Donnerstag, 12. Dezember 2019

Maddrax 519 - Das Portal - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erschienen am 10.12.2019
Cover von Shutterstock

In der Domäne hat man zunehmende Störungen im Raum-Zeit-Gefüge festgestellt und ins Jahr 2549 verortet. Nun soll der Archivar Worrex zu einer dieser Anomalien zurückspringen, so viel Wissen wie möglich sammeln und jemanden finden, der die Anomalien bereits erforscht. Sein Tor aus dem zeitlosen Raum öffnet sich in Rhaaka, jene aus einer Parallelwelt versetzte Saurierstadt in Yucatán – die auch Matt Drax und seine Freunde anfliegen, um die Sauroiden von Ydiels scheinbarem Tod zu informieren.

Der Ankündigungstext ist eigentlich auch schon eine komplette Zusammenfassung des vorliegenden Romans. Dieser beginnt zunächst vielversprechend. Wir kehren nach Yucatán zurück und erfahren, was dort nach Ydiels Abzug an der Seite von Matt und Aruula weiter geschehen ist. 

Die ersten zwei Drittel der Geschichte beschäftigt sich dann aber der Archivar Worrex mehr oder weniger stümperhaft damit, sich unter die Sauroiden zu mischen und mehr über deren Forschungen zu den Anomalien zu erfahren. Denn diesen ist es mittlerweile gelungen ein stabiles Portal zwischen den Welten zu erschaffen, welches auch den Durchgang ermöglicht. Ich fand diesen Teil  der Story ein wenig verworren und sehr unruhig. Irgendwie konnte mich der Roman nicht packen. Dabei gefielen mir die Bände 504 und 505 mit der Dino-Prallelwelt sehr gut. Im vorliegenden Band ging das Flair und die eigentliche Story um das titelgebende Portal aber leider in zu viel Geplänkel um Machtkämpfe unter den Rrukh verloren.

Besser wird es erst im letzten Drittel als Matt, Aruula und Rulfan II hinzukommen und Worrex in die Enge treiben. Aber da endet der Roman auch schon in einem Cliffhanger, der die Grundlage für den kommenden Kurzgeschichtenband liefert. Auf den freue ich mich schon sehr. Die vorliegende „Einleitung“ dazu war nett, hat mich aber nicht vom Hocker gehauen. Gute drei Sterne gibt es dafür von mir.
⭐️⭐️⭐️

