Montag, 17. Juni 2019

Wolfgang Hohlbein - Der wandelte Wald - Enwor 1

Originaltitel: Enwor 01. Der wandernde Wald
Originalverlag: Goldmann Verlag, München 1983
Taschenbuch, Broschur, 512 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-7341-6206-0
Erschienen am 20. Mai 2019
€ 9,99

Die Enwor-Saga ist eine von vielen zurzeit wieder veröffentlichten Fantasy-Reihen aus den Siebziger- und Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts. Ähnlich wie Belgariad, die Shannara-Chroniken oder Amber erschienen diese, als die Fantasy im Romansektor noch ein Schattendasein fristete und lediglich Tolkien mit seinem Herrn der Ringe ein Begriff am Büchermarkt war. Gerade deshalb entstanden wohl sehr gute, unverbrauchte und innovative Ideen, deren Qualität heute wiederentdeckt wird und aktuell deshalb viele dieser Bücher neu aufgelegt werden.

Der erfolgreichste deutsche Fantasy-Autor, der in dieser Zeit gerade am Anfang seiner schriftstellerischen Karriere stand, ist Wolfgang Hohlbein. Mittlerweile zum Bestsellerautor avanciert, war er in dieser Zeit bereits erfolgreich im Heftromanbereich und auch in der Belletristik unterwegs. Seinen Durchbruch hatte er mit dem Fantasyroman "Märchenmond" im Jahr 1982. Seither blieb dies sein favorisiertes Genre.

Mit seinem Freund Dieter Winkler entwickelte Hohlbein Anfang der Achtziger die Welt Ewor, die auch Elemente aus Science-Fiction und Postapokalypse enthält. Aus "EndWorld", bei dem der Titel schon ein wenig verrät, dass es sich um eine fiktiven Zukunft unserer Erde handelt, wurde schließlich das etwas phantastischer klingende "Enwor". Mit Enwor ging Hohlbein neue Wege in der Fantasy. Es gibt in dieser Welt nicht nur Schwarz und Weiß, klassisches Heldentum oder archetypische Figuren. Somit kreierte er wie schon Terry Brooks und andere Autoren dieser Zeit eine "realistischere" Fantasy, die wir in heutigen Fantasy-Romanen auch oft wiederfinden.

Im Inhalt des ersten Enwor-Bandes lernen wir die beiden Satai Skar und Del kennen, die als Angehörige der Kriegerkaste ihr Leben in einer fernen postapokalyptischen Zukunft auf dem amerikanischen Kontinent bestreiten. In ihrem ersten Abenteuer durchqueren Sie auf der Flucht vor einer Horde Quorrl (menschenähnliche Reptilienwesen) die eigentlich unüberwindbare Wüste Nonakesh. Sie überleben nur, da Sie mitten in der Wüste den titelgebenden wandernden Wald von Cearn erreichen. Sie geraten in einen Kampf zwischen den mönströsen, geflügelten Hogern und den Bewohner des Waldes und stehen diesen im Kampf bei. Die Bewohner möchten, dass Skar und Del bleiben und die Cearner in der Verteidigung des Waldes unterstützen. Dabei geraten die beiden in ein Abenteuer, bei dem sie nach und nach tiefer in die Geheimnisse des Waldes und dessen Bewohner eintauchen.

Ich habe den ersten Band der Reihe vor langer Zeit bereits einmal gelesen und hatte vieles inzwischen vergessen, bevor ich den neu überarbeiteten Band vorliegen hatte. Und ich muss sagen, dass der Roman mir heute wesentlich besser gefallen hat als damals. Woran dies genau liegt, ist schwer zu sagen. Hohlbeins frühe Romane fand ich schon immer anspruchsvoller und besser geschrieben als viele neue Veröffentlichungen. Damals erzählte er für meinen Geschmack weniger ausschweifend und oft viel interessanter. Genau diese unverbrauchte Art begeistert mich bei diesem Buch. Es gibt durchaus Längen in dem Roman und ein paar Stellen, bei dem man dem Werk sein Alter anmerkt. Alles in allem überwiegt aber der Abenteuerfaktor und ein gut aufgebauter Spannungsbogen mit Wendungen in der Handlung die sehr überraschend sind. Nun werde ich mit der Neuauflage der Reihe auch die weiteren Abenteuer von Del und Skar endlich verfolgen.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung für alle die gute Fantasyabenteuer in einer schön konstruierten und durchdachten Welt mögen, oder Hohlbein-Fans die die Reihe bisher verpasst haben.



Donnerstag, 13. Juni 2019

Maddrax Band 506 - Priester der Unsterblichkeit - von Ian Rolf Hill


Geschrieben von Ian Rolf Hill 
Cover von Shutterstock 
Erschienen am 11.06.2019



Beim Hort des Wissens in Schottland macht jemand Geschäfte mit angeblicher Unsterblichkeit. Könnte das mit dem Zeitstrahl zusammenhängen, der seit Quart'ols und Starnpazz' Rückkehr vom Mars auf den Loch Lomond fixiert ist? Auf jeden Fall ruft es Matt und Aruula auf den Plan, die der Sache nachgehen wollen – und dabei einer Verschwörung auf die Spur kommen, die bis in den Hort hineinreicht...

Dieser Band ist der dritte in Folge aus der Feder von Florian Hilleberg. Und ich bin gar nicht böse drum. Nach seinem hervorragenden Dino-Zweiteiler, darf er mit dieser Geschichte wieder in andere Gefilde weiterziehen. Es geht zum Hort des Wissens nach Schottland, wohin Matt und Aruula „beordert“ werden um zu helfen. Dabei kommt es zwangsläufig zum Wiedersehen mit Sebastian Eisenmann, Juefaan und Jeronimo. Mit von der Partie ist auch der Sauroide Ydiel aus den vorherigen Bänden, der seine Sprachkenntnisse erweitern kann und mit seinen neuen Freunden mehr über die Parallelwelt und die Situation die ihn hierhergeführt hat herausfinden möchte. Ydiel macht riesig Spaß und ich mag ihn sehr. Seine Sprach- und Verständnisschwierigkeiten lockern den Roman angenehm auf. Der ganze Plott dieses Romans war ebenfalls wieder ein Genuss. Ich habe es zwar schon mehrmals in den letzten Rezensionen erwähnt, werde aber nicht müde zu betonen, wie toll der neue Zyklus ist. 

Neben der spannenden Handlung mit dem Techno-Paten und der Einschleusung Frenk Carpolas in den Hort, ist die Idee mit der Unsterblichkeit ein Geschäft zu machen und einen Kult um die Wiege der Unsterblichkeit aufzubauen wirklich genial und wurde hervorragend umgesetzt. Die Demaskierung des Paten Vitaal MacLeone setzte dem Drama die Krone auf. Gleichzeitig wurde ganz nebenbei ein Problem mit langlebigen Serienhelden beseitigt, indem Matt und Aruula erneut den Zeitstrahl passieren und Maddrax damit auch für die nächsten fünfzig Serienjahre gesichert ist. Mit in den Club der relativ Unsterblichen aufgenommen wird auch der Retrologe Sebastian Eisenmann, der bei der Passage des Zeitstrahls mit dabei ist. Ich bin gespannt welche Rolle er innerhalb der Serie damit in Zukunft einnehmen wird. 

Und nächste Woche geht es sogar nochmal zurück zu den Wurzeln mit den Amazonen von Berlin. Ihr seid Wahnsinn!

Geh zum Teufel, Zamorra!


Geschrieben von Adrian Doyle (Manfred Weinland), Christian Schwarz, Manfred H. Rückert, Thilo Schwichtenberg
Titelbild von Dennis Simcott
Band 1175
Erschienen am 11.06.2019

Geh zum Teufel, Zamorra! 4 Autoren – 4 Spitzenstorys!
Zum „kleinen Jubiläum“ laden unsere 4 Autoren auf einen Umtrunk im „Zum Teufel“ ein. Natürlich geht das nicht ohne ein paar unangenehme Überraschungen vonstatten! In „Geschlossene Gesellschaft“ von Manfred Weinland sperrt der Wirt seine Kneipe für die üblichen Besucher zu und schenkt aus einem besonderen Fass nur für sich und die Geister derer aus, die vor ihm den Gasthof bewirtschaftet haben. Thilo Schwichtenberg erzählt in seiner Geschichte „Der Teufel steckt im Detail“ von zwei jungen Möchtegern-Zauberern, die ihre liebe Not mit willigen Wasserfrauen haben. „Deibelsgesöff“ heißt die Story von Manfred H. Rückert – und dieses „Gesöff“ hat es nun wirklich in sich! Last not least präsentiert uns Christian Schwarz einen ganz besonders üblen „Kellergeist“.

