ich mich als Alt-Fan bezeichnen würde, da ich die ersten 350 Bände Maddrax gelesen habe und mir nur der Zeitsprung- und Fremdwelt-Zyklus fehlt. In der ersten Hälfte wird also mein theoretisch angeeignetes Halbwissen zum Thema Zeitreisen stark gefordert und strapaziert. Zeitweise wird es so kompliziert, dass wohl selbst Stephen Hawking überfordert gewesen wäre. So ganz verstehe ich leider immer noch nicht, warum eine einfache Korrektur in der Vergangenheit nicht alle Probleme lösen kann. Das der Flächenräumer Ursprung des ganzen Übels ist, ist auch mir schon lange klar. Warum nicht dessen Einsatz verhindern. Marty McFly und Doc Braun haben es vorgemacht. Bei Star Trek oder Terminator ist es ebenso. Selbst Stephen King hat es in seinem Roman "Der Anschlag" ausprobiert. Entweder ist die Zeit festgeschrieben und nicht veränderbar, bzw. wehrt sich gegen Eingriffe, oder aber ich kann Dinge in der Vergangenheit korrigieren und somit die Zukunft beeinflussen. Klar wird es dann wohl noch komplizierter, also akzeptiere ich diese Variante, die sich die Maddrax-Autoren und Expokraten ausgedacht haben.

Ein entscheidendes Artefakt wird in der Zukunft platziert, an dem Ort, der durch den Flächenräumer in die Gegenwart von Maddrax gelangt ist. Worrex reist zeitlich in Maddrax Gegenwart und dort örtlich in die Appalachen und sucht gemeinsam mit Matt, Rulfan und Aruula nach diesem Artefakt um damit die Raumzeit zu retten. Hört sich ganz einfach an. Aber der ganze Ablauf erschließt sich mir nur schwer. Das titel gebende 900.000-Jahre-Projekt bildet aber nur den geringsten Teil des Romans. Die Haupthandlung liegt auf der Verschleppung von Mr. Black, Rulfan und Aruula durch degenerierte Nachfahren der Hillbillys in den Appalachen. Dies mutet dann wie eine zensierte Version unzähliger Hinterwäldler-Horror-Romane an, wie sie Jack Ketchum oder Richard Laymon bevorzugt schrieben. Dies ist ganz amüsant zu lesen, entbehrt aber der richtigen Spannung und wird leider überhastet durch Maddrax und Worrex innerhalb einer halben Seite aufgelöst.

Zeitweise guter, aber für mich etwas verworrener Roman, der nicht so viel zur Lösung der Probleme hergibt, wie ich es vom Titel erwartet hätte. Dieser Roman war bestimmt nicht einfach für Florian Hilleberg zu schreiben und für mich leider auch nicht so einfach zu lesen, wie ich mir es gewünscht hätte. Oder aber, ich muss nochmal nacharbeiten und diesen Roman und die fehlenden 150 lesen. Am besten steige ich in meine Zeitmaschine, stelle den 8. Februar 2000 ein, und fange einfach nochmal von vorne mit Maddrax an.

Drei Sterne!
⭐️⭐️⭐️

Donnerstag, 28. Mai 2020

Maddrax 531 - Hinter feindlichen Linien - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erschienen am 27.05.2020
Cover von Shutterstock


Colonel Aran Kormak hatte in seinem Leben schon mehrfach mit selbigem abgeschlossen. Nicht, dass er sich daran gewöhnt hätte, aber bislang hatte er immer einen Ausweg gefunden. Heute lagen die Dinge jedoch anders. Nie zuvor war seine Lage schlechter gewesen. Unbewaffnet stand er in der Gondel eines Ballons, der zehn Meter über dem EIBREX schwebte, während der Anführer der Reenschas den Desintegrator auf ihn richtete. Kormak überlegte gerade, ob er einen Sprung in die Tiefe wagen sollte, als das Dröhnen von Gleitertriebwerken an sein Ohr drang. Einen Atemzug später endete seine Wahrnehmung in einem blauen Lichtblitz...
Colonel Aran Kormak ereilt das gleiche Schicksal wie zuvor Ydiel. Er wird mitsamt dem Ballon mit dem er flüchten wollte geschrumpft, erkennt dies schnell und kann sich in den Hort des Wissens retten. Dort muss er als Winzling überleben und nutzt dazu sein eiskaltes Kalkül und auch mit bösartiger List einen kleinen Jungen, um sein Überleben und seine finsteren Pläne umzusetzen.

Nachdem ich mich im letzten Heft mit der Zusammenfassung verausgabt habe, möchte ich ab sofort wieder weniger spoilern und bei den zukünftigen Rezis nur einen kurzen Überblick über die Grundhandlung geben. Hier wäre ohnehin die Zusammenfassung kürzer ausgefallen. Aber nicht weil Florian Hilleberg einen einfachen Roman ohne viel Handlung abgeliefert hat. Im Gegenteil. Der vorliegende Band hat das, was ich sehr gerne mag. Eine geradlinige Geschichte, die ohne verschiedene Handlungsebenen auskommt und stringent die Erlebnisse des Colonels weitererzählt. Dabei sind wieder unerwartet (wie auch schon im Roman 518 Taratzen von Florian Hilleberg)  Karmii und  Mirosch die heimlichen Hauptdarsteller. Das Flair und die Erzählweise um Mirosch, der mit seinem Teddy spricht, und seiner Mutter mit ihrer multiplen Persönlichkeit haben mich echt gepackt und berührt. Genauso gut zeichnet der Autor aber auch den aktuellen Hauptschurken der Serie. Kormak kommt kalt und berechnend rüber. Er bleibt ein düsterer, vielschichtiger und tiefgründiger Bösewicht der mir gefällt. Die vergangenen Romane um ihn haben gezeigt, dass er alles andere als ein Stereotyp ist. Der Roman nimmt dabei (wie man immer schön an den zahlreichen Fußnoten erkennen kann) viele Dinge aus den vorhergehenden und teilweise weiter zurückliegenden Romanen des Autors auf. Auch in diesem Band wurde ich wieder (wie in Band 514 schon mit Ydiel) und diesmal noch eindringlicher an den 60er Science-Fiction-Film "Die unglaubliche Geschichte des Mister C." von Jack Arnold erinnert. Sowohl der Nadelkampf mit der Spinne (Kormak kommt einfach nicht ohne Seragippen aus) als auch die Szene mit der Mausefalle ließen mich in jugendlichen Erinnerungen schwelgen. Für die jüngeren Leser habe ich einmal Bilder zu den beiden Szenen die ich meine verlinkt:
 

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich in diesem Zyklus ständig wiederhole. Es mag scheinen, dass ich mit der rosaroten Brille rezensiere. Aber nein, die Qualität der bisherigen Romane ist extrem hoch, der rote Faden spannend und gut konstruiert und die derzeitige Autorenriege in Hochform. Schon wieder verdiente 5 Sterne!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️