Montag, 9. Dezember 2019

40 Bände Perry Rhodan Mythos Erde - Es wird kosmischer...

Gleich zu Beginn der nächsten zehn Bände erzählt uns Oliver Fröhlich in seinem Roman 3030 "Der Arkonide und der Roboter" die Geschichte des TARA-Psi. Es geht also an der Seite von Atlan weiter in der heimatlichen Milchstraße. Auch in den Folgebänden 3031 bis 3033 bleibt der Fokus auf den Geschehnissen vor Ort und Monkey erlebt als Markgraf echte "USO-Abenteuer" im klassischen Stil. Es geht darum, weiter den Cairanern auf den Zahn zu fühlen. Keine großen Erkenntnisse für den Mythos Erde aber durchaus solide Weltraumabenteuer. Diese Erkenntnisse versucht Perry Rhodan an Bord der RAS TSCHUBAI bei seinem Vorstoß in das Galaxien-Geviert im Perseus-Haufen zu erhalten. Sein Weg führt ihn zunächst nach Ancaisin, eine der vier dazugehörigen Galaxien und Heimat der Cairaner. An dessen Seite bleiben wir auch in den Bänden 3034 bis 3039 und erfahren mehr über die mysteriöse Graue Materie und deren Ursprung, dem telekinetischen Imperium und über Abyssale Triumphbogen. Mit diesen versuchen die Phersunen unter Verwendung der Grauen Materie die Superintelligenz Phaatom zur Chaotarchin aufsteigen zu lassen. Doch die Nachforschungen der RAS TSCHUBAI führen Perry Rhodan und Gry O'Shannon letztendlich in Gefangenschaft der Phersunen in der Kanzlei auf Gattcan.
Die nächsten zehn Bände beginnen also wie schon erwähnt zunächst mit Atlan und Monkeys Abenteuern, die ich zwar gern gelesen habe, die aber doch noch die etwas träge Handlung der vorhergehenden Bände weiterführen. Es wird deutlich interessanter und vor allem kosmischer, als wir zu Perry schwenken und die RAS TSCUBAI begleiten. Erfreulicherweise eine relativ lange Zeit. Es gibt in diesen zehn Bänden endlich wieder Sense of Wonder und der Aufbruch in neue Galaxien macht auch wieder Laune. Insgesamt empfinde ich die Entwicklung des Zyklus gerade in den letzten Romanen sehr gut.
Dennoch muss ich noch einmal die Längen innerhalb der Handlungsabschnitte ansprechen, oder auch Romane die man nicht unbedingt gelesen haben muss. Ich bin immer noch der Meinung, dass die Zykluslänge von meist einhundert Heften veraltet ist. Die Lesegewohnheiten und das mediale Konsumverhalten insgesamt haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten sehr verändert. TV-Serien werden inflationär gestreamt und in Serienmarathons inhaliert. Die klassischen Serien sind schnell in der Erzählweise und haben meist in sich abgeschlossene Staffeln. Im Buchssegment sind abgeschlossene Trilogien seit Jahren Usus. Bei Perry Rhodan Neo haben sich die Zehnerstaffeln (die umgerechnet etwa 15 klassische Heftromane umfassen) bewährt und ich selbst finde diese Form der Zyklen super. Es gibt dort dennoch einen großen Handlungsbogen aber kürzere Zwischenziele. Dies würde ich mir bei der Hauptserie auch wünschen. Zyklen über 20 oder 25 Bände wären doch auch für die aktuelle Erzählweise denkbar. Gerade hatten wir ja einen längeren Abschnitt, den ich Ancaisin genannt hätte. Und statt häufiger Wechsel der Handlungsebene würde somit der Fokus länger auf einem Thema bleiben.
Jetzt steuern wir schon auf die Halbzeit zu und bis jetzt würde ich die kleinen Kritiken als Jammern auf hohem Niveau bezeichnen. Insgesamt hatten wir schon wesentlich schlechtere Zyklen und der momentane Stoff bietet viele Möglichkeiten. Ich bin gespannt was die Autoren im nächsten Jahr daraus machen.

Montag, 2. Dezember 2019

Maddrax 518 - Taratzen! - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erschienen am 26.11.2019
Cover von Néstor Taylor

In Paris erscheint ein Stück einer Parallelwelt, in der die Taratzen die außerirdischen Daa'muren besiegt haben und nun als intelligenteste, telepathisch begabte Spezies die Erde beherrschen. Die Menschen spielen hier eine untergeordnete Rolle als Sklaven und Haustiere. Das stellen auch Matt, Aruula und Rulfan fest, als sie in dem Areal landen. Doch die Gefahr kommt nicht von innen, sondern rennt draußen gegen den Dornenwall an: zehntausende primitiver Taratzen, die ein unseliger Ruf in das Zentrum zu locken scheint und die sich durch nichts aufhalten lassen...
 
Auf diesen Titel habe ich mich schon seit der diesjährigen Fark im Sommer gefreut, auf der mir Florian einen kurzen exklusiven Blick auf dieses wunderschöne Cover gewährt hat. Seitdem machte ich mir Gedanken, warum dort ein junger Rulfan wieder zu sehen ist?! Mittlerweile ist dieses Geheimnis gelöst und ich kann auch über den zum tollen Cover gehörigen ebenso tollen Roman berichten. Optik und Inhalt passen also perfekt zusammen. Auch die dargestellte Szene finden wir im Roman im letzten Drittel genauso wieder.
 
Ich bin immer wieder begeistert, welche kontinuierlich hohe Qualität Florian Hilleberg mit seinen Romanen abliefert. Egal bei welcher Serie, gelingt ihm sehr oft ein spannender und anspruchsvoller Heftroman, der zudem noch irgendwo das gewisse Etwas bereithält. Dieses i-Tüpfelchen ist im vorliegenden Roman die Geschichte zweier Frauen und ihrer Kinder, deren tragisches Schicksal der Autor als Nebengeschichte zum Hauptteil erzählt. Und dieser Hauptteil ist von vorne bis hinten einfach nur kurzweilig und spannend. Die Taratzen waren in Band 1 damals die ersten Mutationen der dunklen Zukunft der Erde die uns begegneten und haben mich gleich in ihren schaurigen Bann gezogen. Seitdem mag ich die Romane in denen Sie auftauchen. Und im aktuellen Band bekommen wir (wie Titel und Cover schon versprechen) die geballte Taratzenladung.
 
Ein weiterer fünf Sterne Roman innerhalb des aktuellen Zyklus!
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️