Seit langer Zeit habe ich mal wieder zu Professor Zamorra gegriffen. Ansonsten lese ich hin und wieder mal einen Sinclair, Perry Rhodan jede Woche  und Maddrax seit Band 500 wieder alle 14 Tage. Doch dieses Heft ist mir am Kiosk direkt durch seinen Titel aufgefallen. Neben dem Slogan „Die langlebigste Horrorserie der Welt“ stach mir der Titel „Geh zum Teufel, Zamorra!“, das tolle Titelmotiv und auch die Zusatzinfo „1 Gasthaus - 4 Autoren – 4 x Gänsehaut“ sofort ins Auge. Es handelt sich nämlich, was absolut unüblich für einen Heftroman ist, um eine kleine Anthologie mit vier Kurzgeschichten die der Wirt innerhalb einer kleinen Rahmenhandlung seinem Besucher kredenzt.


Professor Zamorra erscheint tatsächlich schon seit 45 Jahren. Seit 2. Juni 1974 in vierzehntäglichem Rhythmus. Erfunden wurde auch diese Serie von Helmut Rellergerd (Jason Dark). Er hat jedoch nur einen Band innerhalb der Serie geschrieben. Es gibt von ihm jedoch mit dem Zweiteiler Der Hexer von Paris & Gefangen in der Mikrowelt (Band 64 & 65) ein Crossover innerhalb von John Sinclair. Die Romanserie kann historisch als Antwort des Bastei-Verlages auf die erfolgreiche Serie Dämonenkiller des Pabel-Verlags gesehen werden, welche seit 1973 zunächst als Subserie im Rahmen der Reihe Vampir-Horror-Roman erschienen war. Da Sinclair erst ab 1978 als eigenständige Serie startete ist Zamorra damit wirklich die langlebigste, derzeit noch laufende Serie in diesem Segment.


Die Einleitungs- und Rahmengeschichte, die uns letztendlich zum Gasthaus „Zum Teufel“ und seinem Wirt Mostache führt, ist schon sehr gelungen und macht Lust auf mehr. Danach liefern die vier Autoren durchweg schöne und stimmungsvolle Kurzgeschichten ab. Die Story von Adrian Doyle alias Manfred Weinland und die Geschichte von Christian Schwarz haben mir besonders gefallen. Etwas schwerer tat ich mir mit den Wasserfrauen von Thilo Schlichtenberg und Manfred H. Rückerts „Deibelsgesöff“ haute mich auch nicht direkt vom Hocker. Alle Storys haben aber den besonderen Flair, den die Gruselheftchen und ihre Geschichten schon immer für mich ausgemacht haben. Am Ende rundet die Hommage an den legendären Zamorra-Autor Werner Kurt Giesa den ganzen Band hervorragend ab.

Super Idee, die ich mir durchaus auch für andere Serien sehr gut vorstellen kann und ein kurzweiliges Schmankerl für Zwischendurch.

Mittwoch, 5. Juni 2019

Perry Rhodan - Schwarze Saat - von Michael Marcus Thurner

Über das Volk der Onryonen ist nicht viel bekannt, da sie auf weit verstreuten Dunkelwelten leben, wo sie vor dem Zugriff Fremder geschützt sind. Doch nun wollen die Onryonen des Planeten Jolyona die Beziehungen zur Erde verbessern, und Perry Rhodan übernimmt die Verhandlungen. Auf der Dunkelwelt haben sich noch andere, seltsame Lebensformen entwickelt, die in den Tiefen des Planeten existieren. Es stellt sich heraus, dass es jahrzehntausende alte Verbindungen zur Erde gibt, und Perry Rhodan stößt auf eine Gefahr, die er selbst vor langer Zeit durch eine Zeitreise ausgelöst hat …

Seit Andreas Eschbach in Band 2700 der Hauptserie „Der Techno-Mond“ die Onryonen zum ersten mal in Erscheinung treten lies, hat mich dieses Volk fasziniert. Zunächst war wie so oft nicht klar wie die neuen „Invasoren“ einzuordnen sind. Auch mit ihren vorbeugenden Maßnahmen um den Weltenbrand zu verhindern haben sie sich zunächst keine Freunde unter den Terranern gemacht. Anfangs schauten die Onryonen ähnlich wie seinerzeit die Laren auf die Menschheit als niederes Volk herab. Einfach war das Verhältnis zwischen beiden Völkern nie. Dies ist auch das Grundthema des Romans „Schwarze Saat“ von Michael Marcus Thurner. Es ist der erste Band der Dunkelwelten-Trilogie mit der endlich einmal wieder umfangreichere Romane im Taschenbuchformat aus dem Perryversum erscheinen. Viele dieser „Spin-Off-Serien“ sind in der Vergangenheit bereits erschienen. In der Regel handelte es sich um sechs Bände mit einer fortlaufenden Geschichte aus den unerzählten Handlungsjahren der Hauptserie. Ausnahme war die Taschenbuchreihe PHAN-TAU-RA. Auch bei dieser handelte es sich „nur“ wie bei der Dunkelwelten-Reihe um eine Trilogie. Alle diese Taschenbücher erzählten eine durchgehende Story. Bei den aktuellen Bänden ist dies scheinbar ein wenig anders. Die drei Bände sind eher eigenständig und nur durch einen eher losen roten Faden in der Hintergrundstory verbunden. Und sie erscheinen wie schon die beiden letzten Einzelbände „Die falsche Welt“ und „Trivid“ nicht bei Heyne, sondern bei Bastei-Lübbe.

Der erste Band hat mich gleich gepackt. Perry Rhodan begibt sich auf diplomatische Mission zur Dunkelwelt Jolyona. Unterstützt wird er dabei erfreulicherweise von Homer G. Adams, der ansonsten  ja selten bis gar nicht in den Romanen zum aktiven Einsatz kommt. Beide müssen zwischen Onryonen und Terranern vermitteln, die zusammen auf der Dunkelwelt leben. Die jugendlichen Terraner Casper und Gio werden des Mordes angeklagt. So beginnt der Roman zunächst als diplomatische Mission und erinnert im ersten Moment an einen Space-Thriller. Rhodan erkennt Ungereimtheiten und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. In deren Verlauf begegnet er der onryonischen Archäologin Mohaway Obe. Diese zeichnet Michael Markus Thurner so schön bissig und exzentrisch, dass es eine wahre Freude ist. Sie war ein Highlight-Charakter für mich. Auf seinem weiteren Weg gelangt Perry mit seinem onryonischen Begleiter und Anuupi Hüter-Anwärter Kahoyte in eine gefährliche Lage als sie bei einem Anschlag von extremistischen Onryonen auf einer Großveranstaltung in den Ruinen einer Arena in ein unterirdisches Höhlensystem einbrechen und verschollen gehen. Von der Oberfläche aus versucht Adams seinen alten Weggefährten wiederzufinden. Homer G. Adams wird in diesem Roman mit seiner nicht einfachen Beziehung zu Theresa Gooden einmal von einer völlig anderen und privaten Seite gezeigt.

Auch die Anuupi fand ich auch von Beginn an total faszinierend. Ihre exotische Daseinsform und die Symbiose mit den Onryonen werden im vorliegenden Roman etwas intensiver „beleuchtet“ als es in der Hauptserie bisher erfolgt ist. Ebenso kann der Autor die Kultur der Onryonen etwas tiefer zeichnen. Mir fällt auf, dass die Autoren in den letzten Perry Rhodan Romanen häufiger auf Perrys Vergangenheit vor der Mondlandung eingehen, seit Eschbach mit seinem Roman diese Zeit mit Inhalten gefüllt hat. Die Verweise machen Spaß und ich finde dies gut.  

Achtung jetzt folgen Spoiler! Bitte im nächsten Abschnitt weiterlesen, wenn ihr den Roman noch nicht gelesen habt und euch die Spannung erhalten möchtet. Im weiteren Verlauf geht es faszinierend  weiter und es werden mal wieder viele interessante Handlungsfäden aus der Hauptserie geschickt aufgenommen und neu verwoben. Perry hat mit seiner Zeitreise und der Begegnung mit den Kerouten auf der urzeitlichen Erde die aktuelle Situation auf Jolyona und den Dunkelwelten erst ausgelöst. Die Urbewohner der Erde haben auf der Flucht vor den Tiuphoren das ganze Programm und das holographische Abbild des Kerouten Manoulsi ins Leben gerufen. Das Perry Meister des jungen Kahoyte wird als Obanundi stirbt, und die daraus entstehenden Konflikte und Spannungen zwischen den beiden waren interessant. Die weiteren Erlebnisse und Interaktionen im Dreiergespann, als die Onryonin Cyndenno dazukam, fand ich einfach großartig. Zuletzt noch erwähnenswert finde ich den heimlichen Hauptakteur der Geschichte: den Anuupi Dualles, der mir während des Romans sehr ans Herz gewachsen ist.

