Freitag, 23. August 2019

Maddrax 511 - Deus ex machina - von Jana Paradigi und Ramon M. Randle

Geschrieben von Jana Paradigi , Ramon M. Randle 
Cover von Shutterstock
Erschienen am 20.08.2019

Während Ydiel im Kolosseum einen Kampf auf Leben und Tod bestreitet und Aruula und Quart'ol versuchen, ihm aus dem Untergrund heraus beizustehen, dürfen sie auf Matthew Drax nicht hoffen. Er hat seine Freunde im Stich gelassen, ist zusammen mit Patrem abgeflogen. Er lässt ein Rom hinter sich, das zur Todesfalle geworden ist. Denn was niemand weiß: Nur wenige Stunden noch, dann wird die Anomalie kollabieren und alles im weiten Umkreis ins Nichts reißen...

Auch bei diesem Roman möchte ich niemanden mit einer ausführlichen Zusammenfassung spoilern. Dies wird in meiner Rezension wohl schon zur Genüge der Fall sein. Also wer den Roman noch nicht gelesen hat: Rezi erst danach lesen! Die absolute Empfehlung dazu kann ich hier schon aussprechen.

Nachdem wir vor 14 Tagen mit einem schweißtreibenden Finale und einem fiesen Cliffhanger zurückgelassen wurden, geht der aktuelle Roman nochmal etwas gemächlicher los. Maddrax muss durch Patrems Stirnreif manipuliert dessen Befehlen folgen und führt den Archivar ins vermeintliche Agartha. Dies wurde ja (für uns Leser bekanntlich) ausgetauscht und so treffen sie in den Höhlen auf seltsame Würmer, die Maddrax letztendlich ungewollt die Flucht mit dem Gleiter zurück nach Rom ermöglichen um Aruula und die Gefährten zu retten. Es folgt ein dramatisches Hin und Her an der Seite und gegen Patrem und ein ungewollter Zeitsprung der Aruula und den anderen das Leben rettet. Der Transfer von Patrem in den Roboter ist ein weiterer Höhepunkt der Geschichte. Und die zurückgelassenen Artefakte in der BagBox des Archivars werden uns wohl auch noch weiter beschäftigen. 

Schöne Twists, eine dramatische Story und ein grandioses Finale. Das alles durften wir in dieser Doppelfolge der beiden Autoren miterleben. So viele tolle Settings, Protagonisten und Erzählebenen wurden übersichtlich und gut in einen großen Handlungsstrang verpackt. Das habe ich schon wesentlich schlechter erlebt, so dass der Roman unübersichtlich, verwirrend und langatmig wird. Dies ist hier zu keiner Zeit der Fall. Auch wenn ich mich ständig in meinen aktuellen Rezis wiederhole: Maddrax hat lange nicht mehr so viel Spaß gemacht. Und die Vorschau und er Autor des kommenden Bandes lässt mich schon im Voraus jubilieren.

Perry Rhodan Mission SOL 5 - Strafkolonie der Ksuni - von Oliver Brill

Geschrieben von Oliver Brill
Titelbildillustrator: Dirk Schulz
Erschienen am 09.08.2019

Das Jahr 1552 Neuer Galaktischer Zeitrechnung: Seit über 3000 Jahren reisen die Menschen zu den Sternen. Sie haben unzählige Planeten besiedelt und sind faszinierenden Fremdvölkern begegnet. Terranische Raumschiffe erforschen das Universum, manche davon werden zu berühmten Legenden – dazu gehört insbesondere die gigantische, hantelförmige SOL.
Perry Rhodan hat die Menschheit von Beginn an bei ihren Vorstößen ins All geleitet. Als er in der Milchstraße eine kosmische Katastrophe abwenden will, wird er unfreiwillig in die ferne Galaxis Tare-Scharm versetzt.
Dort findet er die Nachkommen der SOL-Besatzung. Sie sind auf dem Riesenplaneten Evolux gefangen. Rhodan kann mit einer SOL-Zelle und einigen Verbündeten ins All aufbrechen. Er sucht den Mittelteil der SOL, auf dem noch immer sein Sohn Roi Danton leben könnte. Die Spur ist jedoch über 150 Jahre alt und führt an einen düsteren Ort, wo das brutale Unrecht des Stärkeren regiert – die STRAFKOLONIE DER KSUNI...

Die SZ-2 fliegt zum Susmalsystem, weil Curcaryen Varantir dort Masling Dryw vermutet. Er weiß als einziger wohin der Mittelteil der SOL vor über 150 Jahren verschwunden ist. Doch die Besatzung der SZ-2 gerät in die Gefangenschaft der Ksuni und muss sich auf Ksun Arenakämpfen stellen, die zahlreiche Opfer fordert. Dann wendet sich das Blatt, denn in einer Proto-Chaotischen Zelle erhalten sie endlich Kontakt zu Michael Rhodan und dem SOL-Mittelteil. Aus dieser Zelle konnten sie nicht mehr entkommen. In dieser Anomalie ist dazu noch kaum Zeit für die Besatzung vergangen und so denkt Michael, dass die Kinder der SOL Zellen noch am Leben sind. Michael warnt Rhodan davor, ihm in die Zelle zu folgen und bittet ihn einen anderen Weg zu finden, die galaktische Position des SOL-Gefängnisses zu ermitteln.

Ein weiters solides Abenteuer in dieser tollen Miniserie. Die Geheimnisse um das Schicksal der SOL werden wohl dosiert mit jedem Roman mehr und mehr gelüftet. In diesem Heft kommt es nun zum langersehnten Kontakt von Perry Rhodan zu seinem Sohn Michael alias Roi Danton. Und es wird klar, warum niemand versucht hat, die Kinder und die zurückgelassenen SOL-Zellen zu retten. Dennoch entschuldigt dies für mich nicht den leichtfertigen Einsatz der Nachkömmlinge als Faustpfand, um eine Möglichkeit der schnellen Rückkehr in die Milchstraße zu finden. Aber vielleicht kommt im Laufe der Serie auch hier eine neue Sichtweise oder Überraschung auf uns zu. Die letzten beiden Romane erinnerten mich oft an die alte PR-Action-Serie. Nur kommt hier auch die entsprechende Prise Sense-of-Wonder hinzu, was es zu einer perfekten Mischung macht. Ich bin weiterhin von der hohen Qualität der Romane und dem guten Exposé der Serie begeistert und freue mich auf jedes Heft wie schon lange nicht mehr.

Samstag, 10. August 2019

Professor Zamorra 1179 - Der Teufel aus der Flasche - von Stefan Hensch

Geschrieben von Stefan Hensch
Cover von Shutterstock
Erschienen am 06.08.2019

Nicole blickte zu Zamorra hinüber. Wie Haie umrundeten die schwebenden Schwarzblütler den Professor, bereit jederzeit zuzuschlagen. Außerdem hatten sich die Dämonen verwandelt und zeigten nun ihre wahre Natur. Gierig klafften ihre Mäuler auseinander, und mehrreihige Gebisse mit überdimensionierten Zähnen waren zu erkennen. Die Hände hatten sich in Klauen verwandelt, die tödlichen Dolchen in ihrer Gefährlichkeit in nichts nachstanden.
Es war offensichtlich, die Angreifer würden sehr bald zuschlagen ..

Im Jahr 1983 erleidet Brandon Hoffa nach einem Ehestreit einen schweren Autounfall von dem er sich nicht mehr erholen kann. Seine Frau Sheryl fühlt sich für den Unfall verantwortlich und greift in Ihrer Verzweiflung auf die okkulte Erfahrung ihres Exfreundes zurück. In einer mysteriösen Flasche die sie von ihm erwirbt, lebt Basima, eine Dschinn. Sie gewährt ihr ganz klassisch drei Wünsche. Mit einem der drei Wünsche kann sie ihren Mann retten. Sie wird jedoch gewarnt, alle Wünsche in Anspruch zu nehmen. Denn nach dem dritten Wunsch hat sie’s nur noch 13 Tage Zeit um einen hohen Preis zu bezahlen. Unglückliche Umstände treiben sie letztendlich doch dazu, alle Wünsche aufzubrauchen. Somit nimmt nicht nur das Verhängnis für sie, sondern auch für Ihren Mann der sie beschützen will, seinen Lauf.
In der Gegenwart werden Zamorra und Nicole mit einem scheinbar ganz irdischen Problem konfrontiert. Marie Schmitt bittet Nicole um Hilfe bezüglich ihres Sohnes Max. Dieser soll auf den richtigen Weg gebracht werden, nachdem der Taugenichts auf mysteriöse Weise zu viel Geld gekommen ist. Nach und nach wird klar, dass auch hier ein Dschinn im Spiel ist. Dieser bringt in einem spektakulären Kampf Zamorra in eine ganz prekäre Lage. Und der ganze Fall führt zu den Ereignissen aus 1983.