Dieses Buch hat mich total begeistert und war für mich einer der besten Beiträge zum Perryversum seit sehr langer Zeit. Kurzweilig, spannend und mit seiner gewohnten Prise Ironie und Humor legt Michael Markus Thurner die Messlatte für die kommenden Bände der Reihe sehr hoch. Mit Robert Corvus und Madeleine Puljic mache ich mir da aber sehr große Hoffnung, dass dieses Niveau gehalten werden kann.

Verlag: Bastei Lübbe
Autor: Michael Marcus Thurner
ISBN/EAN: 9783404209422
Sprache: Deutsch
Umfang: 400 Seiten
Taschenbuch
Erschienen am 29.04.2019

Mittwoch, 29. Mai 2019

Maddrax 505 - Am Ende der Nahrungskette - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Cover von Shutterstock
Erschienen am 28.05.2019

Der Versuch von Matt und Aruula, zwischen den beiden Welten zu vermitteln, endete in einem Desaster. Sowohl die Ex-Technos als auch die Sauroiden glauben an einen Angriff der jeweils anderen Fraktion. Können die beiden einen blutigen Krieg überhaupt noch verhindern? Erst einmal müssen sie in einer von Dinosauriern dominierten Gesellschaft schlicht überleben, denn sie befinden sich zwischen beiden Fronten und am Ende der Nahrungskette...

Dieser Band schließt nahtlos an seinen Vorgänger an und setzt die Erlebnisse von Aruula und Matt nach ihrem Absturz im Dino-Parallelwelt-Areal fort. Wie es nach etlichen Missverständnissen und Feindseligkeiten zur Verständigung zwischen den so verschiedenen Spezies kommt, fand ich spannend und gut umgesetzt.

Colonel Kormak ist auch wieder mit von der Partie. Er hat durch den Flugsaurier die Fährte seines Erzfeindes aufgenommen und sich auf den Weg nach Yutaan gemacht. Noch kommt es in dieser Folge nicht zum Wiedersehen der beiden. Dafür haben Matt und Aruula genug mit den Sauroiden und Dinosauriern zu tun. Geprägt von Filmen wie Jurassic Park hatte ich ständig einen Film vor Augen und konnte mir alles sehr gut vorstellen. Wieder haben wir mit diesem Heft einen actionlastigen Pageturner vorliegen. Beide Bände habe ich in Rekordzeit konsumiert und nicht aus der Hand legen können. Lediglich eine kleine Kritik habe ich bezüglich der Schlichtung von Matt im Dorf der Ex-Technos am Ende. Diese gestaltete sich dann doch etwas überhastet. Die Reaktion auf die Toten die Matt zurückbringt und deren Begegnung mit Ydiel hätte nach meiner Auffassung kein Mensch so vernünftig und ohne weiteres weggesteckt. Die Sauroiden und Spezies auf der anderen Seite des Walls waren ja auch nicht so leicht von der Friedfertigkeit der Menschen zu überzeugen. Aber das hing ja letztendlich doch mehr an der Kommunikation. Grandios finde ich es dagegen, dass Aruula und Matt mit Ydiel nun einen neuen, exotischen Begleiter auf ihrem weiteren Weg haben.

Der Fortsetzung der Doppelfolge habe ich wirklich entgegen gefiebert. Belohnt wurde ich mit einem weiteren sehr guten Roman aus der Feder von Florian Hilleberg/Ian Rolf Hill. Die beiden Bände ergeben zusammen eine runde Geschichte voller Action in einem gut ausgearbeiteten, postapokalyptischen Jurassic Park Setting. Bis jetzt startet der neue Zyklus auf einem hohen Niveau und mit tollen Romanen, die keine Langeweile aufkommen lassen. Es wird schwer die Settings der beiden bisherigen Parallelwelten zu toppen. Aber ich bin sicher, ihr schafft das.

Samstag, 25. Mai 2019

Raumschiff Promet - Von Stern zu Stern - Eine "neue" Serie und ihre Geschichte


Zu den Rezensionen meiner alten Sternensonde-Fanpage gehörten auch immer die Publikationen und Serien des BLITZ-Verlages. Ich weiß gar nicht mehr wie der Kontakt mit Jörg Kaegelmann, dem Inhaber des Verlages, seinerzeit zustande kam oder wie ich auf die speziellen Serien des Verlages aufmerksam wurde. Die TITAN-Sternenabenteuer (wie die Fortsetzung der Promet-Serie zu dieser Zeit betitelt wurde) waren eine der Science-Fiction-Serien, die mich gleich begeisterten. Bisher total auf Perry Rhodan fixiert, fand ich TITAN/Promet spannend, exotisch und so ganz anders. Es war ein wenig trashig und es wurde im Gegensatz zu den eher konservativen anderen Serien im Genre nicht mit Sex und Crime gegeizt. Kultig beschreibt es wohl am besten.

Zunächst versuche ich vielleicht einmal unter Zuhilfenahme von Wikipedia und anderer Online-Quellen die wechselhaften Geschichte der Serie zu beleuchten:
1971 erfand Kurt Brand für den Kölner Andromeda Verlag (später: Astro Verlag) die als Raumschiff Promet bekannt gewordene, offiziell aber „Arn Borul – Von Stern zu Stern“ betitelte SF-Serie. Er betreute sie etwa ein Jahr lang, bevor er sich mit dem Verleger überwarf und durch den SF-Autor Hermann Peters ersetzt wurde. Kurt Brand war lange Jahre davor und danach ein fester Bestandteil des Perry Rhodan Autorenteams, entwickelte auch die Serie Ren Dhark und arbeitete mit an Krimireihen wie Die Fledermaus und Kommissar X und Jerry Cotton. Kurt Brand zählte mit seinen Werken und seinem Schaffen zu den Pionieren des Heftromans.

Schon den 1950er Jahren wurde Kurt Brand mit seinen immer fantastischen, manchmal "abgedrehten" Einzelromanen für diverse Leihbuchverlage bekannt. Die Mischung aus verrückten Ideen, bizarren, häufig nur angedeuteten Settings und seiner eigensinnigen Schreibweise – die sich teilweise wenig um die Regeln deutscher Grammatik scherte – wie sie für so ziemlich alle seine Werke typisch war, stieß fast ebenso häufig auf vehemente Kritik wie auf begeisterte Zustimmung. Auch Kritiker gestanden Brand zu, dass er sich immer deutlich vom „Einheitsbrei“ deutscher Leihbuch- und Heft-SF abgehoben hat. Diese ihm zugeschriebene Eigenwilligkeit zeigt sich auch im Konzept und Setting der Promet-Reihe.

Die Reihe ist im Laufe ihrer Zeit mehrfach umbenannt worden. Die ersten 20 Nummern trugen den Titel "Science Fiction Zukunftsroman". Ab dem Band 21 trug sie nach dem Konkurs des Andromeda Verlages und der Übernahme durch den Astro Verlag den Titel Astro Sonderband. Inhalt der Reihe waren die Abenteuer des Raumschiffes Promet - erst unter dem Titel "Arn Borul - von Stern zu Stern" erschienen, firmierte dann der bekanntere Reihenname "Raumschiff Promet" gleichberechtigt mit dem Heftroman-Reihentitel. Nachdem Kurt Brand vom Verlag keine Honorare mehr bekam, verweigerte er die Herausgabe weiterer Manuskripte und stellte die Serie ein. Die Reihe endete mitten in einer Neukonzeption, als man die Promet per Absturz "entsorgte" und mit dem "Raumschiff Titan" weitermachen wollte. Insgesamt kam somit die ursprüngliche Serie auf 65 Heftromane. Diese Idee der Fortführung wurde dann aber erst später vom Blitz Verlag aufgenommen.

Die Paperback-Serie "Raumschiff Promet – Neue Abenteuer" setzte die Abenteuer der Heftromane  fort. Diese Abenteuer waren ca. 20 Jahre nach der klassischen Serie angesiedelt. Parallel zu der Handlung erschien dann auch die Paperback-Serie "Raumschiff Promet - Sternenabenteuer". Diese brachte es aber nur auf vier Bände und wurde zugunsten der Fortsetzung der Storyline in "Titan Sternenabenteuer" eingestellt. Als Autor arbeitete hier unter anderem Thomas Ziegler mit, der auch die Exposés für die Fortsetzung verfasste. Diese Reihe brachte es insgesamt auf stolze 32 Bände bis dann ein erneuter Relaunch kam und die Serie mit 10 Harcoverbänden unter der Mitarbeit von E.C. Tubb und dem Titel "Star Voyager" ihre Fortsetzung und auch  den vorläufigen Abschluss der Hauptserie fand. Diese Handlung wurde nach der einheitlichen Umstellung auf das neue Taschenbuchformat des BLITZ-Verlages in "Raumschiff Promet – Die Abenteuer der Shalyn Shan" chronologisch weitererzählt.

Parallel dazu erscheint ähnlich wie beim Konzept von Perry Rhodan NEO seit dem Jahr 2013 "Raumschiff Promet - Von Stern zu Stern". Dort wird die Promet-Historie völlig neu aufgearbeitet. Verbliebene Rätsel werden gelöst, Logikfehler der alten Romane ausgemerzt, der Spannungsbogen gestrafft. Die fehlenden Handlungsjahre zwischen 2097 bis 2107 werden mit dieser Neuerzählung aufgefüllt, bis hin zum Oktober 2109, wo dann die parallel erschienenen Taschenbücher der Reihe „Raumschiff Promet – Die Abenteuer der Shalyn Shan“ den Kreis schließen werden. So soll nun endlich eine logische und komplette umfassende Promet-Reihe veröffentlicht werden. Innerhalb beider Serien sind namhafte Autoren wie Christian Montillon, Achim Mehnert und viele andere vertreten.

Soviel zur Historie und zum Verständnis der Serienzusammenhänge.

Ich habe die Serie seit den Titan-Sternenabenteuern bis zu den aktuellen Abenteuern von Shalyn Shan gelesen und genossen und auch zahlreiche andere lesenswerte Serien aus dem BLITZ-Sortiment abonniert (weitere Berichte zu diesen Serien folgen noch). Einzig die regelmäßigen Kehrtwenden in Erscheinungsform und Titel, das Warten auf Fortsetzungen und auch so mancher holpriger Serienverlauf trübten den Spaß in den vergangenen Jahren etwas. Somit habe ich mich über den Relaunch der Serie in überarbeiteter und zeitgemäßer Form sehr gefreut. Bisher hatten sich schon 25 Bände angesammelt, die ich mir nun in geballter Form vornehmen möchte um die Serie und ihre Handlung von Anfang an miterleben zu können. Derzeit bin ich bei Band 7 angelangt und sehr begeistert. Den aktuellen Autoren gelingt es auch mit den neuen Texten immer noch das kultige Flair und den Geist der alten Serie einzufangen und Promet im Sinne von Kurt Brands ursprünglicher Idee neu zu interpretieren.

In Band 1 durfte der bekannte Perry Rhodan Autor und Expokrat Christian Montillon den Grundstein zum Neustart der Serie legen. Montillon gibt offen zu kein Kenner der Promet-Reihe zu sein. Für einen routinierten Autor wie ihn stellt dies jedoch kein Hindernis dar. Ich denke eher, dass der Autor dadurch unbelastet an die Serie herangeht und auch durch fehlendes Hintergrundwissen frei neuinterpretieren kann. Die Handlung ist absolut klassisch für die damalige Zeit und wird auch in der neuen Serie nicht verfälscht oder mutwillig modernisiert. Die Menschheit trifft auf Außerirdische und nutzt deren Wissen und Technologie um der irdischen Raumfahrt einen Schub zu verpassen und letztendlich den Weltraum zu erobern. In diesem Fall in Gestalt des Moraners Arn Borul. Dessen Heimatplanet wurde von einer unbekannten fremden Macht in Form der schwarzen Raumer nahezu zerstört. Die Moraner werden in den Untergrund des Planeten gezwungen und sind vom Untergang bedroht. Hier kommt Arn Borul ins Spiel der mit seiner Crew und seinem Raumschiff die letzte Hoffnung der Moraner verkörpert. Er soll die ursprüngliche Heimat der Moraner zur Rettung seines Volkes aufsuchen. Diese Ursprungsheimat ist kein geringerer Planet als unsere Erde und somit landet Arn als letzter Überlebender der Mission auf der Erde, findet dort in seinen Rettern Freunde und versucht die Raumfahrt mit diesen soweit voranzutreiben um letztendlich zurück nach Moran zu gelangen um seine Welt und sein Volk zu retten. Wie schon gesagt, eine klassische Heftromanstory der Siebziger in neuem Gewand. Aber genau das macht diese kultige Serie wiederum interessant und lässt Nostalgiker in den guten alten Zeiten des Science-Fiction-Genres schwelgen. Wie schon die ursprüngliche Serie legt auch die Neuinterpretation keinen Wert auf große, epische Raumschlachten oder techniklastige Texte. Der Fokus liegt auf dem Abenteuer, der Erkundung fremder Welten und der Begegnung mit exotischen Spezies. Mit den stilistischen Mitteln mit denen Raumschiff Enterprise oder Raumschiff Orion damals die Science-Fiction im Fernsehen geprägt haben, ist auch Promet unterwegs. Doch die Einzelabenteuer reihen sich hier im Gegensatz dazu zu einer Gesamtstory aneinander.

Raumschiff Promet war und ist puristische Abenteuerliteratur im Weltraum. Wer also leicht aber auch gut und spannend unterhalten werden möchte, der liegt mit "Raumschiff Promet – Von Stern zu Stern" genau richtig!

 Blitz-Verlag

Donnerstag, 16. Mai 2019

Maddrax Band 504 - Evolution - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Cover von Shutterstock
Erschienen am 14.05.2019

Eine faszinierende Vorstellung: Was wäre mit der Erde, ihrer Flora und Fauna geschehen, wenn damals, vor 65 Millionen Jahren, der "Große Zerstörer" nicht eingeschlagen wäre und das Ende der Dinosaurier herbeigeführt hätte? Wie wäre die Evolution dann verlaufen? Hätte sich der Mensch überhaupt entwickeln können? Fragen, denen sich Matt Drax und Aruula plötzlich stellen müssen, als ein Parallelwelt-Areal bei Yukatán, Mexiko auftaucht, in dem die Erdgeschichte seit Jahrmillionen völlig anders verlaufen ist...

Wenn eine Serie sich Genremix auf die Fahnen schreiben darf, dann Maddrax. Ich bin nach meinem Wiedereinstieg in die Serie total begeistert, wie vielfältig und abwechslungsreich der aktuelle Zyklus ab Band 500 startet. 

Nun erleben wir mit dem Beitrag von Ian Rolf Hill alias Florian Hilleberg das Auftauchen einer weiteren Parallelwelt mit der Maddrax und Aruula sich auseinandersetzen müssen.
Es geht um ein Areal aus einer möglichen Urzeit der Erde, in der kein Komet die Dinosaurier ausgelöscht hat. Somit konnte die Evolution eine andere Art von Leben weiterentwickeln. Die Primaten sind die untergeordnete Spezies geblieben und einige Echsenarten zur führenden Spezies geworden.

Schön untermauert wird das ganze Szenario mit eineinhalb Seiten Bericht über die Hintergründe der Entwicklung, über die sich der Autor Gedanken gemacht und sehr gut ausgearbeitet hat. Die Wissenschaft hat diese These durchaus auch auf dem Schirm, ist jedoch zwiegestalten. Eine Theorie besagt, das die Dinosaurier schon vor dem Einschlag des Kometen eine bedrohte und aussterbende Art gewesen sind und auch ohne große Katastrophe nur einige kleinere Echsen (wie die Krokodile) und Pflanzenfresser überlebt hätten. Dies wäre jedoch relativ  langweilig für die Handlung gewesen. Also wählt Rolf Hilleberg eine der anderen Theorien. Nämlich die der intelligenten Weiterentwicklung der Echsenarten. So taucht plötzlich im Bereich der Yucatán-Halbinsel im ehemaligen Mexiko, der vermuteten Einschlagstelle des Kometen vor 65 Millionen Jahren, die besagte Parallelwelt auf und überrascht die dortigen Bewohner mit einem Szenario à la Jurrasic-Park. Da tauchen zunächst Flugechsen auf, die Aruula und Matt bereits das Unheil ankündigen. Tyrannosaurier greifen an. Aber auch die schon besagte intelligente, an Daamuren erinnernde Spezies. Einer von ihnen ist Ydiel der Szousss und er stellt sich wie unsere Helden die Frage, was mit seiner Umgebung passiert ist. Es kommt in einer fesselnden Handlung letztendlich zur Konfrontation der Sauroiden mit den Ex-Technos des postapokalyptischen Yucatán. Matt und Aruula geraten bei einem Schlichtungsversuch und ihren Nachforschungen zwischen die Fronten.