Flaschengeister sind jetzt nicht unbedingt die Art von Geistern, die normalerweise einen großen Gruselfaktor vermitteln. Doch Stefan Hensch liefert nicht nur eine schöne Story in zwei Zeit- und Erzählebenen ab. Er lässt die „guten“ Geister auch in einem ganz anderen Licht erscheinen. Seine Dschinn ist zunächst schön und verführerisch. Entwickelt sich aber brandgefährlich und ist nichts anders als ein Dämon. Die Geschichte baut Stefan Hensch langsam und durchdacht auf und diese bleibt auch bis zum Ende spannend und geheimnisvoll. Besonders das dramatische Ende war ein Highlight. Sehr lesenswert und kurzweilig.

Freitag, 9. August 2019

Die Erben Abaddons - Nimmerland

Erschienen 06.2019
Geschrieben von Thomas Lohwasser/Vanessa Kaiser/Thomas Karg)
156 Seiten Taschenbuch
Verlag Torsten Low
ISBN 978-3-96629-000-5
Preis 8,90 Euro

Die Erben Abaddons
(»Abaddon«, von hebr. abad »Untergang, Vertilgung, Abgrund«)
Nur wenige überlebten die Ressourcenkriege.
Noch weniger überstanden die Globale Pandemie.
Das Leben war ein anderes für die Generationen, die nach der Alten Zivilisation kamen.
Doch sie existieren noch heute - hundertfünfzig Jahre, nachdem die Welt auseinanderbrach.
Sie sind die Erben des Untergangs.

2303. Hundertfünfzig Jahre nach der Apokalypse. Für die Nachfahren der wenigen Überlebenden ist die Welt von harten Kontrasten geprägt. Reste alter Hochtechnologie treffen auf primitive Verhältnisse, Hunger ringt mit Machtgier, verruchte Städte werfen ihre Schatten über verlassene Ruinen, Nomaden streifen durch offene Ebenen, andere Gemeinschaften isolieren sich in verborgenen Siedlungen.
So wie die der neunzehnjährigen Wendy.
Sei niemals von oben sichtbar – so lautet das Gebot der Schluchtsiedlung. Wendy hält sich nicht daran. Ein fataler Fehler: Ihr kleiner Bruder und dessen Freund werden von Fremden in einem Zeppelin entführt. In der verzweifelten Hoffnung, sie wiederzufinden, verlässt sie die Fels-Enklave und wagt sich in die große Einöde. Schon bald erkennt sie, dass die Welt »da draußen« noch gefährlicher ist, als die Siedlungsältesten immer behauptet haben. Und dass sie für die Rettung der verlorenen Kinder über ihre Grenzen gehen muss…

Der Verlag und der "bissige Verleger" Torsten Low sind mir durch den Buchmessecon in Dreieich nicht unbekannt. Als ich über Facebook auf einen Hinweis zu dieser neuen Reihe aufmerksam wurde und ein Vergleich mit Maddrax in den Kommentaren auftauchte, war ich gleich interessiert und habe das Taschenbuch beim Verlag geordert.

Der Roman hatte mich gleich durch die Anlehnungen an Peter Pan gepackt. Der Titel gibt es schon preis und insgesamt verweist die Handlung immer wieder auf den Kinderbuch- und Fantasyklassiker. Ich bin seit Kindertagen ein großer Peter Pan Fan. Meine Buchsammlung beinhaltet viele klassische und illustrierte Ausgaben und allgemein Romane die sich mit dem Thema beschäftigen. Die Verknüpfung ist in diesem ersten Band der neuen Serie sehr gut gelungen. Auch die postapokalyptische Welt, in der die Serie spielt macht einen düsteren und interessanten Eindruck. Zu keiner Zeit merkt man dem Roman an, dass er von einem Autorentrio verfasst wurde. Er wirkt insgesamt wie aus einem Guss und es sind keine stilistischen Wechsel zu erkennen. Insgesamt ist der Roman auch handwerklich sehr ordentlich verfasst und sehr gut zu lesen. Mich stört der Vergleich mit Maddrax etwas. Hierzu fehlt mir momentan noch zu sehr der Trashfaktor. Und der Roman ist auch in weiten Bereichen zu "harmlos" und wirkt eher wie ein Jugendroman. Daran ist vielleicht auch die Protagonistin schuld. In ähnlicher Form hatten wir hier schon viele postapokalyptische Romane mit jugendlichen Helden. An anderen Stellen wirkt er aber wiederum hart und düster und so bleibt ein sehr gelungener und guter Gesamteindruck. Auch die Aufmachung, Titel, Logo und Cover sind professionell und geschmackvoll gestaltet und ein echter Hingucker.

Mir gefällt Nimmerland und das Konzept gut und ich werde die Serie weiter verfolgen und über meine Eindrücke berichten. Bisher sind drei Romane geplant die hauptsächlich das Szenario gemeinsam haben und unabhängige und eigenständige Geschichten erzählen. Es kann also jeder Band einzeln gelesen werden ohne auf die Fortsetzung zu warten oder den Vorgänger zu kennen. Ich bin sehr gespannt.

Maddrax 510 - Die Cesaren - von Jana Paradigi und Ramon M. Randle

Geschrieben von Jana Paradigi , Ramon M. Randle
Cover von Néstor Taylor
Erschienen am 06.08.2019

Wir schreiben das 12. Jahrhundert nach Christi. Fast die ganze Erde wurde vom Römischen Imperium erobert. In der Ewigen Stadt herrscht der Cesar Aticus. Zur Sicherung seiner Macht dienen ihm fliegende Drohnen und menschenähnliche Roboter...
Moment mal – im 12. Jahrhundert? Wie kann das sein? Liegt die Lösung des Rätsels vielleicht in dem geheimen Helfer des Cesaren, einer hochgewachsenen, orangefarbenen Gestalt mit Tentakeln am Kopf? Und wie würde die reagieren, wenn Rom aus dem Weltreich herausgestanzt und auf eine postapokalyptische Erde versetzt würde?

Eine weitere Parallelwelt wird im Bereich Rom in die postapokalyptische Zukunft versetzt. Alles scheint hier ähnlich der Entwicklung der uns bekannten römischen Welt verlaufen zu sein. Bis auf einige hochtechnischen Dinge, die nicht ins Bild passen. Matt und Aruula und Ydiel gelangen bei ihren Nachforschungen im Gebiet in die Fänge des Cesaren Aticus und müssen bald erkennen, dass er nicht der wahre Herrscher in dieser Parallelwelt ist.

 
Die Zusammenfassung fällt mir diesmal richtig schwer, da ich keinesfalls Spoilern möchte. Deshalb beschränke ich mich diesmal auf ein kurzes Resümee. Denn diese Geschichte sollte jeder Leser selbst genießen. Ich habe sie jedenfalls sehr genossen. Die Hinweise im Ankündigungstext lassen den Maddrax-Experten ja schon hellhörig werden. Ich bin gegen Ende des Archivar-Zyklus ausgestiegen. Aber nicht, weil mir die Handlung nicht gefallen hat. Ich brauchte eine Pause und die Zeit zum lesen fehlte einfach. Für mich war also das Thema Archivare, Dömane und „Zeitloser Raum“ noch sehr präsent. Mehr möchte ich zu diesem Thema an dieser Stelle allerdings nicht verraten. Zudem waren diesmal wirklich fast alle liebgewonnenen Charaktere in dieser Folge am Start. Maddrax, Aruula, Ydiel, ja selbst Quart‘ol. Das Szenario, die Dramatik und die ganze Entwicklung bis zum Ende samt Cliffhanger haben mich gefesselt und lassen mich nun Nägel kauernd und mit Entzugserscheinungen für zwei lange Wochen zurück. Die beiden Autoren haben einen tollen Roman abgeliefert, der mich rundum begeistert hat. Wahrlich Brot und Spiele für das Fanvolk!

Donnerstag, 8. August 2019

Professor Zamorra 1178 - Grabgesang - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Cover von Shutterstock
Erschienen am 23.07.2019

Eine wärmende Morgensonne lag über dem Gräberfeld.
Dennoch fröstelte die Frau und zog die gehäkelte Stola enger um die Schultern.
Plötzlich blieb sie wie angewurzelt stehen, obschon sie das Grab ihres seligen Gatten noch nicht erreicht hatte.
Eine Melodie erklang, leise und klimpernd, als käme sie tief aus der Erde.
„Herr im Himmel, erhöre mein Flehen, und beschütze mich vor allem Übel!“
Die alte Frau bekreuzigte sich und ergriff von Grauen gepackt die Flucht.
Kindlicher Gesang begleitete ihren Weg.
„Hoppe hoppe Reiter ...“

Professor Zamorra und Nicole Duval verschlägt es in das deutsche Städtchen Pechern, nahe der polnischen Grenze. Dort geschehen mysteriöse Todesfälle die scheinbar alle auf einen Fluch innerhalb der Familie Nowak zurückzuführen sind. Zamorra vermutet, dass ein lokaler schlesischer Mythos der Nachzehrer - einer Art Vampir - dahintersteckt und nimmt vor Ort die Ermittlungen auf. Bis sich das Muster ändert und ein Dorfbewohner stirbt, der nicht mit der Familie verwandt war. Zamorra verfolgt die Spur und bekommt es neben einem mysteriösen Mädchen und sich seltsam verhaltenden Tieren mit einem viel größeren Grauen zu tun, als er erahnte: der Bestie Mensch.