Ich bin besonders gespannt, warum und wodurch die wuchernde Begrenzung der Areale ausgelöst wird und was es insgesamt mit den Phänomenen auf sich hat. „Leider“ handelt es sich beim aktuellen und kommenden Band um einen Zweiteiler und der Roman endet in einem Cliffhanger. Bis zu diesem gestaltet sich der Roman aber als echter Pageturner, den ich nicht aus den Händen legen konnte. Ein Szenario und Charaktere die riesig Spaß machen und ein für meinen Geschmack durchdachtes Setting, dass mich fasziniert hat und bei dem ich unbedingt mehr über die Hintergründe erfahren wollte. Es werden wieder zwei lange Wochen bis zur Fortsetzung…

Samstag, 4. Mai 2019

10 Bände Mythos Erde - Ein erster Eindruck


Der Start in den neuen Zyklus hat Spaß gemacht und weckte große Erwartungen. Nachdem der letzte Zyklus mit einem großen Paukenschlag beendet wurde und viele Protagonisten in Raum und Zeit verloren gingen, starten wir nun in eine neue Epoche.

493 Jahre sind nach der erfolgreichen Bekämpfung des Weltenbrands vergangen. Rhodan und seine Besatzung erwachen in der RAS TSCHUBAI und müssen sich zuerst orientieren. Mit Zemina Paath taucht schon im ersten Band ein interessanter und ominöser neuer Charakter auf. Die Erde ist (wie der Zyklusname schon besagt) zum Mythos geworden. Es herrscht die Cairanische Epoche und Datensintflut und Posizid haben für die aktuelle Situation gesorgt. Was genau unter den Begriffen zu verstehen ist, bleibt in den ersten zehn Bänden größtenteils unklar. Was wir wissen ist, dass es im Solsystem vor langer Zeit zu einem Ereignis gekommen, das „der Raptus“ (Raub) genannt wird. Es gibt hunderte Legenden über Terra und die Terraner, aber keine gesicherten Informationen, und zwar auch aufgrund eines milchstraßenweiten Datenverlusts, der als Posizid bezeichnet wird. Damals wurden alle Datenbestände korrumpiert. Anschließend wurden unzählige Speichermedien im Rahmen einer Datensintflut mit widersprüchlichen Informationen neu bespielt. Möglicherweise kennt somit nur noch die Besatzung der RAS die wahre Geschichte der Menschheit.

Wie der Identitätsverlust der Erde in der relativ kurzen Zeitspanne passieren konnte ist natürlich das große Geheimnis der aktuellen Handlung. Die Erde existiert also in dieser Zeit nicht mehr und scheint auch nie existiert zu haben, auch wenn es noch Terraner in der Milchstraße gibt. Die Solare Residenz befindet sich nun in Neu Terrania, der Hauptstadt des Planeten Rudyn im Ephelegonsystem, welches von einem Kristallschirm geschützt wird. Resident ist Reginald Bull und Vetris-Molaud ist scheinbar zu einem wichtigen Partner und Freund geworden. Der Posbi Ganud, einst Berater des tefrodischen Machthabers, ist jetzt Bulls Leibwächter und Vertrauter. Bull vermisst seine Frau Toio und seine Tochter Shinae (die beiden haben sich in die Stadt Allerorten zurückgezogen) und er glaubt fest daran, dass Perry Rhodan eines Tages zurückkehren wird.

Dies macht die Situationserklärung nicht einfacher, da es fast unglaublich scheint, dass solche Zeitzeugen nicht der aktuellen Lage entgegenwirken konnten. Die Cairaner treten nicht sehr sympathisch auf und sind in dem ganzen Konstrukt noch nicht klar einzuordnen. Sie werden Friedensmacher genannt, doch ob sie diesem Ruf nach gerecht werden, ist noch zweifelhaft. Sie bekämpfen die Ladhonen in der Milchstraße, ebenfalls ein bisher unbekannter Gegner. Wer sind die Cairaner und Ladhonen? Woher kommen sie ursprünglich? Sind sie gar für die aktuelle Situation verantwortlich? Leider kommen wir in den ersten zehn Bänden diesen und anderen Antworten fast keinen Schritt näher und treffen auch noch nicht auf Reginald Bull, der uns wahrscheinlich weiterhelfen könnte in Sachen Erkenntnisgewinnung. Vielmehr fühlt sich dieser Zyklus nach den ersten Bänden wie eine Aneinanderreihung von Füllromanen an. Diese sind mal besser, mal schlechter. Größtenteils fühlte ich mich dennoch gut unterhalten, wenn mir auch das gewisse Etwas oft fehlte. Selten ist es mir so schwer gefallen, mich in einen neuen Zyklus einzufinden. Dabei finde ich die Handlungsidee sehr spannend. Wie oben schon erwähnt wurden im Jubiläumsband 3000 große Erwartungen geweckt und der Weg hervorragend für die weitere Handlung geebnet. Die Euphorie verliert sich dann aber schon schnell in den nachfolgenden Bänden. 

Wirklich herausragend ist für mich neben Band 3000 dabei nur Band 3005 „Wiege der Menschheit“ von Andreas Brandhorst. Der Bestsellerautor steuert seit langer Zeit wieder mal einen Gastroman zur Serie bei der absolut überzeugt und eine in sich starke Handlung aufweist. Zemina Paath, der für mich beste neue Charakter der aktuellen Handlung, wird noch sehr sparsam eingesetzt. Dafür darf sich der Siganese Tenga oft austoben. Ich weiß noch nicht recht was ich von ihm halten soll. Manchmal finde ich ihn recht amüsant. Oft aber einfach nur nervig. Zudem fand ich die ersten Bände zu Posbilastig. Auch wenn die alten Weggefährten scheinbar eine Schlüsselrolle in der aktuellen Handlung einnehmen. Ich hoffe, dass die Handlung nun bald etwas Fahrt aufnimmt und bin weiterhin guter Dinge, da soviel Potential in dem Plott stecken könnte. Und wir haben gerade mal die Einführung erlebt. Das was bei einem Film die ersten zehn bis fünfzehn Minuten ausmachen würden. Da ist noch jede Menge Platz für gute Unterhaltung. Auch wenn ich bisher meistens gerade von den ersten Bänden eines Zyklus total gefesselt war, will ich nicht glauben, dass der Jubiläumszyklus floppen wird.

PERRY RHODAN ®, ATLAN ® und Mausbiber Gucky ® sind eingetragene Warenzeichen der Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt.

Recherchequelle: Perrypedia

Freitag, 3. Mai 2019

Maddrax Band 503 - Aufstieg des Bösen - von Michael M. Thurner


Geschrieben von Michael M. Thurner 
Cover von Néstor Taylor
Erschienen am 30.04.2019

Colonel Aran Kormak weiß nicht, dass er eine Katastrophe ausgelöst hat, die unzählige Leben kostete, einen Mond zerstörte und Parallelwelt-Anomalien auf der Erde entstehen ließ. Ihm ging es nur darum, aus dem Ringplanetensystem zu entkommen – und das ist ihm gelungen.

Nun, zurück auf der Erde, steht er wieder ganz am Anfang. Aber er wäre nicht Aran Kormak, wenn er nicht mit aller Energie, Skrupellosigkeit und Härte daran gehen würde, seinen alten Satus wiederzuerlangen. Koste es, was es wolle...

Da ist er also, der (für mich) neue Bösewicht der Serie. Ich weiß leider nicht, ob hier zum ersten mal die Vergangenheit von Kormak beleuchtet wird. Auf jeden Fall behandelt der Roman, wie der Titel schon sagt, dessen Aufstieg und Wiederaufstieg. Nun verstehe ich auch den Überraschungseffekt am Ende von Band 501, der mir durch meine Unkenntnis vollkommen entgangen ist. Aran Kormak ist zurück zur Erde gelangt und Auslöser der derzeitigen Ereignisse. Michael M. Thurner erzählt in seinem Roman nun unter anderem die Vorgeschichte des Bösewichts. In zwei Ebenen werden die aktuellen Ereignisse nach seiner Rückkehr und seine Erlebnisse in Jugendzeiten erzählt. Dabei zeigt sich schon in jungen Jahren dessen Skrupellosigkeit und sein eiskaltes Kalkül. Dieses setzt er auch dazu ein, wieder an Macht und Einfluss auf der Erde zu gewinnen. M. M. Thurner liefert einen sehr guten Roman ab. Ich finde das seine Stärken schon immer Geschichten waren, die die schwierigen, bösen oder unbequemen Charaktere behandelten. Ob er jemanden über die Klinge springen lässt oder auch mal einen beliebten Protagonisten verstümmelt (ich denke immer noch gerne an Arulaas abgetrenntes Fingerglied zurück und die Reaktionen der Leser darauf). Es scheint ihm jedenfalls Vergnügen zu bereiten und dies merkt man den Romanen auch an. Und mich hat er da ganz auf seiner Seite. Ich mag es, wenn es nicht immer ein Happy End gibt und auch mal ein Charakter unerwartet stirbt. Dies macht einen Roman oder eine Serie für mich erst interessant und authentisch. Aran Kormak gefällt mir als Bösewicht und er verspricht unsere Helden auf Trapp zu halten. Besonders hat mir seine Zähmung der Siragippe und Abrichtung als Reittier gefallen. So wie die ganze Thematik um die Siragippen und den Mythos um Öörum. Das Finale der Geschichte deutet schon an, was die Cover der kommenden Romane zeigen. Nun geht es in die Urzeit. Ein Areal aus der Ära der Dinosaurier scheint aufgetaucht zu sein und sendet seine Vorboten.

Auch in dieser Folge bekomme ich wieder alles geliefert, was Maddrax ausmacht und mir zu Anfang der Serie so gefallen hat. Die Technos spielen wieder eine Rolle und es wimmelt von Andronen und Siragippen. Die Pause hat gutgetan und ich genieße derzeit jeden einzelnen Roman der Reihe. Bisher macht es den Eindruck als wollte die Serie ein wenig „back to the roots“ ohne auf Neuheiten zu verzichten. Das finde ich sehr gut.

Nicht unerwähnt bleiben darf auch das grandiose Cover von Néstor Taylor. Auf den Punkt würde ich sagen und wie ich finde ein kleines Kunstwerk.

Dienstag, 23. April 2019

Fahrenheit 451 - von Ray Bradbury

451 Grad Fahrenheit, 232 Grad Celsius: die Temperatur, bei der Bücherpapier Feuer fängt und verbrennt … In der Zukunft ist das Lesen von Büchern streng verboten, und es ist die Aufgabe der Feuerwehr, Bücher aufzustöbern und zu verbrennen. Pflichtgetreu versieht Feuerwehrmann Guy Montag seinen Dienst. Doch als er die junge Clarisse kennenlernt, ändert sich seine Einstellung, und er begeht eine folgenschwere Tat: Er liest ein Buch.

Lange schon wollte ich diesen Klassiker der Weltliteratur lesen. Mit der Neuausgabe von Heyne aus 2018 habe ich mir den Band nun endlich zugelegt. Die Thematik ist auch heute noch aktuell und hat in vielen Aspekten immer noch eine erschreckende Nähe zu unserer Gegenwart. Damit hat mich der Roman nachhaltig beeindruckt. 

Fahrenheit 451 ist ein dystopischer Roman von Ray Bradbury, der erstmals 1953 im Verlag „Ballantine Books“ erschien und seitdem in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Er basiert auf der Novelle The Fire Man von Bradbury, die seinerzeit in Galaxy Science Fiction erschien. In dieser Ausgabe liegt ein Nachwort von Sascha Mamczak vor. Hier erfahre ich, dass die Novelle in ihrer Urform vom damals schon erfahrenen Autor Bradbury als eine Art Groschenroman in kurzer Zeit geschrieben wurde. Damit schließt sich für mich der Kreis zu meiner Passion für Romanhefte. Später überarbeitet landete die Geschichte letztendlich in der vorliegenden Buchform auf dem Markt.

Wie mächtig das geschriebene Wort sein kann und wie oft totalitäre Regime es mit Bücherverbrennungen, Zensur und Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit bekämpft haben, zeigt uns Geschichte und Gegenwart. Heutzutage ist die Manipulation und Lenkung der Massen in den multimedialen Bereich von Fernsehen, Internet und den sozialen Medien verlagert worden. Die möglichen Auswirkungen sehen wir heutzutage sogar in demokratischen Ländern und auch bei uns in Europa oder seinen unmittelbaren Nachbarn. Mann werfe nur einen Blick auf die letzten Wahlen in den USA oder den Brexit. Genauso manipulativ und meinungsbildend können natürlich auch Bücher sein. Oder waren es in der Vergangenheit. Letztendlich ist einer der wichtigsten Aspekte von Freiheit und Demokratie, sich zu entscheiden was man liest, anschaut oder mit welchen Mitteln auch immer eine eigene Meinung bildet. Welches Ergebnis daraus resultiert, hängt letztendlich vom Bildungsgrad und moralischen Kompass eines jeden einzelnen ab. Dies erkennt letztendlich auch Ray Bradburys Protagonisten Guy Montag. Er wird durch das extreme Verhalten seiner Frau aufgeweckt und empfänglich für die philosophischen Aussagen des Mädchens Clarisse. Diese bringen ihn zum Nachdenken und die weiteren Ereignisse und Begegnungen führen letztendlich zu seiner ganz persönlichen Revolution.


Die Kunst eines guten Autors ist es, in einer kurzen Novelle so viel zu verpacken, dass man denkt, einen riesigen Wälzer gelesen zu haben. Gehaltvoll würde es am besten treffen. Dieser Roman ist absolut lesenswert und wie schon gesagt zeitlos im Thema und seiner Interpretation.


Verlag:Heyne
Aus dem Amerikanischen von Fritz Güttinger
Originaltitel: Fahrenheit 451
Originalverlag: Heyne
Taschenbuch, Broschur
208 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-31983-7

Donnerstag, 18. April 2019

Maddrax Band 502 - Der Roswell-Zwischenfall - von Manfred Weinland

Endlich erfahren wir durch Maddrax was 1947 wirklich in Roswell passiert ist. Manfred Weinland erzählt uns die ganze Wahrheit in Band 502. Dieser Roman bietet wieder, was mich an Maddrax  von Anfang an begeistert hat: Die Verbindungen von Ereignissen aus unserer Vergangenheit mit den Geschehnissen in der dunklen Zukunft der Erde.

Ich habe mich auf Rat von Michael Schönenbröcher letztendlich doch dazu entschlossen, nicht nur die Vorgeschichte aus meiner ungelesenen Sammlung zu kramen, sondern auch die Zusammenfassung aus den Vorgängerbänden so weit zu lesen, um ein besseres Verständnis für die aktuellen Zusammenhänge zu bekommen. Letzte Woche habe ich mir also Band 473 "Die Ufo-Sekte" vorgenommen um die Wartezeit zu überbrücken. So kam ich in den Genuss, die ganze Story in einem Rutsch zu lesen. Und es war eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack. Schreibstil und Erzählweise von Manfred Weinland sind dabei gewohnt flüssig und gut.

Nachdem ich wusste, warum der Kasynari "Grey" Hordelab ohne Gedächtnis in Last Remember (dem ehemaligen Roswell) gelandet war, verfolgte ich mit Spannung seine Geschichte bis zum dramatischen Ende. Fakten und Fiktion werden gelungen verwoben um die damaligen Ereignisse in unserer Realität mit den Geschehnissen der Maddrax-Serie zu verknüpfen. So beeinflusst eigentlich erst Hordelabs Ausflug in die Vergangenheit seine eigene Zukunft und führt zu den rätselhaften Ereignissen in der Vergangenheit und letztendlich auch zur Geschichte von Last Remember in der Zukunft.

Mit diesem Band wird nun ein weiter Austausch von Arealen innerhalb Zukunft und Vergangenheit bzw. zwischen Parelellwelten verschiedenster Zeitepochen zum Thema. Genial fand ich auch die Versetzung der einer Taratze in die Vergangenheit und den Wirbel für den sie dort sorgte. Leider gab es durch die Vertuschung der Regierung nie ein Foto oder Beweis einer Taratze von 1947. Höchstens von verstümmelten Tierkadavern im Zusammenhang mit Ufo-Sichtungen.

Der Roman bzw. die beiden Romane haben Spaß gemacht und können eigentlich so wie sie sind als eigenständig angesehen werden. Ich hätte mir diese auch sehr gut als Taschenbuch innerhalb der Zaubermondreihe vorstellen können, die leider nicht mehr fortgeführt wurde.

Bilder Copyright (c) Bastei Lübbe

Samstag, 13. April 2019

Perry Rhodan - Das größte Abenteuer - von Andreas Eschbach

Wer war nochmal der erste Mann auf dem Mond?