Florian Hilleberg verleitet mich ein weiteres mal, bei Professor Zamorra reinzuschnuppern und begeistert mich mit einem handfesten Gruselabenteuer der alten Schule. Dieser Roman hat mich an die alten Gespenstergeschichten und Sinclairs denken lassen und total gepackt und begeistert. Der Autor ist echt ein Naturtalent und Tausendsassa und hat mich bis jetzt mit allen seinen Beiträgen zu diversen Serien überzeugen können. Sein Schreibstil ist flüssig und schnörkellos. Und er kann wirklich gute Geschichten erzählen. Der Roman ist ein Krimi mit einer Prise Übersinnlichem. Zudem wirft er einen Blick in menschliche Abgründe und bietet damit ein breites Spektrum auf nur 64 Seiten Heftroman. Bei dieser Geschichte ist mir wirklich mehr als eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen. Und einige Passagen sind mir besonders nahe gegangen. Mehr als jede Geschichte über Dämonen oder Werwölfe es hätten tun können. Und er hat mir noch mehr Lust auf diese Serie gemacht.

Dienstag, 6. August 2019

Perry Rhodan Mission SOL 4 - Welt des ewigen Todes - von Ben Calvin Hary

Geschrieben von Ben Calvin Hary
Titelbildillustrator: Dirk Schulz
Erschienen am 26.07.2019

Das Jahr 1552 Neuer Galaktischer Zeitrechnung: Seit über 3000 Jahren reisen die Menschen zu den Sternen. Sie haben unzählige Planeten besiedelt und sind faszinierenden Fremdvölkern begegnet. Terranische Raumschiffe erforschen das Universum, manche davon werden zu berühmten Legenden – dazu gehört insbesondere die gigantische SOL.

Perry Rhodan hat die Menschheit von Beginn an bei ihren Vorstößen ins All geleitet. Als er in der Milchstraße eine kosmische Katastrophe abwenden will, wird er unfreiwillig an einen Ort versetzt, der Millionen Lichtjahre von der Heimat entfernt ist. Dort findet er zwei Sektionen der SOL und die Nachkommen der Besatzung. Sie sind auf dem Riesenplaneten Evolux gefangen. Rhodan kann mit einer SOL-Zelle und einigen Verbündeten ins All aufbrechen. Nun will er herausfinden, was mit den Menschen geschehen ist, die an Bord des SOL-Mittelteils lebten – darunter sein Sohn Roi Danton. Die Spur ist über 150 Jahre alt und führt auf die WELT DES EWIGEN TODES...


Perry Rhodan macht sich mit der SOL Zelle 2 und seinen neuen Mitstreitern auf die Suche nach dem verschollenen Mittelteil der SOL und verfolgt die Spur des Algorian Curcaryen Varantir, von dem er erfahren will wohin die Solaner vor 150 Jahren gereist sind. Auf der ehemaligen Chaotarchenwelt Shamant-Efthon findet er Varantir. Doch er trifft dort auch auf eine Armee von Nexistensen - Unsterbliche aus der Vergangenheit die dazu verdammt sind, immer wieder nach ihrer Vernichtung aufzuerstehen. Erst als Varantirs Gefährtin Le Anyante stirbt, ist Varantir bereit mit Rhodan nach dem Yakonto Masling Dryx zu suchen, der ihnen weitere Informationen zum Verbleib der SOL-Mittelzelle liefern kann.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Die Suche nach dem Mittelteil der SOL und Roi Danton geht weiter und Ben Calvin Hary liefert dazu eine Story ab, die mich stark an die früheren Planetenabenteuer erinnerte. Der Roman führt die Handlung zwar nahtlos weiter, ist für mich aber auch ein Stand-Alone-Werk in der Gesamthandlung der Miniserie. Und ganz und gar kein Füllroman. Actionreich und mit etlichen Bezügen zu vergangenen Handlungen aus der Hauptserie, war die Geschichte spannend bis zum Schluss. Auch die etwas andere Art von "Zombies" in Form der Nexistensen waren eine tolle Idee. Bis jetzt verspricht diese Miniserie genauso legendär zu werden, wie ihr titelgebendes Raumschiff SOL.

Donnerstag, 25. Juli 2019

Maddrax 509 - Welt in Angst - von Christian Schwarz


Erschienen am 23.07.2019
Geschrieben von Christian Schwarz
Cover von Shutterstock


Die Erde ist verloren! Die verbotenen Experimente mit der amphibischen Spezies haben einen Stein ins Rollen gebracht, den niemand mehr aufhalten kann – auch nicht eine kleine Enklave hochtechnisierter Menschen, die plötzlich und unvermittelt in diese Welt des Schreckens versetzt werden. Oder sind sie die letzten Hoffnung der Hoffnungslosen?


Wir richten unseren Blick nach Agartha und einem Gebiet in einer Parallelwelt in Nepal an gleiche Stelle. Dort hat es allerdings keinen Kometeneinschlag gegeben. Doch es gab auch hier die Hydriten. Mit diesen bzw. dem Sekret ihrer Anhangdrüse wurde experimentiert. Ein vom Dalai Lama initiiertes Programm sollte daraus eine Waffe entwickeln die beim Gegner Angstzustände auslöst. Dieses Experiment geht aber gewaltig schief und so werden die Probanten zu einer Art Zombies. Diese gewalttätige Veränderung kennen wir ja auch von Hydriten die Fleisch zu sich nehmen. In dieses Szenario werden die Agarther versetzt und sind diesmal anstatt einer Hecke von einem Felsenspalt von der Umgebung getrennt sind. Eine Gruppe Wissenschaftler macht sich mit Luftschiffen auf den Weg die Umgebung und die Versetzung der Enklave zu erkunden und gerät in eine Welt des Schreckens. Die Agarther werden zur letzten Hoffnung der Überlebenden und nehmen sie letztendlich in ihrer Enklave auf.

Christian Schwarz war wohl lange abstinent bei Maddrax. Mein letzter gelesener Roman von ihm liegt noch länger zurück. Ich glaube es war die Nummer 333 bevor ich eine längere apokalyptische Pause einlegte. Nun verspricht die Ankündigung einen echten Gruselschocker. Da sind die Erwartungen entsprechend hoch. Ganz erfüllt haben diese sich bei mir leider nicht. Die erste Hälfte des Romans fand ich durch die häufig wechselnden Zeit-, Ort-, und Handlungsebenen sehr unübersichtlich und ich musste oft zweimal lesen und im Roman zurückgehen. Dadurch kam bei mir zunächst keine rechte Atmosphäre auf. Vielleicht lag es auch daran, dass ich die Akteure aus Agartha nicht kannte und so oft den Überblick verlor. Die zweite Hälfte war wieder solide und hat mich dann doch abgeholt. Einige Szenen waren echt cool und erinnerten durchaus an "The Walking Dead", aber ein Gruselschocker war es für mich nicht.

Wieder weniger gefallen hat mir die an eine Inhaltsangabe erinnernde und hektisch wirkende Zusammenfassung der Ereignisse der Parallelweltprotagonisten  gegen Ende. Diese Hintergründe mehr als eigentliche Story zu nutzen hätte dem Roman für meinen Geschmack besser gestanden. Auch eine etwas linearere Erzählweise hätte ich mir gewünscht. Gut fand ich hingegen, einmal aus der Perspektive einer Enklave zu starten und diese in die Parallelwelt zu begleiten. Das ergibt einen völlig neuen Aspekt und bietet den Autoren noch mehr kreative Möglichkeiten sich Szenarien zu erdenken. Also wie ersichtlich ist, hat mich der Roman in seinem Verlauf sehr zwiegespalten. Durchaus gut aber der für mich bisher schwächste Roman des aktuellen Zyklus.



Mittwoch, 17. Juli 2019

Perry Rhodan Mission SOL 3 - Gefährlicher Pakt - von Dietmar Schmidt

Geschrieben von Dietmar Schmidt
Titelbildillustrator: Dirk Schulz
Erschienen am 12.07.2019
Das Jahr 1552 Neuer Galaktischer Zeitrechnung: Seit über 3000 Jahren reisen die Menschen zu den Sternen. Sie haben unzählige Planeten besiedelt und sind faszinierenden Fremdvölkern begegnet. Terranische Raumschiffe erforschen das Universum, manche davon werden zu berühmten Legenden – dazu gehört insbesondere die gigantische SOL.

Perry Rhodan hat die Menschheit von Beginn an bei ihren Vorstößen ins All geleitet. Als er in der Milchstraße eine kosmische Katastrophe abwenden will, wird er unfreiwillig an einen Ort versetzt, der Millionen Lichtjahre von der Heimat entfernt ist.

Dort findet er die SOL und die Nachkommen ihrer Besatzung. Sie sind auf dem Riesenplaneten Evolux gefangen. Perry Rhodan muss herausfinden, was mit dem Generatio­nenraumschiff und den Menschen an Bord geschehen ist – nur so gelingt ihm vielleicht die Rückkehr in die Heimat.

Ein Augenzeugenbericht enthüllt, welche Gefahren die SOL auf ihrer langen Reise erlebt hat. Wie es sich herausstellt, hatte die Besatzung des Raumschiffs zeitweise nur eine Chance – aber es ist ein GEFÄHRLICHER PAKT …
 

Im vorliegenden Band sind wir zurück an Bord der SOL-Zelle 2, die Heltamar letztendlich von Evolux abziehen lies. Während die Speicherbänke der SOL gelöscht wurden, gelingt es Rhodan auf das Tagebuch der ursprünglichen Kommandantin Fee Kellind zuzugreifen. Im Rückblick erfahren wir nun, worin die letzte Mission Michael Rhodans und der SOL bestand. Drei Jahrzehnte reiste die SOL zur Galaxis Tare-Scharm. Was während dieser Zeit geschehen ist, wird in diesem Band erzählt. Es endete in einer riesigen Täuschung und einem unmoralischen Handel mit einem Diener der Kosmokraten der das Schicksal der SOL besiegelte.
Dietmar Schmidt ist erst spät bei Perry Rhodan als Autor eingestiegen. Hauptsächlich war und ist er als Übersetzer für Bastei tätig. Die ersten Perry Rhodan Beiträge schrieb er für die Miniserien Terminus und Olymp. Das Schmidt ein langjähriger Kenner der Serie ist, merkt man auf jeder Seite des vorliegenden Romans. Für mich war dieser Band einer der besten Romane im Perryversum der letzten Jahre. Ein Grund dafür, neben dem handwerklichen Talent des Autors, ist die Fülle an Informationen mit denen Dietmar Schmidt den Roman bestücken darf. Nicht nur die Mission der SOL wird geklärt, auch was auf dem Weg nach Evolux passierte und warum die SOL-Zellen im Tal zurückblieben, das Mittelteil jedoch nicht. Ebenso geklärt wird, warum die Besatzung in dieser kurzen Zeit derart degeneriert ist. Also wirklich jede Menge Stoff verpackt in einem gut geschriebenen und spannenden Roman. Was einzig zu bemängeln oder zu hinterfragen wäre, ist die Vorgehensweise Michael Rhodans und die Naivität die Diener der Kosmokraten mit einem billigen Trick zu hintergehen. Dazu kommt noch die leichtfertige und unmoralische Benutzung der Kinder als Pfand. 

Dennoch macht die Serie sehr viel Spaß und die Romane werden bisher dem großen Anspruch gerecht, den der Titel der Serie verspricht.

Montag, 15. Juli 2019

Maddrax 508 - Undercover - von Michael Marcus Thurner

Erschienen am 09.07.2019
Geschrieben von Michael Marcus Thurner
Cover von Shutterstock


Auch Colonel Aran Kormak ist fasziniert von den Parallelwelt-Arealen, doch sie werden durch unüberwindlichen Dornenhecken von der Außenwelt isoliert! Um die zu überwinden, benötigt er ein Fluggerät. Commander Drax ist ihm entkommen – aber da gibt es ja noch die Gleiter-Fabrikation im ehemaligen San Francisco. Die Reise dorthin dauerte Wochen, nun schleust Kormak sich unter falschem Namen und mit niederen Absichten in die "Oase der Hundert" ein...
 
Im vorliegenden Maddrax-Band darf Michael Marcus Thurner weiter am "Image" und der Historie von Colonal Kormak feilen. Wie er in seinem Blog zur Arbeit an den Kormak-Romanen schreibt, tat er dies mit viel Spaß. Dies merkt man den Romanen wirklich an. Ich hatte in meiner Rezension zum Band 503 bereits erwähnt, dass mir die Zeichnung der archetypischen Charaktere seiner Romane stets gut gefallen. Dies beweist der Autor auch in seinen Fantasy-Büchern "Der Gottbettler" oder "Der unrechte Wanderer".
 
Band 508 bietet wieder zwei Handlungsebenen. Zum einen gehen wir in die Vergangenheit und Kormaks Auseinandersetzung mit der Siragippenkönigin Öörum. Hier erfahren wir letztendlich auch, warum und unter welchen Umständen Kormak sein Auge verloren hat. Eine tolle Story mit gelungener Dramaturgie. Geniale und bildhafte Momente waren für mich, als sich Kormak und Öörum gegenüberstehen bis hin zum Showdown am Flughafen. 
 
Ebenso interessant und gelungen fand ich den aktuellen Handlungsstrang in dem Kormak sich mit einer Wegbegleiterin aus seiner Armee versucht nach Sub'Sisco durchzuschlagen. Nachdem er Maddrax ja in Mexico knapp verpasst hat und um Miki Takeos Gleiter in der "Oase der Hundert" weiß, ist dies nun sein nächstes Ziel. Er möchte unbedingt ein solches Flugobjekt erbeuten um seinem Erzfeind entgegenzutreten. Von der Auswahl seiner Begleiterin auf einer Horsay-Ranch über den Weg durch die Wüste bis zur Ankunft in Sub'Sisco brennt Michael Marcus Thurner ein Feuerwerk an Action und tollen Ideen ab. Die lebenden fleischfressenden Pflanzenteppiche oder Reitechsen mit Kakteensymbionten auf dem Rücken sind nur zwei Beispiele. Ganz nebenbei gibt es da noch Enoya, die Kormak und seine Begleiterin zu ihrem Vorteil ausnutzen um in der Wüste zu überleben. Doch auch sie überlebt und wird zum Racheengel.
 
Letztendlich bin ich sehr zufrieden. Ich fand aber, dass sich der Roman insgesamt etwas zu überladen anfühlte und man mit der Story locker zwei Romane hätte füllen können. Dadurch wirkt der eigentliche Hauptteil des Romans, nämlich die Übernahme des Gleiters und der Kampf mit Takeo, sehr gehetzt und oberflächlich. Aber besser so, als langweilig! Denn das ist der Roman zu keinem Zeitpunkt.

Dienstag, 9. Juli 2019

20 Bände Perry Rhodan Mythos Erde - Der zweite Eindruck

Nachdem ich mich ja zu den ersten zehn Bänden eher kritisch geäußert hatte, wurde ich mit den Folgebänden 3010 bis 3019 fast durchgehend für meine Geduld entschädigt. Schon mit Band 3010 "Willkommen auf Gongolis" von Susan Schwartz, der mir sehr gut gefallen hat, führt uns die Autorin in einen spektakulären Ort ein, der Schauplatz der kommenden Ereignisse sein wird. Die Frauenpower geht weiter und Verena Themsens "Habitat der Träume" fand ich ebenfalls überragend.
 
Gastautorin Liza Grimm hat mit ihrem Beitrag 2013 "Totenschiff" einen für meinen Geschmack der besten Gastromane der Reihe abgeliefert. Da braucht sie sich nicht hinter gestandenen Serien- oder Gastautoren wie Eschbach, Heitz und Co. zu verstecken. Ihre Geschichte und die Charaktere haben mich begeistert. Der Roman wirkt nicht wie von einer jungen Autorin die sich erst in die Serie einarbeiten muss. Vielmehr fügt sich ihr Roman homogen in die umliegenden Bände ein und liefern dennoch ein spannendes Einzelabenteuer, dass durchaus auch für sich alleine stehen könnte. Gongolis als Schauplatz und die beiden Charaktere Schlafner und Dancer finde ich grandios. Danach treffen wir auch endlich und in völlig unerwarteter Form auf Reginald Bull. Uwe Anton hält einen weiteren Kracher mit seinem Roman "Zielpunkt Ephelgeon" bereit. Diese Bände habe ich verschlungen. 2014 "Der Feind in mir" von Michelle Stern" war eher ein Einzelabenteuer aber dennoch unterhaltsam und auch die beiden Auftragskiller Schlafner und Dancer dürfen wieder auftrumpfen und schlagen sich, nachdem sie von den Cairanern verraten wurden, auf die Seite der Terraner. In "Raptus Terrae". In Band 3015 von Leo Lukas erzählt Reginald Bull endlich mehr vom Raptus und der Entwicklung der letzten 500 Jahre in der Milchstraße. Dennoch geizt die Handlung verständlicherweise zu diesem frühen Zeitpunkt noch mit großen Enthüllungen und Perry bohrt bei vielem auch nicht energisch nach.
 
Im Folgeband 3016 "In den Augen des Riesen" von Michael Marcus Thurner treffen wir einen weiteren alten Weggefährten. Icho Tolot, der mittlerweile in einer fliegende Festung über Rudyn residiert, erzählt Rhodan auch mehr über die vergangenen Ereignisse, insbesondere über die Haluter und ihre Entwicklung nach der Dezimierung durch die Haluter-Pest. Ab dem Folgeband gehen wir dann auf Ursachenforschung im Solaren System. Susan Schwartz eröffnet mit ihren Romanen 3017 "Terra Incognita" und 3018 "Welt der fünf Augen" die Handlung um die verschwundene bzw. ausgetauschte Erde. Perry Rhodan und Reginald Bull verschaffen sich Zugang zu Iya.  Der Planet Iya und sein Mond Vira sehen Terra und Luna auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass Iyas Kontinente leicht verschoben sind, so als ob es sich um eine frühere Version Terras handele. Die Welt ist nur dünn besiedelt. Die Ayees haben sich hauptsächlich auf dem Äquivalent von Eurasien ausgebreitet, den Rest des Planeten erkunden sie gerade erst.