Diese Frage würde ich spontan gefragt aufgrund meiner Vorbelastung womöglich mit Perry Rhodan beantworten. So sehr sind mir das Perryversum und die parallele Geschichtsentwicklung des Terraners in Fleisch und Blut übergegangen. Natürlich war es in unserem Universum Neil Alden Armstrong. Wie es dazu kam, dass in der Heftromanserie Perry Rhodan seinen Platz eingenommen hat, erzählt Andreas Eschbach in seinem Roman „Perry Rhodan - Das größte Abenteuer“. Dieses Buch ist eines der "Geschenke" der PR-Redaktion für die Fans der Serie im Jubiläumsjahr 2019 in dem Band 3000 veröffentlicht wurde. Erschienen ist das rund 850 Seiten starke Werk im Fischer Tor Verlag. Ich habe seit der Vorankündigung im letzten Jahr diesem Titel entgegen gefiebert.

Im Teaser zum Buch heißt es: Wer ist Perry Rhodan? Bestsellerautor Andreas Eschbach erzählt die Vorgeschichte des legendären Weltraumhelden. Cape Kennedy, 1971: Nach dem katastrophalen Scheitern der Apollo-Missionen unternehmen die Amerikaner einen letzten verzweifelten Versuch, das Rennen zum Mond zu gewinnen. Der Name des Raumschiffs: Stardust. Der Name des Kommandanten: Perry Rhodan. Mit diesem bahnbrechenden Ereignis startete die Science-Fiction-Serie Perry Rhodan. Und wurde zur erfolgreichsten Fortsetzungsgeschichte der Welt. Doch erst jetzt erfahren wir, wie alles wirklich begann: Perry Rhodans Jugend, seine politischen Eskapaden, seine Abenteuer als Testpilot und die geheime Geschichte der bemannten Weltraumfahrt. Andreas Eschbach erzählt, wie Perry Rhodan zu der legendären Gestalt wurde, die die Menschheit zu den Sternen führt.

Obwohl jeder Fan glaubt, Perry Rhodan zu kennen, wissen wir aus 3000 Heften nur wenig über die Zeit vor seiner Mondlandung. Und hier tobt sich Andreas Eschbach mit der Erfahrung eines Bestsellerautors, Serienkenners und Fan der ersten Stunde aus. Obwohl wir von Beginn an wissen, worauf alles hinauslaufen wird, versteht Eschbach es, jederzeit eine spannenden Geschichte zu erzählen. Ich habe beim lesen geschmunzelt, gelacht, nachdenklich und auch manchmal traurig die vorunsterbliche Lebensgeschichte des Terraners verfolgt. Der Autor vermittelt gekonnt in seinen Erzählungen die Atmosphäre und den Zeitgeist der jeweiligen Dekade. Bei Perrys Begegnungen mit Berühmtheiten aus der uns bekannten Geschichte musste ich mehrfach an Forrest Gump denken. Geschickt platziert Eschbach unseren Helden in geschichtsträchtige Szenen der Vergangenheit. Er begegnet in seinem Leben mehr oder weniger direkt, Martin Luther King, John F. Kennedy und natürlich auch Armstrong und Co. Intensiv wird auch seine Kindheit, der Verlust seiner Schwester Deborah oder die komplizierte Freundschaft zu seinem farbigen Freund Leroy Washington thematisiert. Ebenso interessant zeichnet Eschbach seinen Weg zum Risikopiloten und wie es letztendlich zur Stardust-Mission kam und das Apollo-Programm eingestellt wurde. Ich war etwas verwundert, dass das Buch weit über die eigentliche Mondlandung und die Entdeckung der Arkoniden hinausgeht. Etwas frischer und moderner erzählt Andreas Eschbach auch noch die weiteren Ereignisse in der Wüste Gobi, die Behandlung des an Leukämie erkrankten Crest und auch die Bedrohung der Erde durch die Individualverformer nach. 

Das Ganze erfolgt durch einen (uns Fans) bekannten Chronisten: Homer G. Adams. Das Finanzgenie des Solaren Imperiums erzählt nämlich die ganze Geschichte aus der Recherche verschiedenster Quellen und den Gesprächen, die er im Laufe seines Lebens mit Perry Rhodan geführt hat. Besonders gelungen finde ich, wie Eschbach die Geschichte der Raumfahrt ganz locker leicht nebenbei erzählt. Fundiert erfahre ich hier Dinge über Sputnik, Apollo und anderen Meilensteinen, die mir so nicht bewusst wahren. Immer wieder animiert mich die Geschichte zum googeln. Und so wird der Roman auch zum Geschichtsunterricht. Bis zu dem Punkt, an dem sich unsere Realität und die des Protagonisten verzweigen. Dort wo das Perryversum anfängt, die Parallelwelt des Terraners beginnt. Wie durch Ernst Ellerts auftreten, dem Einfluss von ES, dem Schmetterlingseffekt die Zeit beeinflusst und eine andere Geschichte fortgeschrieben wird. Die des Erben des Universums so wie wir sie kennen…

Mein Fazit: Großartige Unterhaltung für Perry Rhodan Fans und alle die sich für Raumfahrt und deren Geschichte interessieren. Der Roman hat meine Erwartungen noch übertroffen. Ich habe „Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ übrigens gelesen und gehört. Das Hörbuch ist genauso großartig geworden und der Sprecher Uve Teschner überragend.

Montag, 1. April 2019

Maddrax Band 501 - Die Kolonie - von Sascha Vennemann

Sehnsüchtig habe ich auf die Fortsetzung gewartet, hatte ich doch den Jubiläumsband bereits am Erscheinungstag in zwei Stunden durch. Gott sei Dank hatte mein Bahnhofskiosk den aktuellen Band schon am vergangenen Samstag. Und diesen habe ich auch wieder in einem Rutsch durchgelesen. 

Der Roman schließt nahtlos an den Vorgänger an bzw. kommt ein Handlungsabschnitt mit der titel gebenden Kolonie dazu. Auch die Handlung um die Stadt Lancaster aus der Parallelwelt wird fortgesetzt und soweit zu Ende gebracht, was die "Entführung" Lavernes betrifft. Ich muss sagen, dass ich diesmal etwas Probleme hatte der Handlung auf Novis und dem Ringplanetensystem zu folgen. Dafür fehlte mir einfach der Hintergrund des letzten Zyklus. Und wie schon in der Rezi zu Band 500 erwähnt, wollte ich die Zusammenfassung (die in diesem Band übrigens mit Teil zwei komplettiert wird) nicht lesen. Also selbst schuld! Dennoch bin ich zurecht gekommen. 


Es wird klarer, dass beim Projekt Mondsprung etwas schief gelaufen ist. Was genau, wird uns natürlich noch längere Zeit beschäftigen, denke ich. Das Lancaster die einzige Anomalie sein wird, wage ich zu bezweifeln.

Besonders das Wiedersehen mit der Thematik um die Zeitsteine aus dem Ursprung hat mich total begeistert. Der Zyklus in dem damals Mutter für Angst und Schrecken sorgte, gehört zu meinen persönlichen Highlights. Genau wie der Ausalazyklus und dem "Volk der Tiefe", bei dem die Meinungen damals ja stark auseinander gingen.


Aber zurück zum vorliegenden Roman. Bis auf meine ganz persönlichen Schwierigkeiten mit einigen Handlungsebenen ist der Roman so solide geschrieben wie sein Vorgänger. Besonders die Fortsetzung der Handlung in Lancaster ist gelungen und hat mir wieder besonders gut gefallen. Ich hoffe auf weitere Abenteuer im Steampunk-Setting.


Auf den nächsten Band freue ich mich wirklich ganz besonders. Einer meiner Lieblingsautoren und Erschaffer der grandiosen Bad-Earth-Serie, Manfred Weinland, zeichnet für Nummer 502 verantwortlich. Und das Thema ist grandios. Es geht um den Roswell-Zwischenfall bei dem wohl die Kasynari ihre langen, grauen Finger im Spiel hatten. Ich habe da ja im letzten Zyklus einiges verpasst wie ich sehe, da hier wohl auch eine Handlung aus den letzten hundert Bänden fortgeführt wird. Es werden lange und harte zwei Wochen bis zum Erscheinungsdatum. Vielleicht lese ich ja als Einstieg Band 473 um die Wartezeit zu überbrücken, Hier gibt es weitere Infos dazu auf der Autorenseite von Manfred Weinland...

Sonntag, 31. März 2019

Mythos Erde - Gedanken zu 3.000 Bänden und meinem Leben mit Perry Rhodan



Seit nunmehr 58 Jahren erscheint Woche für Woche ein Abenteuer der erfolgreichsten und größten Romanserie der Welt. Das heißt konkret über 3000 Heftromane seit 1961. Ich habe nicht alle gelesen, musste ich doch zunächst noch 9 Jahre bis zu meiner Geburt warten und dann noch einmal 6 Jahre um lesen zu lernen. Dann dauerte es noch bis zu meinem 16 Lebensjahr bis mir meine Mutter beim Tante-Emma-Laden in unserem Dorf (es gab dort fast alles und auch ein paar Zeitschriften und Bücher) den Band 205 der bereits fünften Auflage der Serie kaufte. Der Titel lautete „Der Wächter von Andromeda“. Das Cover von Johnny Bruck zog mich sofort in den Bann. Ich habe heute noch den liegenden Roboter vor Augen, der in Richtung des Betrachters mit einem Strahler feuert während im Hintergrund Raumschiffe über den Himmel ziehen. 