Ihr Technologielevel ist dem der Terraner in der Mitte des 20. Jahrhunderts alter Zeitrechnung vergleichbar. Beide Romane haben mir sehr gut gefallen. Es wird sehr spannend zu erfahren, warum und wie dieser Austausch stattgefunden hat und woher diese zweite, fremde Erde stammt. Uwe Anton schließt mit Band 3019 die nächsten zehn Bände des Zyklus mit der Fortsetzung um "Das Rätsel von Pesha" ab und wir bleiben auch in den kommenden Romanen auf der Zweiterde Iya.
 
Genau die Dynamik, die die Handlung in den letzten zehn Romanen erreichte, habe ich zu Anfang vermisst. Auch wenn einige Leser mir entgegengehalten haben, dass ein ruhiger und geordneter Zyklusauftakt seinen Reiz hat, hätte man dort ruhig etwas mehr Dramaturgie erwarten können. Aber Schwamm drüber. Es macht weiterhin Spaß und Lust am Zyklus teilzuhaben, da das Grundkonzept und Exposé einiges hergibt. Verwundert bin ich dennoch davon, dass erst Perry Rhodan nach 500 Jahren zurückkehren muss, damit seine alten Gefährten (allen voran Reginald Bull und Icho Tolot) aktiv werden und versuchen etwas gegen den Raptus und die Cairaner zu unternehmen. Ich hoffe auf eine plausible Erklärung, die ich mir bei Reginald noch durch den Einfluss des chaotarchisch geprägten Zellaktivator erklären könnte. Warum Icho Tolot oder alle anderen Terraner stillgehalten und dem Treiben der Cairaner zugeschaut haben, bleibt spannend zu erfahren. Ich melde mich in zehn Bänden mit weiteren Erkenntnissen zum Thema.

Perry Rhodan Mission SOL Band 2 - Die Althanos-Verschwörung - von Bernd Perplies

Geschrieben von Bernd Perplies
Titelbild-Illustrator: Dirk Schulz
Erschienen am 28.06.2019


Das Jahr 1552 Neuer Galaktischer Zeitrechnung: Seit über 3000 Jahren reisen die Menschen zu den Sternen. Sie haben unzählige Planeten besiedelt und sind faszinierenden Fremdvölkern begegnet. Terranische Raumschiffe erforschen das Universum, manche davon werden zu berühmten Legenden – dazu gehört insbesondere die gigantische SOL.

Perry Rhodan hat die Menschheit von Beginn an bei ihren Vorstößen ins All geleitet. Als er in der Milchstraße eine kosmische Katastrophe abwenden will, wird er auf unbekannte Weise versetzt – er kommt an einen Ort, der offenbar Millionen Lichtjahre von der Heimat entfernt ist.

Dort findet er die SOL und die Nachkommen ihrer Besatzung. Diese Menschen leben unter primitiven Bedingungen in einem winzigen Tal; sie haben ihre Herkunft vergessen. Der Terraner kann daraus entkommen und erkennt, was mit der SOL geschehen ist. Mächtige Gegner haben die Menschen für unheilvolle Pläne missbraucht. Perry Rhodan erfährt mehr über DIE ALTHANOS-VERSCHWÖRUNG …

Bernd Perlies setzt in Band 2 die Handlung des ersten Romans der Miniserie nahtlos fort. Perry ist mit einer der beiden SOL Zellen aus dem Tal aufgestiegen und erkennt, dass er sich auf Evolux, einer Werftwelt der Kosmokraten befindet. Die Flucht endet abrupt, als sie von Robotschiffen gestoppt werden. Um das Schiff nicht alleine steuern zu müssen verpasst er Mahlia und einigen anderen Bewohnern des Tals an Bord des Schiffes eine Hypnoschulung. In der Festung Altahnos, in die er von deren Betreibern und Dienern der Kosmokraten gebracht wird, kommt er den Gründen um die verseuchten Gebiete auf Evolux auf die Spur, die auch der SOL zum Verhängnis wurden. In dieser Zeit nutzt Mahlia ihre neuen Fähigkeiten dazu, die Machenschaften der Bescheidenen Diener aufzudecken und ihren Sohn im Tal zu befreien. Was genau hinter der Verschwörung und den Gründen für die Lage und die Degeneration der Solaner geführt hat, bleibt noch ungeklärt. Rhodan bringt aber den Stein und die Ermittlungen dazu ins Rollen. Nach einigen Missverständnissen lässt Heltamar, der Statthalter der Kosmokraten die SOL-2 ziehen, nachdem er auf die Althanos-Verschwörung aufmerksam wurde.

Ich mag die Werke des Autors sehr. Über die Magierdämmerung-Trilogie bin ich damals auf ihn aufmerksam geworden. Derzeit lese ich die Jubiläumsausgabe seines Debütromans der Tarean-Trilogie. Ebenso habe ich seine Space-Western-Reihe „Frontiersman“ unter dem Pseudonym Wes Andrews gefeiert. Umso mehr freue ich mich immer über Beiträge zum Perryversum von ihm. Wieder wurde ich nicht enttäuscht. Auch wenn der erste Zauber der neuen Reihe bereits verflogen ist und wir nun wissen wo Perry und die SOL-Zellen sich befunden haben, bleiben spannende Fragen für die kommenden Romane offen. Was ist mit Michael Rhodan passiert und wo befindet er sich? Ebenso ist der Verbleib des Mittelteils der SOL weiterhin unbekannt. Und wer steckt hinter dem Schicksal der SOL, der unerklärlichen Degenerierung der Solaner und der Vertuschungen auf Evolux? Bernd Perplies klärt einige Dinge, wirft aber mit seinem Roman auch einige neue Fragen auf. Insgesamt liefert er schöne und schrullige Charaktere und eine rundum spannenden Geschichte um Rhodans Bemühungen, die SOL und die Solaner zu bergen und aus ihrer Lage zu befreien. Ich hatte wieder kurzweiligen Spaß und bin gespannt wie es weitergeht.

 

Donnerstag, 27. Juni 2019

Maddrax Band 507 - Hexenjagd 2.0 - von Lucy Guth

Geschrieben von Lucy Guth
Erschienen am 25.06.2019
Cover von Shutterstock

Als eine Jagdgruppe der Frawen in ihre Stadt zurückkehrt, findet sie Berlin dramatisch verändert vor: eine Welt des Jahres 2030, in der die Reformation nie stattgefunden hat und die Inquisition der katholischen Kirche das Machtmonopol innehat. Hexenjäger sorgen hier für die "öffentliche Ordnung". Natürlich geraten die Amazonen sofort als mutmaßliche Hexen in deren Fokus. Kurz darauf erreichen auch Matt, Aruula und Ydiel mit dem Gleiter das Parallelwelt-Areal. Eine Telepathin und ein Echsenwesen – ein gefundenes Fressen für die Inquisitoren!

Mehr „Back to the Roots“ geht nicht. Mit Maddrax 507 kehren wir an einen der ersten Orte der Serie aus Band 11 „Die Amazonen von Berlin“ zurück. Im postapokalyptischen Berlin strandete damals (ebenfalls durch die Zeit geschleudert) Matts Staffel-Kollegin Jennifer Jennsen. Nun ist das Zentrum von Berlin einem weiteren Parallel-Erde Phänomen zum Opfer gefallen. Bevor die üblichen Heckengewächse den Zugang versperren können, gelangen durch ein unterirdisches Rohr eine Gruppe Frawen in das ausgetauschte Gebiet. Matt, Aruula und der Sauropode Ydiel haben über das orbitale Satellitennetz das Phänomen geortet und machen sich mit ihrem Gleiter ebenfalls auf den Weg. Das Berlin dieser Welt wird von Inquisition und Hexenverfolgung in einer modernen Welt bestimmt. Bundeskanzler ist in dieser Welt ein langlebiger Joseph Ratzinger der durch seine Inquisitoren Frauen mit übernatürlichen Fähigkeiten gnadenlos verfolgen lässt, wie die Inquisition unserer Welt im Mittelalter. Matt und seine Begleiter geraten mal wieder zwischen die Fronten der durch den Austausch initiierten Auseinandersetzung. Nach etlichen Wirren findet sich letztendlich doch eine gütliche Einigung mit Ratzinger und Matt und seine Gefährten machen sich auf den Weg, die Phänomene weiter zu untersuchen und eine Möglichkeit zu finden, die Auswirkungen zu revidieren. Indes verschwindet Marlena, die zwielichtige Anführerin des Berliner Hexenzirkels, in den Wirren und verlässt das Areal unbemerkt mittels ihrer Fähigkeiten durch die mittlerweile zugewachsene Röhre.

Ein weiterer toller Beitrag. So langsam wird es langweilig immer neue Lobeshymnen zu verfassen. Aber ich kann nicht anders urteilen und versuche auch kein Haar in dieser wohlschmeckenden Suppe zu finden. Was derzeit abgeliefert wird ist großartig und ich kann mich nicht erinnern, wann und bei welcher Serie ich mich zuletzt auf jedes Heft so gefreut und dieses am selben Tag verschlungen habe. Ich vermute, dass Maddrax den Autoren derzeit genau so viel Spaß wie den Lesern macht. Im aktuellen Plot können sie sich vollkommen austoben und selbst die abstrusesten Ideen umsetzen. Genau wie zu Anfang der Serie die meiner Meinung nach genau dadurch erfolgreich und zu etwas besonderem wurde. Damals lieferten Autoren wie Jo Zybell, Timothy Stahl, Bernd Frenz, Ronald M. Hahn oder Claudia Kern grandiose und kultige Romane ab, die vor ungewöhnlichen Ideen nur so strotzen. Daran fühle ich mich beim aktuellen Zyklus und beim vorliegenden Roman immer wieder erinnert. Joseph Ratzinger als Bundeskanzler in den Reichstag einer vom Vatikanstaat protegierten Bundesrepublik zu setzen oder das heute nicht mehr existierende Graue Kloster in Berlin als Ordenshauptsitz mit einem Großinquisator Jakob Kramer zu wählen ist schon so abgedreht, dass es wieder genial ist. Die Hexe Marlena hat dunkles Potential und das Ende des Romans lässt Raum für Verbündungsspekulationen mit einem gewissen Colonal Kormak. 

Ein zusätzliches Flair hatten für mich immer Maddrax-Romane mit einer Location die man kennt. Und wie es der Zufall will, war ich vor einigen Wochen noch in Berlin an fast allen Orten, die in der Handlung eine Rolle spielen. Mein geistiges Auge hatte es also einfach und ich konnte komplett in die Geschichte eintauchen. Lucy Guth, setzen, eins! Alle anderen: Weiter so!

Freitag, 21. Juni 2019

Perry Rhodan Mission SOL Band 1 - Das Raumschiffgrab - von Kai Hirdt

Geschrieben von Kai Hirdt
Titelbild-Illustrator: Dirk Schulz
Erschienen am 13.06.2019

Der Start der aktuellen Miniserie „Mission SOL“ war bei mir und ich glaube allen Fans sein ihrer Ankündigung lang ersehnt. Es geht um das Schicksal des Raumschiffes SOL und seiner Besatzung sowie Rhodans Sohn Michael. Die SOL ist eine Legende! Groß wie ein Gebirge, wurde sie einst als Generationenschiff in Betrieb genommen, als ein Teil der Menschheit von der Erde fliehen musste. Das riesige Raumschiff wurde die neue Heimat dieser Solaner, und über mittlerweile 1500 Jahre sind sie immer wieder vor Ort gewesen, wenn sich Ereignisse von kosmischer Bedeutung abgespielt haben. Doch seit knapp zweihundert Jahren ist das Schiff verschollen. In "Mission SOL" werden nun einige Dinge zum Verbleib und der weiteren Geschichte der SOL behandelt.

Es beginnt im Jahr 1552 NGZ, als Rhodan in der Hauptserie in Band 2998 versucht durch den SHOD-Spiegel zu gehen. Wie wir wissen kommt er verzögert, verwirrt und ohne direkte Erinnerung gleich darauf wieder zurück. Er denkt lediglich, er wäre lange Zeit mit Michael an Bord der SOL unterwegs gewesen. Was wirklich bei diesem Versuch geschehen ist, dass soll die Miniserie aufklären. Rhodan findet sich auf einer unbekannten Welt in einem Tal wieder in der auf  die Nachfahren der Solaner trifft. Diese haben erstaunlicherweise in nur kurzer Zeit ihr technisches Verständnis verloren. Schnell wird klar das eine Einheit der SOL unter Felsen im Tal begraben liegt. Es hat sich eine Art Kult um die Stätte entwickelt und da niemand weiß wie man die komplette Energie der Kugelzelle aktiviert, wird um mit den wenigen Dingen die funktionieren über die herrschenden Mönche ein Geschäft mit Mensch und Ressourcen betrieben. Rhodan hilft der Heilerin Mahlia Meyun und findet in ihr eine Verbündete um die Solaner zu überzeugen, die SOL wieder ihrer Bestimmung zuzuführen und der Rückentwicklung entgegenzuwirken.
 
Der Start der neuen Serie ist wirklich sehr gelungen. Wenn das Grundkonzept auch nicht neu ist. Hatten wir dies in der Perry Rhodan Serie doch schon häufig, dass die Besatzung eines Raumschiffes nach einer Havarie in die Barbarei zurückfällt und seine Geschichte und Identität vergisst. Genauso verhält es sich mit Einzelabenteuern unserer Helden bei dem es sie in unbekannte Zeiten oder an unbekannte Orte verschlägt und sie einen Rückweg finden müssen. Ich mag die Geschichten, bei denen Rhodan oder andere Hauptprotagonisten auf sich alleine gestellt sind, sehr gerne. Ich erinnere mich da spontan an Rhodans Odyssee in Naupaum oder „Das Energie-Riff“ in der Taschenbuchreihe Odyssee von Hans Kneifel. Dieses Abenteuer von Rhodan in einer Strafkolonie ist mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben. So beindruckt hat mich auch Kai Hirdts Auftaktband zu „Mission SOL“. Lange fand ich keinen Roman in der Hauptserie so kurzweilig und interessant wie diesen ersten Band der Miniserie. Ich bin gespannt wie es weitergeht und wieviel wir über das Schicksal, das der SOL in den letzten zweihundert Jahren widerfahren ist, erfahren werden. Ich denke, dass wir auf jeden Fall mit einem Wiedersehen mit Michael Rhodan rechnen dürfen, da sich Perry in der Hauptserie daran erinnert hat.

Montag, 17. Juni 2019

Wolfgang Hohlbein - Der wandelte Wald - Enwor 1

Originaltitel: Enwor 01. Der wandernde Wald
Originalverlag: Goldmann Verlag, München 1983
Taschenbuch, Broschur, 512 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-7341-6206-0
Erschienen am 20. Mai 2019
€ 9,99

Die Enwor-Saga ist eine von vielen zurzeit wieder veröffentlichten Fantasy-Reihen aus den Siebziger- und Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts. Ähnlich wie Belgariad, die Shannara-Chroniken oder Amber erschienen diese, als die Fantasy im Romansektor noch ein Schattendasein fristete und lediglich Tolkien mit seinem Herrn der Ringe ein Begriff am Büchermarkt war. Gerade deshalb entstanden wohl sehr gute, unverbrauchte und innovative Ideen, deren Qualität heute wiederentdeckt wird und aktuell deshalb viele dieser Bücher neu aufgelegt werden.

Der erfolgreichste deutsche Fantasy-Autor, der in dieser Zeit gerade am Anfang seiner schriftstellerischen Karriere stand, ist Wolfgang Hohlbein. Mittlerweile zum Bestsellerautor avanciert, war er in dieser Zeit bereits erfolgreich im Heftromanbereich und auch in der Belletristik unterwegs. Seinen Durchbruch hatte er mit dem Fantasyroman "Märchenmond" im Jahr 1982. Seither blieb dies sein favorisiertes Genre.

Mit seinem Freund Dieter Winkler entwickelte Hohlbein Anfang der Achtziger die Welt Ewor, die auch Elemente aus Science-Fiction und Postapokalypse enthält. Aus "EndWorld", bei dem der Titel schon ein wenig verrät, dass es sich um eine fiktiven Zukunft unserer Erde handelt, wurde schließlich das etwas phantastischer klingende "Enwor". Mit Enwor ging Hohlbein neue Wege in der Fantasy. Es gibt in dieser Welt nicht nur Schwarz und Weiß, klassisches Heldentum oder archetypische Figuren. Somit kreierte er wie schon Terry Brooks und andere Autoren dieser Zeit eine "realistischere" Fantasy, die wir in heutigen Fantasy-Romanen auch oft wiederfinden.

Im Inhalt des ersten Enwor-Bandes lernen wir die beiden Satai Skar und Del kennen, die als Angehörige der Kriegerkaste ihr Leben in einer fernen postapokalyptischen Zukunft auf dem amerikanischen Kontinent bestreiten. In ihrem ersten Abenteuer durchqueren Sie auf der Flucht vor einer Horde Quorrl (menschenähnliche Reptilienwesen) die eigentlich unüberwindbare Wüste Nonakesh. Sie überleben nur, da Sie mitten in der Wüste den titelgebenden wandernden Wald von Cearn erreichen. Sie geraten in einen Kampf zwischen den mönströsen, geflügelten Hogern und den Bewohner des Waldes und stehen diesen im Kampf bei. Die Bewohner möchten, dass Skar und Del bleiben und die Cearner in der Verteidigung des Waldes unterstützen. Dabei geraten die beiden in ein Abenteuer, bei dem sie nach und nach tiefer in die Geheimnisse des Waldes und dessen Bewohner eintauchen.