Ich habe im Sommer 1986 trotz wiederholter Lektüre des Romans nicht einmal die Hälfte verstanden. Aber das was ich verstand, faszinierte mich. Und hat einen das Perryversum einmal gepackt, kommt man nicht mehr davon los. Ich stürmte also ein paar Tage später zum Händler, der damals mehrere Ausgabe die nicht verkauft wurden im Regal hortete (etwas das heute gar nicht, oder selten vorkommt) und bekam dort noch die Bände 203 und 204. Besonders an die Handlung in Heft 204 „Das Drung“ erinnere ich mich selbst heute noch gut. Hier hatte ich zum ersten mal eine Begegnung mit einem völlig fremdartigen Lebewesen, das die Helden bedrohte und in Atem hielt. So langsam ergab alles ein Bild, und Fachbegriffe einen Sinn. Es gab ja noch kein Internet und auch die Lexika der Serie waren noch nicht in meiner Sammlung um Personen und Begriffe nachzuschlagen. Also musste ich mich durchkämpfen. Was aber nicht lange dauerte und der erste Großzyklus der Serie „Die Meister der Insel“ hat mich (wie viele andere Fans der Serie) gefesselt und nachhaltig beeindruckt. Ich bin immer bei der Stange geblieben. Habe die Anfänge der Serie mit den Silberbänden nachgeholt. Diese hatten mich schon als kleiner Bub in den Auslagen der Bahnhofsbuchhandlung total fasziniert.


Ich bin immer ein „stiller“ Fan geblieben. Habe ganze zwei Beiträge eingesendet. Und das waren Bilder für die Lesergalerie. Ein Cartoon und eine Collage aus Titelbildern der Serie in Aquarell. Letzteres gibt es tatsächlich noch wie man links sieht.

Als ich in den Achtzigern eine Lehre als Druckvorlagenhersteller anfing, plante ich ein Fanzine als Ebay-ähnliche Tauschbörse für Hefte und Fanartikel zu veröffentlichen. Es scheiterte leider an den damaligen Möglichkeiten ein solches Magazin entsprechend zu vertreiben. Jahre später kam das Internet und irgendwann entschied ich mich, eine Fanpage für meine geliebten Heftromanserien ins Leben zu rufen. Die Sternenonde-Fanpage war geboren und nun kam ich mit Fans, Autoren und Verlagen auf Cons und Messen in Berührung, führte Interviews für die Seite und bekam einen tieferen Einblick ins Fandom.

Den ersten Weltcon 1986 in meiner Heimat Saarbrücken habe ich leider knapp verpasst obwohl dieser quasi vor der Haustür stattfand. Das ärgert mich bis heute. Dafür konnte ich dies 2011 beim Weltcon in Mannheim zum 50-jährigen Jubiläum der Serie nachholen. Und habe es in vollen Zügen genossen. Gleichgesinnte und Autoren mit denen man diskutieren, schwärmen und in Erinnerungen schwelgen und sein Hobby voll ausleben konnte. Perry Rhodan Neo startete neu durch, was mich besonders faszinierte. Den Beginn einer neuen Ära selbst mitzuerleben. Mittlerweile ist Neo auch schon dort, wo 1986 die 5.Auflage der Hauptserie war: bei Band 200. Besonders freute mich beim Con in Mnnheim, dass ich dort noch meinen Lieblingsautoren und Atlan-Chronisten Hans Kneifel kennenlernen durfte, der kurze Zeit später leider verstarb. Bis heute ist Atlan meine Lieblingsromanfigur der Serie geblieben.

In der ganzen Zeit meines Fan-Daseins legte ich immer wieder Pausen ein, versäumte Zyklen, las Atlan und die Taschenbücher zur „Abwechslung“, so dass ich insgesamt vielleicht die Hälfte der erschienenen Hauptserie in irgendeiner Form gelesen habe. Dazu kommen wie schon erwähnt etliche PR-Miniserien, die Heyne-Taschenbücher, Atlan usw. Und das nun auch schon seit 35 Jahren. So gehört Perry Rhodan seither fest zu meinem täglichen Leben. 

Seit Band 2600 bin ich aber wieder voll und durchgehend in der Erstauflage dabei gewesen. Band 3000 ist aber der erste Jubiläums-Tausender-Band den ich in der Handlung erlebe. Bei Band 1000 und bei Band 2000 hatte ich eine meiner Auszeiten. Kaufte die Hefte nur zum sammeln und las wieder quer. Deshalb fieberte ich dem Zeitsprung und dem Mythos Erde besonders entgegen.


Band 4000 erscheint nach meiner Rechnung irgendwann 2038. Und wenn nichts dazwischen kommt, bin ich dann im Ruhestand und könnte dann alle versäumten Abenteuer nachholen. Auf jeden Fall bin ich (so Gott will) wieder oder immer noch dabei. Denn Perry Rhodan ist auch ein Teil meiner Geschichte der Menschheit in der Zukunft geworden...

Samstag, 30. März 2019

Maddrax 500 - Zeitbeben - von Sascha Vennemann

Der Jubiläumsband hat mich nun zurück in die Welt von Maddrax geführt. Und was soll ich sagen… 
Trotz fast 150 Bänden Abstinenz war ich bereits nach den ersten Seiten wieder drin. Mit dem angenehmen Gefühl des Heimkommens und dem Wiedersehen liebgewonnener Charaktere.
Auch Dinge wie Flächenräumer, Wandler, Streiter, PROTO - alles noch da. Vieles lässt mich sofort in Erinnerungen schwelgen. Anderes macht mich neugierig irgendwann doch die versäumten Hefte nachzuholen. Ich freue mich die neuen Charaktere kennenzulernen. Das Maddrax-Universum hat sich erweitert, ist reifer und umfangreicher geworden.
Was ich auch grandios finde, ist die Tatsache, dass der Band von Sascha Vennemann geschrieben wurde. Einem Mann aus dem Fandom, Leser der ersten Stunde, dem Andronenreiter. Bei seinen Romanen hatte ich immer das Gefühl, dass er mit Leib und Seele dabei ist und im Herzen ein Fan geblieben ist. So auch im aktuellen Jubiläumsband. Spannend und kurzweilig startet er in den neuen Zyklus. Mir fällt auf, dass sein Schreibstil meiner Ansicht nach extrem gereift ist. Für meinen Geschmack gelingt es dem Autor auch, Altleser zu begeistern und trotzdem für Einsteiger verständlich zu bleiben. Wichtiges wird erklärt, ohne zu weit abzudriften. Schließlich bin ich auch so etwas wie ein Neuleser, da ich die Ereignisse der letzten Zyklen überhaupt nicht kenne. Ich möchte auch nicht die Zusammenfassung lesen, um mir den Spaß für das nachholen der verpassten Romane zu bewahren. Finde die Möglichkeit dies zu tun dennoch super. Maddrax war für mich schon immer durch den Genremix etwas besonderes. Ich mag die Abwechslung und bleibe auch im Buchsegment bei dem was ich lese sprunghaft und bewege mich zwischen den Genres hin und her. Nachdem fast alles schon bedient wurde kommt nun ausgerechnet meine geliebtes Steampunkgenre dazu. Volltreffer! Klasse Atmosphäre hat die Steampunk-Parallelwelt von Lancaster. Maddrax und Aruula wieder Seite an Seite. Es scheint viel passiert zu sein und dennoch treten Sie wieder als das Team auf, dass ich kennen und lieben gelernt habe. Xij geht andere Wege, hat eine Tochter mit Maddrax und Tom Ericson ist zu meiner Freude auch noch oder wieder dabei.
Und was für ein grandioses umlaufendes Cover erwartete mich hier. Dies übrigens auch noch als Anmerkung und Lob: Im Gegensatz zum Band 3.000 des großen Bruders Perry Rhodan, fand ich dieses Cover wirklich jubiläumswürdig.
Nun bin ich also wieder dabei und froh darüber. Fiebere schon dem Fortsetzungsband ebenfalls von Sascha entgegen. Und der Roman und die Serie hat mich dazu gebracht, die Sternensonde als Blog zurück ins Netz zu bringen. Auf eine schöne, dunkle Zukunft für uns alle…