Ich habe den ersten Band der Reihe vor langer Zeit bereits einmal gelesen und hatte vieles inzwischen vergessen, bevor ich den neu überarbeiteten Band vorliegen hatte. Und ich muss sagen, dass der Roman mir heute wesentlich besser gefallen hat als damals. Woran dies genau liegt, ist schwer zu sagen. Hohlbeins frühe Romane fand ich schon immer anspruchsvoller und besser geschrieben als viele neue Veröffentlichungen. Damals erzählte er für meinen Geschmack weniger ausschweifend und oft viel interessanter. Genau diese unverbrauchte Art begeistert mich bei diesem Buch. Es gibt durchaus Längen in dem Roman und ein paar Stellen, bei dem man dem Werk sein Alter anmerkt. Alles in allem überwiegt aber der Abenteuerfaktor und ein gut aufgebauter Spannungsbogen mit Wendungen in der Handlung die sehr überraschend sind. Nun werde ich mit der Neuauflage der Reihe auch die weiteren Abenteuer von Del und Skar endlich verfolgen.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung für alle die gute Fantasyabenteuer in einer schön konstruierten und durchdachten Welt mögen, oder Hohlbein-Fans die die Reihe bisher verpasst haben.



Donnerstag, 13. Juni 2019

Maddrax Band 506 - Priester der Unsterblichkeit - von Ian Rolf Hill


Geschrieben von Ian Rolf Hill 
Cover von Shutterstock 
Erschienen am 11.06.2019



Beim Hort des Wissens in Schottland macht jemand Geschäfte mit angeblicher Unsterblichkeit. Könnte das mit dem Zeitstrahl zusammenhängen, der seit Quart'ols und Starnpazz' Rückkehr vom Mars auf den Loch Lomond fixiert ist? Auf jeden Fall ruft es Matt und Aruula auf den Plan, die der Sache nachgehen wollen – und dabei einer Verschwörung auf die Spur kommen, die bis in den Hort hineinreicht...

Dieser Band ist der dritte in Folge aus der Feder von Florian Hilleberg. Und ich bin gar nicht böse drum. Nach seinem hervorragenden Dino-Zweiteiler, darf er mit dieser Geschichte wieder in andere Gefilde weiterziehen. Es geht zum Hort des Wissens nach Schottland, wohin Matt und Aruula „beordert“ werden um zu helfen. Dabei kommt es zwangsläufig zum Wiedersehen mit Sebastian Eisenmann, Juefaan und Jeronimo. Mit von der Partie ist auch der Sauroide Ydiel aus den vorherigen Bänden, der seine Sprachkenntnisse erweitern kann und mit seinen neuen Freunden mehr über die Parallelwelt und die Situation die ihn hierhergeführt hat herausfinden möchte. Ydiel macht riesig Spaß und ich mag ihn sehr. Seine Sprach- und Verständnisschwierigkeiten lockern den Roman angenehm auf. Der ganze Plott dieses Romans war ebenfalls wieder ein Genuss. Ich habe es zwar schon mehrmals in den letzten Rezensionen erwähnt, werde aber nicht müde zu betonen, wie toll der neue Zyklus ist. 

Neben der spannenden Handlung mit dem Techno-Paten und der Einschleusung Frenk Carpolas in den Hort, ist die Idee mit der Unsterblichkeit ein Geschäft zu machen und einen Kult um die Wiege der Unsterblichkeit aufzubauen wirklich genial und wurde hervorragend umgesetzt. Die Demaskierung des Paten Vitaal MacLeone setzte dem Drama die Krone auf. Gleichzeitig wurde ganz nebenbei ein Problem mit langlebigen Serienhelden beseitigt, indem Matt und Aruula erneut den Zeitstrahl passieren und Maddrax damit auch für die nächsten fünfzig Serienjahre gesichert ist. Mit in den Club der relativ Unsterblichen aufgenommen wird auch der Retrologe Sebastian Eisenmann, der bei der Passage des Zeitstrahls mit dabei ist. Ich bin gespannt welche Rolle er innerhalb der Serie damit in Zukunft einnehmen wird. 

Und nächste Woche geht es sogar nochmal zurück zu den Wurzeln mit den Amazonen von Berlin. Ihr seid Wahnsinn!

Geh zum Teufel, Zamorra!

Geschrieben von Adrian Doyle (Manfred Weinland), Christian Schwarz, Manfred H. Rückert, Thilo Schwichtenberg
Titelbild von Dennis Simcott
Band 1175
Erschienen am 11.06.2019

Geh zum Teufel, Zamorra! 4 Autoren – 4 Spitzenstorys!
Zum „kleinen Jubiläum“ laden unsere 4 Autoren auf einen Umtrunk im „Zum Teufel“ ein. Natürlich geht das nicht ohne ein paar unangenehme Überraschungen vonstatten! In „Geschlossene Gesellschaft“ von Manfred Weinland sperrt der Wirt seine Kneipe für die üblichen Besucher zu und schenkt aus einem besonderen Fass nur für sich und die Geister derer aus, die vor ihm den Gasthof bewirtschaftet haben. Thilo Schwichtenberg erzählt in seiner Geschichte „Der Teufel steckt im Detail“ von zwei jungen Möchtegern-Zauberern, die ihre liebe Not mit willigen Wasserfrauen haben. „Deibelsgesöff“ heißt die Story von Manfred H. Rückert – und dieses „Gesöff“ hat es nun wirklich in sich! Last not least präsentiert uns Christian Schwarz einen ganz besonders üblen „Kellergeist“.

Seit langer Zeit habe ich mal wieder zu Professor Zamorra gegriffen. Ansonsten lese ich hin und wieder mal einen Sinclair, Perry Rhodan jede Woche und Maddrax seit Band 500 wieder alle 14 Tage. Doch dieses Heft ist mir am Kiosk direkt durch seinen Titel aufgefallen. Neben dem Slogan „Die langlebigste Horrorserie der Welt“ stach mir der Titel „Geh zum Teufel, Zamorra!“, das tolle Titelmotiv und auch die Zusatzinfo „1 Gasthaus - 4 Autoren – 4 x Gänsehaut“ sofort ins Auge. Es handelt sich nämlich, was absolut unüblich für einen Heftroman ist, um eine kleine Anthologie mit vier Kurzgeschichten die der Wirt innerhalb einer kleinen Rahmenhandlung seinem Besucher kredenzt.

Professor Zamorra erscheint tatsächlich schon seit 45 Jahren. Seit 2. Juni 1974 in vierzehntäglichem Rhythmus. Erfunden wurde auch diese Serie von Helmut Rellergerd (Jason Dark). Er hat jedoch nur einen Band innerhalb der Serie geschrieben. Es gibt von ihm jedoch mit dem Zweiteiler Der Hexer von Paris & Gefangen in der Mikrowelt (Band 64 & 65) ein Crossover innerhalb von John Sinclair. Die Romanserie kann historisch als Antwort des Bastei-Verlages auf die erfolgreiche Serie Dämonenkiller des Pabel-Verlags gesehen werden, welche seit 1973 zunächst als Subserie im Rahmen der Reihe Vampir-Horror-Roman erschienen war. Da Sinclair erst ab 1978 als eigenständige Serie startete ist Zamorra damit wirklich die langlebigste, derzeit noch laufende Serie in diesem Segment.

Die Einleitungs- und Rahmengeschichte, die uns letztendlich zum Gasthaus „Zum Teufel“ und seinem Wirt Mostache führt, ist schon sehr gelungen und macht Lust auf mehr. Danach liefern die vier Autoren durchweg schöne und stimmungsvolle Kurzgeschichten ab. Die Story von Adrian Doyle alias Manfred Weinland und die Geschichte von Christian Schwarz haben mir besonders gefallen. Etwas schwerer tat ich mir mit den Wasserfrauen von Thilo Schlichtenberg und Manfred H. Rückerts „Deibelsgesöff“ haute mich auch nicht direkt vom Hocker. Alle Storys haben aber den besonderen Flair, den die Gruselheftchen und ihre Geschichten schon immer für mich ausgemacht haben. Am Ende rundet die Hommage an den legendären Zamorra-Autor Werner Kurt Giesa den ganzen Band hervorragend ab.

Super Idee, die ich mir durchaus auch für andere Serien sehr gut vorstellen kann und ein kurzweiliges Schmankerl für Zwischendurch.

Mittwoch, 5. Juni 2019

Perry Rhodan - Schwarze Saat - von Michael Marcus Thurner

Über das Volk der Onryonen ist nicht viel bekannt, da sie auf weit verstreuten Dunkelwelten leben, wo sie vor dem Zugriff Fremder geschützt sind. Doch nun wollen die Onryonen des Planeten Jolyona die Beziehungen zur Erde verbessern, und Perry Rhodan übernimmt die Verhandlungen. Auf der Dunkelwelt haben sich noch andere, seltsame Lebensformen entwickelt, die in den Tiefen des Planeten existieren. Es stellt sich heraus, dass es jahrzehntausende alte Verbindungen zur Erde gibt, und Perry Rhodan stößt auf eine Gefahr, die er selbst vor langer Zeit durch eine Zeitreise ausgelöst hat …

Seit Andreas Eschbach in Band 2700 der Hauptserie „Der Techno-Mond“ die Onryonen zum ersten mal in Erscheinung treten lies, hat mich dieses Volk fasziniert. Zunächst war wie so oft nicht klar wie die neuen „Invasoren“ einzuordnen sind. Auch mit ihren vorbeugenden Maßnahmen um den Weltenbrand zu verhindern haben sie sich zunächst keine Freunde unter den Terranern gemacht. Anfangs schauten die Onryonen ähnlich wie seinerzeit die Laren auf die Menschheit als niederes Volk herab. Einfach war das Verhältnis zwischen beiden Völkern nie. Dies ist auch das Grundthema des Romans „Schwarze Saat“ von Michael Marcus Thurner. Es ist der erste Band der Dunkelwelten-Trilogie mit der endlich einmal wieder umfangreichere Romane im Taschenbuchformat aus dem Perryversum erscheinen. Viele dieser „Spin-Off-Serien“ sind in der Vergangenheit bereits erschienen. In der Regel handelte es sich um sechs Bände mit einer fortlaufenden Geschichte aus den unerzählten Handlungsjahren der Hauptserie. Ausnahme war die Taschenbuchreihe PHAN-TAU-RA. Auch bei dieser handelte es sich „nur“ wie bei der Dunkelwelten-Reihe um eine Trilogie. Alle diese Taschenbücher erzählten eine durchgehende Story. Bei den aktuellen Bänden ist dies scheinbar ein wenig anders. Die drei Bände sind eher eigenständig und nur durch einen eher losen roten Faden in der Hintergrundstory verbunden. Und sie erscheinen wie schon die beiden letzten Einzelbände „Die falsche Welt“ und „Trivid“ nicht bei Heyne, sondern bei Bastei-Lübbe.

Der erste Band hat mich gleich gepackt. Perry Rhodan begibt sich auf diplomatische Mission zur Dunkelwelt Jolyona. Unterstützt wird er dabei erfreulicherweise von Homer G. Adams, der ansonsten  ja selten bis gar nicht in den Romanen zum aktiven Einsatz kommt. Beide müssen zwischen Onryonen und Terranern vermitteln, die zusammen auf der Dunkelwelt leben. Die jugendlichen Terraner Casper und Gio werden des Mordes angeklagt. So beginnt der Roman zunächst als diplomatische Mission und erinnert im ersten Moment an einen Space-Thriller. Rhodan erkennt Ungereimtheiten und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. In deren Verlauf begegnet er der onryonischen Archäologin Mohaway Obe. Diese zeichnet Michael Markus Thurner so schön bissig und exzentrisch, dass es eine wahre Freude ist. Sie war ein Highlight-Charakter für mich. Auf seinem weiteren Weg gelangt Perry mit seinem onryonischen Begleiter und Anuupi Hüter-Anwärter Kahoyte in eine gefährliche Lage als sie bei einem Anschlag von extremistischen Onryonen auf einer Großveranstaltung in den Ruinen einer Arena in ein unterirdisches Höhlensystem einbrechen und verschollen gehen. Von der Oberfläche aus versucht Adams seinen alten Weggefährten wiederzufinden. Homer G. Adams wird in diesem Roman mit seiner nicht einfachen Beziehung zu Theresa Gooden einmal von einer völlig anderen und privaten Seite gezeigt.

Auch die Anuupi fand ich auch von Beginn an total faszinierend. Ihre exotische Daseinsform und die Symbiose mit den Onryonen werden im vorliegenden Roman etwas intensiver „beleuchtet“ als es in der Hauptserie bisher erfolgt ist. Ebenso kann der Autor die Kultur der Onryonen etwas tiefer zeichnen. Mir fällt auf, dass die Autoren in den letzten Perry Rhodan Romanen häufiger auf Perrys Vergangenheit vor der Mondlandung eingehen, seit Eschbach mit seinem Roman diese Zeit mit Inhalten gefüllt hat. Die Verweise machen Spaß und ich finde dies gut.  

Achtung jetzt folgen Spoiler! Bitte im nächsten Abschnitt weiterlesen, wenn ihr den Roman noch nicht gelesen habt und euch die Spannung erhalten möchtet. Im weiteren Verlauf geht es faszinierend  weiter und es werden mal wieder viele interessante Handlungsfäden aus der Hauptserie geschickt aufgenommen und neu verwoben. Perry hat mit seiner Zeitreise und der Begegnung mit den Kerouten auf der urzeitlichen Erde die aktuelle Situation auf Jolyona und den Dunkelwelten erst ausgelöst. Die Urbewohner der Erde haben auf der Flucht vor den Tiuphoren das ganze Programm und das holographische Abbild des Kerouten Manoulsi ins Leben gerufen. Das Perry Meister des jungen Kahoyte wird als Obanundi stirbt, und die daraus entstehenden Konflikte und Spannungen zwischen den beiden waren interessant. Die weiteren Erlebnisse und Interaktionen im Dreiergespann, als die Onryonin Cyndenno dazukam, fand ich einfach großartig. Zuletzt noch erwähnenswert finde ich den heimlichen Hauptakteur der Geschichte: den Anuupi Dualles, der mir während des Romans sehr ans Herz gewachsen ist.

Dieses Buch hat mich total begeistert und war für mich einer der besten Beiträge zum Perryversum seit sehr langer Zeit. Kurzweilig, spannend und mit seiner gewohnten Prise Ironie und Humor legt Michael Markus Thurner die Messlatte für die kommenden Bände der Reihe sehr hoch. Mit Robert Corvus und Madeleine Puljic mache ich mir da aber sehr große Hoffnung, dass dieses Niveau gehalten werden kann.

Verlag: Bastei Lübbe
Autor: Michael Marcus Thurner
ISBN/EAN: 9783404209422
Sprache: Deutsch
Umfang: 400 Seiten
Taschenbuch
Erschienen am 29.04.2019

Mittwoch, 29. Mai 2019

Maddrax 505 - Am Ende der Nahrungskette - von Ian Rolf Hill

Geschrieben von Ian Rolf Hill
Cover von Shutterstock
Erschienen am 28.05.2019

Der Versuch von Matt und Aruula, zwischen den beiden Welten zu vermitteln, endete in einem Desaster. Sowohl die Ex-Technos als auch die Sauroiden glauben an einen Angriff der jeweils anderen Fraktion. Können die beiden einen blutigen Krieg überhaupt noch verhindern? Erst einmal müssen sie in einer von Dinosauriern dominierten Gesellschaft schlicht überleben, denn sie befinden sich zwischen beiden Fronten und am Ende der Nahrungskette...

Dieser Band schließt nahtlos an seinen Vorgänger an und setzt die Erlebnisse von Aruula und Matt nach ihrem Absturz im Dino-Parallelwelt-Areal fort. Wie es nach etlichen Missverständnissen und Feindseligkeiten zur Verständigung zwischen den so verschiedenen Spezies kommt, fand ich spannend und gut umgesetzt.

Colonel Kormak ist auch wieder mit von der Partie. Er hat durch den Flugsaurier die Fährte seines Erzfeindes aufgenommen und sich auf den Weg nach Yutaan gemacht. Noch kommt es in dieser Folge nicht zum Wiedersehen der beiden. Dafür haben Matt und Aruula genug mit den Sauroiden und Dinosauriern zu tun. Geprägt von Filmen wie Jurassic Park hatte ich ständig einen Film vor Augen und konnte mir alles sehr gut vorstellen. Wieder haben wir mit diesem Heft einen actionlastigen Pageturner vorliegen. Beide Bände habe ich in Rekordzeit konsumiert und nicht aus der Hand legen können. Lediglich eine kleine Kritik habe ich bezüglich der Schlichtung von Matt im Dorf der Ex-Technos am Ende. Diese gestaltete sich dann doch etwas überhastet. Die Reaktion auf die Toten die Matt zurückbringt und deren Begegnung mit Ydiel hätte nach meiner Auffassung kein Mensch so vernünftig und ohne weiteres weggesteckt. Die Sauroiden und Spezies auf der anderen Seite des Walls waren ja auch nicht so leicht von der Friedfertigkeit der Menschen zu überzeugen. Aber das hing ja letztendlich doch mehr an der Kommunikation. Grandios finde ich es dagegen, dass Aruula und Matt mit Ydiel nun einen neuen, exotischen Begleiter auf ihrem weiteren Weg haben.

Der Fortsetzung der Doppelfolge habe ich wirklich entgegen gefiebert. Belohnt wurde ich mit einem weiteren sehr guten Roman aus der Feder von Florian Hilleberg/Ian Rolf Hill. Die beiden Bände ergeben zusammen eine runde Geschichte voller Action in einem gut ausgearbeiteten, postapokalyptischen Jurassic Park Setting. Bis jetzt startet der neue Zyklus auf einem hohen Niveau und mit tollen Romanen, die keine Langeweile aufkommen lassen. Es wird schwer die Settings der beiden bisherigen Parallelwelten zu toppen. Aber ich bin sicher, ihr schafft das.